Gass Book WS M m o n ilt>en unt> gu frdftfflen} nactj ben ®ninbfä£ett ber Anatomie uttb 2fef!f)ettf fcearfccttet unb burcfy 86 gt(juren erläutert für Weitem unb @Qte$er, welken baö SBofyl ber Sugenb juatyr^aft am Dr. gji 31/ S; 'SSenter, Lieutenant von ber fönigt* fctdjf. 2Ct*mee, £)trector eines g^mnaftifcfjen unb ort&oyäbtföen Snftitutö, forrefponbirenbem SOlitgtteb ber ©efellfdjaft für Statur s unb .jpetlEunbe, (Sfjrenmitglieb bes pä'bagogifdjen Vereins git £)re§ben, Snfyaber ber f. öfterr* unb JönigK* preuß. gelbenen SöiebaWe für Äunfl unb 2Bijfenfcf)aft 2C* Sic ©t&te be§ SOtanncS toofcnt in ber Äraft, bic be§ SBeiGeS m ber ICnmuif), benn nur burdt) tiefe fcerrfefet unb 6eglure$bett unb Seipjtg, in ber 2Crnolbifd)en SSuc^anbümg, 18 3 7t .W4 SS o x t z b e* itfjt immer fdjreitet ba£ ©ute rafcfy ttortt>ärt$! Steifen burchjucft eine wahre, eine fchöne^bee fogletd) bie menfdhltchen, ber Bewegung fähigen ©emüther, fobaJb ffe nur auftaucht auöbem£)unfel beö^vrthumö ober ber^ergeffenheit, unb tritt tvie burcf) einen 3^uberfcf)Iag m'3 £eben; bod) nicht immer* 9D?and)e 2Öal)rl)«'t ifi: fange $m>or in bev X^eoxie ba, ehe fte in bi'e tyxaxiü übergebt feie tji längfi erfaunt nnb nur mühfam unb Iaugfam wirb fTe tn'3 £eben eingeführt Einige Propheten berfelben prebigen (Td) Reifer nnb machen (Te fta* rer al$ ba£ £age8ltd)t; bod) bie Rumpfe 9D?enge ihnen ge# genüber fagt mit in ben Scfyooß gefalteten Rauben: „\a, ja! eö tfi n>of)l wahr! fte haben 9?ed)t !" bleibt aber ruhig in ber gewohnten Trägheit unb thut nidjtS, tun -fcaä erfannte S3effere einzuführen unb lebenbig 51t machen. ©0 xfi: e£ aud) mit ber ©i>mnafltf gegangen. 3d) miß nicht Don früheren Seiten. , fonbern nur *>on ben nächfttter* gangenen Sauren fpredjem 3br 9tu£en, ihre 9iotbtt>enbig* feit ift genugfam anerfannt @3 giebt roofyl fd)tt>erlid) nocfy tttele $äbagogen ober gamüienüäter ober Mütter, meiere nicht überzeugt wären, wie brtngenb nothmenbig e£ fei, ba$ neuheranblübenbe @efcf)Iecf)t nicht nur geizig, fonbern aucfy förperltd) gefunb ju ergehen, nnb, baß td) t>on bem mir am nächften&egenben fpreche, aud) in unferem SSaterlanbe ift e£ fa(i allgemeine Meinung, baß nnfere bisherige einfeitige (2rr* gie^ung einer nothwenbtgett^erttolitfänbtgung kebürfe, bamit nämlich aud) bem Körper fein D^echt gefdjehe unb aud) er, wie ber ®etj?, fytfemattfd) aufer^ogen unb feine Gräfte ent* n>tcfelt unb au£gebitbet werben. ^Demzufolge i(l ber 3öunfdj laut geworben, baß ber Unterricht in ben Leibesübungen $u einem öffentlich anerkannten, befdjü^ten unb untersten £ehrgegenftanb au höheren unb nieberen ®d)ulen erhoben werben möchte*)» 2Jber was hat man gur D?eali jtrung biefer 2öünfd)e unb guten Meinungen gethan? *) 3ch tonn feinen fd)laa,enberen unb erfreulicheren SSeweu! für bte etil: gemeine Är!ennunq, welche bie ©pmnajril in unferem SSaterlanbe gefunben t)at, anführen, als bie S3erf)anbluna.en unferer bteßjäf)rta,en (Stänbeoerfammlung* SSon ben auSgejeichnetiten SDtitgliebern beiber Kammern ftnb Sieben gehalten worben, meiere unmiberlegbar bie9?ü$: liefert bei 4 ©pmnaftif unb bie Sttotbrnenbigfeit, fte als Unterrid)t$s branche öffentlich einzuführen, beweifen, unb %wav nicht nur an @e= lehrten s, fonbern auch an SSolföfchulen, nicht nur für ba§ männliche, fonbern auch fifr tos weibliche ©efchlecht« Sticht mtnber beweifet bte IV 3cfj möchte mir mdjt gern bkgeütbfcfjaft beö fo etnfluß* mdjen, fdjönen ©efd)led)le6 jU£iel)en, bod) id) mug einen fanlen glecf üt unferen focialen$erl)ä(tmjTen berühren, näm* lid) ben ©tanbpunft ber 25Übung , anf mlfyem eben btefeö fdjbne ©efd)led)t bei unä flef>t* 2öer ba£ £eben, namentltd) baöm ben großem ^täbten, fennt, unb mtt2öaf)rf)ettftebe bar* über nadjbenft, ber wirb geftetjen, baß unfere tarnen an* ßerorbentltcfye S5Übnng bejTfcen, aber wenig orbentli* dje. 2öte tf)r Körper mit fdjtmmernben (Seibengewänbem unb leontfcfyem ©djmttcfe überbeut iff, nacfybem ttorfyer bie Stelen Unttollfommenfyeiten an bemfelben bnrd) allerfyanb £oi* lettentunfte — tcf) tierratfye ntcfjtö/ meine X)amcn! — auSgc* glichen werben, fo tterfyalt eö jTd) fcfyr f)änftg and) mit ttyrer geizigen 23tlbung, bie — wie ber tternadjläffigte Körper — baö (5tnfacf)e, Söatyre nnb ©cfjöne t>erfcf)mäl)t , n>etl fte eä ntcf)t fennt — ade meine tterefyrten Seferiitnett |Tnb anöge* ttommen! — eä xfl ein fefjunmernber nnb fltmmenbergirntg, ein eiffeö (Sdjauwerf, mir anf ben Sdjein berechnet Crr i\t gcmetntgltcf) $ufammengefe£t au3 fran^öflfrfjen nnb cnglifdjen ÜBrocfen, ein wenig 3cid)nen, fingen nnb Gfaütren, ttoitSIl* lern etwaö nnb mcf)t£ recfyt unb auf bi'e rechte 2Beife; baju @aneüagfticfen nnb allerlei' fyübfdje totftflücfcfjen mit ber 9Jabel ; red)t letd)t unb red)t bunt, in glän^enben garben, in bie Singen fledjenb unb bod) feine ernfle ^njlrengung er- forbemb. 5D?tt biefem fd)immernb?n Mixtum compositum wirb baS armfeltge ©eeldjen übertünd)t unb alfo a*3(taffirf, n>trb ba$ £)ämd)en in bie 2Öelt fytnauägefMt unb al£ eine 2)ame tton tooflenbeter SStfbnng bewunbert. 9fttt< ben über* triebenen, fdjwer gn befrtebigenben SJnfpritdjen einer franf* ()aften ditclhit wirb fie einem 9Ü?anne $u£l)eil, wirb feinet Sebent ^ a ft, ftatt feinet ?ebenö ©lücf gu werben; beim bie wafyrfyafte Q3tlbung beö ©emütfjeö, be$ ©ei|le$ unb be$ 5törperö beft£t fte nid)t. SOÖem btefeg übertrieben fdjeint, ber befrage ben er* fielt fceßten &r$t unb benfe felbft weiter barüber nacb, in wie weit e$ wafyr fft SOBer and) tterfdjroben genug Wäre, bie 2lrt unb 5Betfe, wie man unfere Manien gei* ftig er^ietyr, für unübertrejflid) $u galten, ber ntug bod) ge* wtg mit mir bar in übereinflimmen, bag ihre pf)i)pfd)e ät'efjung im ^((gemeinen auf unöergeit)Iid)e ÜDetfc üernadjläf? Pgt wirb. Unb bod) fyäugt Don ben grauen ba£ 2Bof>I unb große Ueberetnfttmmung feer SOlttglteber beiber Kammern, wie fcfyr mon Don ber SSortreffltc^fctt ber ©acfye bttre^brungen tft. SOian fcfje bie sJKttt^eilungen ber SSevI;anblungcn beö SanbtageS: 52. öffentliche ©i|ung ber erften Cammer am 6. SOJärj 1837, ©. 1503 ff. gernce bie 147. öffentliche ©ilun^ ber 2. Cammer am 18. 2Cug. 1837, 4253 ff. V ba$ $öel)e uufereS galten ©efd)led)te$ ab. fraufe, get* tftg unb phvjftfrf) Belogene. @attm, weichet ©liicf fanit ftc bem ©atteti. bieten? 3BeIcf)c Erheiterung, welche (£r(eidjter* ung famt er, umgeben Don beS 2ebeu3 5D^üt)eit unb $äm* pfeu, bei tt>r ftttben! 2öeld)en 8eben3mut(), welche greubtg* feit $ur Erfüllung ber&bengpjlichten tarnt er auö ihrem Um* gange fd)öpfen? 2öirb jTe tym gefunbe, fräfttge, jtt froren Hoffnungen für bie 3"funft berechttgenbe fö'nber gebären? itnb wirb jTe bi'e tn ©efnnb^ett be3 2etbe$ nnb be$ ©ettfeS biuhenben (Sprößlinge immer mit gefunbem (Bünte, SSerftanbc unb ©emütt)e, mit fetterer pflichttreue $u ergehen wijfen? 3d) weife auf ba3 2eben t>tn, meine £efer unb £eferinnen. 23e* antworten ©te jTch btefe gragen felbft 2)er weibliche Körper, nach feinem £)rgani3mttS nnb fetner Söejitmmung, bebarf ber Bewegung unb naturgemäßen Aeußerttug, llebung unb 2luöbilbung feiner Gräfte* liefern %m turgefefce ^arbeitet unfere Erziehung unb bte gewöhnliche £ebenö* weife ber meinen grauen entgegen* ßu einem ewigen ©t§en unb itod)ba$u $um $rummfT£enüerurtl)eilt/ räd)tfTd) bie :ftatur, tu- bem jTd) taufenb Stvantyeiten innerlich unb äugerltd) er$eu* gen, betten mau bann burrf) Arzneimittel 51t begegnen fucht; bereit Duelle man aber nicht tterjlopft unb bie jTch balier immer wieber erzeugen, fo baß ein jTed)e3 ®efd)led)t bte trau* rtge golge ba&on tjt (£3 fonntebaher nicht fehlen, baß, alStcfyttor einigen Safyren hier mein g^mna'fiifdjeö Snffttutfiir bie weibliche 3ugenb eröff* nete, jTch btefeö auch fogletd) einer erfreulichen £v)etlnal)me beä ^jitblifutttö erfreute* ganben jTd) auch anfangt einige gombe, bte e£ wie alieö Stae mit migtrauifdjen Augen betrachteten itnb tton allerbanb üblen golgen tvänmten, fo waren bod) biefe ju unbebeutenb, um bengortgang beffelben fyinbern $u fön* item Auf ber anbern ©ette' fanben jtd) bejTo mehr grennbe itnb S3eforberer beffelben, fo baß j*d) baffelbe erweitern fontt^ te unb tmmermehr Ztyeünefymevinnen gäfylte* Um bte mir itnb Anbern fo wichtig erfcheütenbe (Sache ber ph'i)jTfcheu tynübilünny be3 weiblichen ©efchled)t3 noch mehr p förbern, gab td) eine (Stymnajltf für bte weibliche Sugcnb herauf, welche ba6 ^ubltfum unterrichten follte, wa3 tn meinem Snjfttute getrieben würbe, unb welche benj'entgen ?e()reru jum Settfaben bienen follte, welche, bie SKichtigfeit ber ©adje erfennenb, (Td) bewogen fül)len möchten, ebenfalls bergletchett 3njlitute ju errichten* £)b nun alfo gleich bte yiufylidtfeit ber ^etBedüßlingen für bte weibltdje Sugettb feine^weg^ ^erfattnt worbett i\1 unb bte £hetlnahme au ber ©ache jugenommeu hat, fo gel)t bod) im Allgemeinen bie Auöbreituug berfelben einen lang* fameu ©ang, unb bie gortfd)rittc jtub uid;t(o rafd) unb all* vt gemein, al$ man öon einer aflgemeüt al$ gut, nü£u'd) uub notbwenbtg anerfannten Sacfye erwarten fottte. £od) bat man eben jefct an tterfdjtebenen £>rten angefangen, gtjmna* (lifc()e Sdjufen für 9D?äbd)en $u eröffnen, unb r>on tterfdjiebe* neu anbern £>rteu jutb Aufragen an und) ergangen uub üftatfyfdjläge üon mir in btefer §trrfTcf)t geforbert Horben, fo baß td) febe, baß bie Sßerbreitung ber ©ijtmtafiif aud) unter beut weiblichen ©efd)Ied)te, wenn aud) nidjt febr fdjuelfe, bod) immer atfmäbltge gortfdjrirte madje, welefye hoffen fof* fen, baß bte 3ett nid)t ausufern liege, wo tu jebem £rte Hnfrafteu fein werben, tn betten ber Körper ber Knaben tüte ber 9Jiäbcf)en Hebung unb tfußbübttng fxttben werbe, 3cf) fyabe mid) beßbalb eutfcfylofien, meine auf btefem gelbe ge* fammelten Erfahrungen unb ©ebanfett beut ^)u6ltfutn tn btefer neuen Sd^rift mit$utbeiten unb ben Lefyrern eitte %n* lettung tu bte §änbe $u geben, nad) welcher ffe tfyre&nftal* ten einrichten, ober aitö welcher fTe bod) wentgftenS für bt'efel« ben einige 3beenfd)öpfen, einige ^Belehrungen erraffen fönnem 2Öirb tu ber gclge^ett bie @h)tmtajttf allgemeiner blüfyen, fo werben aud) fcbönere grüdjte jitt pfeife fommett. £er Sßerfranbtge J>ört gern bie9?at()fd)läge, bie {fem bte Erfahrung an bte öanfc gtebr, beim eine jebe Sad)e bat t()re Sd)wiertgfetten. So tjoffe td) benn, baß ber, welcher bte ©i)mnajtif ber weiblichen 3ugenb mit Erfolg lehren will, aud) biefe meine D?atbfd)läge gern beren wirb, benn ntd)t ein 3eber, ber eS unternimmt, biefelbe $u lehren, t(t and) fogleid) gefdjicft bajiu 9iamentlid) t(t eS ein großer Unter* fd)ieb 5Wifd)en ben Leibesübungen, welche für bie männliche Sugenb pgftenb unb erfprießltd) , uub jwifdjen benjetttgen, weldje eS für bie weibliche 3ugenb ftnb. 2>er Organismus uub bie Seftimmung beS männltdjcn unb beS weiblichen $er* perS fTub r>erfd)ieben; nad) biefer 2Serfd)iebenl)ett muffen alfo aud) bte Leibesübungen -berechnet werben, welche $u 9tu6 uub grommen ber Knaben ober ber 5^äbd)en bienen fotfetn Huf pl)i)ffologtfcheu ©runbfäfeen muß ber gi)mnaftifd)e Un* terrid)t berufen uub berLebrer ber ©mnnafttf wirb baber aud) ber pb^ffologifdjen ^enutntjfe nicht wol)I entbehren fömteit. 2)od) aud) eine anbere Seite tji befonberS bei ber 93iäb* ehengipnajlif uod) $tt bcrüdffd)ttgen, nämlich bie äftbettfehe; eS wirb baber aud) ein auSgebilbeteS Schöubeitgcfübl eine bei einem Lehrer ber ©ijmuafltf nidjt %n mififenbeEtgeufdjaft fein, 2>emt nidjt nur bte $raft, nid)t nur bte Stcirfuug be£ ^orpcrS unb bte Sefejtigung ber ©cfunbfyeit befielbeu fott ber 3wec? bei ben Leibesübungen ber beranMübe-ubcn Sung* fraueu fein, fonbern aud) bie ^nmutb'ber Äörperbewcg-- «ngen foU taWxd) beforbert werben» Eine grau, weldje Vit eute blftfyenbe ©efunbheit 6eft^t / bejt£t einen großen Schafe, intb nicht mtttber ber *Üc"amt, ber fo eine grau fein eigen nennt; bodjeineg weit größeren ©litcfeg iftfTennb ertbeilhafttg, ivenn ber üi ©efunbheit blühenbe?etb auch von ber unverwell* liefen Sterbe, von bem lieblichen ^et'^e ber Sfamutf) umgofien ijf. Sie i|l bem 2Beibe ba3, wa£ ber üt gefunber gülle blnbenben Ginnte ber balfamifche 2)uft, ber fchöne garben* glan$ ijt; ja noch mehr, benn fte fünbtgt un3 eine wol)lge* bilbete, eine fchöne Seele an, bte £eben3glücf nm jlch her $u verbreiten im @tanbe ifL. £eßbalb fehtefe ich meinend) unter bem tarnen 2lmÖna t'n bte 2Belt nnb fyabe mich bei ber Bearbeitung bejfelben, fo wie bei meinem Unterrichte von p()t)|Tofogtfcf)en nnb ä|lf)ettfchen©ntnbfä£ett fetten lajfett, nnb ich wihtfehe, baß biefe meine 2lmöna ba$u bettragen möge, recht viele 2£mönen 51t btlbem i)en Set)rern ber ©ijmnaflif rathe tch bat>er äunächft ba$ Stubtttm ber über ba£ ©emeine erheben will, unumgänglich nöthtg* — £>a6 Schöne tfi nach *piato ba3 fehief liehe 3«fam* menfitmmen, D?unbung unb Ebenmaß, £>tefe 23e* jtimmung De6 Begrifft ber S^ott^etr, welche ber gebübete ©rieche, bejfen $luge bte fcbönjlen 3Berfe t>er Stuvift ju fe* hen gewohnt war, gtebt, paßt fefyr wofyl auf btejentge Schön* hett, bte ba3 2(uge erfchaut, bie Schönheit ber gorm. Sie böchile Schönbett ber gorm aber bringt bte 9tatur burdj bte Chttwtcfelung fchöner menfehlicher Körper in ber motten 23lü* tt>e ber Sugenb hervor. £>aber fann auch bie 23tlbhauerfuit|1 nichts SSoÖfommenereö nachahmen al3 fchötte jttgenbliche 9J?enfchenge|Mtem 3Me$unft überhaupt foll bie 9catttr nach* ahmen. SDBetcht fte von btefem ©efe^e ab, fo verfällt fte in baß ^>f)atttafltfc^e ober 58iberliche unb Sinnlofe, unb t'hre SÖerfe föttnen feinen Slnfpruch auf ©chönhett machen» .i>k yiatwv aber bringt ^chöiteö unb ^äßltcheö hervor, unb t'n vielen ihrer 28erfe ftuben wir beibe^ vermifcht, ^ie ^ttnft VIII fott nun $war eine Sftacfyafjmerfa ber Statur fein, aber mdjt eine Nachahmerin be$ faßlichen, be$ @felerregenben, beö ©enteilten, wa$ bie Statur hervorbringt, fonbern beö 6d)egt>al6 and) btejentgett Kunflwerfe nur wahrhaft fcf}ön jTnb unb allgemein alä fd)ön anerfanut werben, bereit 9D?etfIer bte Statur glücfltch tbealt* (Trt haben, bte mit bem göitltdjen gunfen beö ©ente'3 ba$ wahrhaft (Schöne tu ber Natur ernannten, auffaßten , tief empfanben unb verflärten, unb nttt funjlretc^er §anb ju btlben unb wteber,$ttgebeu verftanben. $on btefem ©efeke liefen bte alten ©riechen jTdj leiten, beßbalb leiteten jTe tu ber 23tlbbauerntnft ba$ §öchfte, wa$ wot)l je geleiflet werben Faun, unb (Te ftnb noch jetit unfere unübertroffenen 50?etfler» ®o wirb auch ber 2ef)rer ber ©ijmnafh'f bte Statur nt beobachten unb $u tfubiren haben unb emfTcj ba$ tn fid) auf- nehmen, waö flcf) tl)m (5rf)öiteö tu Haltung, Bewegung ber Körper unb tn ©ritpptruugen getgt» £ann aber bürfte er wot)l fchwerltd) t)tn(Td)tItO) ber Cct6e^^altuucj , ber25cwegitttcj unb beö ©eberbenfptelä trgenbwo eine würbtgere Sdjule jtttben, al3 tu bem (Btubtum ber grtechifcheu 23tlbwerfe* £ter trifft man eine foM)e 5D?a n n t g f a I tt'ß Fe 1 1 tn eblen, tmpo* jantett, würbtgen ^altimqen, in getferetcheu , anmitt()tgcu, effeftvotlen unb babet flctd fcfjtcfltdjen, jlcttf wahren, natura gemäßen unb fd)önen Stellungen, baß man nicht umfonft nach würbtgen -Düt(terbtloern für £ar|Mung be£ @bleu, be6 £ol)eu, be$ ©roßarttgen, beö üttübrettben, be3 ©emüth* liehen, t>e$ 2lmmttt)igeu unb faxten fit che tt wirb. liefern $itnächfi wirb ber lernbegierige Cefyrer ber ©9m* nafltf Nahrung unb Sltiöbeute ftnbett in ber aufmerffamett unb üerftättbtgen 23etrad)üutg ber Kunflwerfe, bte ber spütfel großer heißer tn ber SEftalertuttft hervorbrachte wie bte et» ne£ DZap^aeL @r betrachte biefe einfachen unb boch fo fdjö* neu ©rupptrungen, biefe wahren, natürlichen unb boch fo ibea* Iifdjen ©ehalten, bte ber ^tttfel btefeS SO^etilerö hingezaubert hat, unb er wirb begreifen, wa3 eö heißt, baö Sbeale in ber Natur nachzuahmen, ba$ eine fo fdjöne, eine unattölöfchliche Sßtrfnng auf ba£ ©emüth be6 S3efrf)auer£ h erüor bringt, er wirb erfühlen, welchen 2lbel, welche Sßßürbe, welche 2fammf), welche Schönheit bte £)arjlclutng beö menfdjltchen Körpers wieberut* geben vermag, dt trage, wa3 er hier lernt, auf fetnett g^m= na|1tfd)euUebttngpla£ über unb fudje, eö lebenbtg bar^itfteaen unb bie Körperbewegungen fetner Srfjülertnuen mit bem xcu genben ©ewanbe ber Einmuth $u bcfleibem 2Btr E)a6eu ihm einige 5inbeutungen in btefem Sßuche barüber gegeben, er fu* dje eö ju vervoUfommnen unb bejfcr mad;en. Stt-$alt8t>erjei$ttiß. o trebe. ^tfte &*t(ettiitta. ©ette* 2CU'gemeine g^mnafHfdje 2Cuöbtlbung be§ wetbs Udjen Körpers . . ♦ i (Srfte SBorübung . . , . 1 3«?ette SSorubung . . ♦ . 5 ©ette. 2(u§&ilbttng be§ Körpers auf ber ©fette 7 SSalanciritbungen ♦ ♦ ♦ » 15 SBenbungen ober Srefcungen u. Umfdjmunge beS Körpers . 19 ©ang--, Caufs, ©prings unb © ta b s Ite b u ngen 24 © a n g « U e b u n g e n glanfengang ♦ ♦ . ©djlangengang ♦ . doppelter KreiSgang £)ie grontgd'nge £)er Sattengang ß au fillebun gen ©er gerabe ©dmelllauf ©er Dauerlauf • <• ♦ ©er Kreislauf . ©er ©piratlauf ©et ©djlängeltauf ©er 3t^acC(auf ©er JQmiicMf . ©aö ©pringen 36 36 36 37 37 37 ©a$ (Springen üb. baS ©d&amngs feil . . .40 ©as ©pringen über bte ©djnur 40 ©tabiUcbungen . • 40 2feft^ctifd>e ©tellungen 47 6rfie Unterabteilung . . 55 3wette Unterabteilung . • 56 ©ie ©tellungen mit Kranjen SOte ©tellungen mit ©Harold 57 63 tfnftanbsübungen . ♦ 69 2Cnftanbtge Haltung be§ Körpers bei'm ©tef)en ♦ ♦ ♦ . 72 SBei'm ©tfcen 76 SSei'm ©etjen . . . . ♦ 76 Kompliment auf ber ©tette . 77 Kompliment bei'm Eintreten in ein Limmer ♦ .... 77 Kompliment, um bie «£anb &u retten 78 Kompliment, um etwas $u über* reiben ....... 79 Kompliment im ©orübergcfyen 80 ©a$ SSenelmten bei'm ©intreten in ein ©efeüfdjaftjimmer, baS gegenfdtige SßorfteUen in ©es fellfdjaften , unb baS 5Be= nehmen bei'm Eintreten in ' ben jBaUfaal 83 Sarrenübungen . . SDa« tfuf* unb Stteberlaffen . 86 ©a§ Jpolmrufien . ... 87 ©aö ©etjen im 2frmftü& . . 87 ©aS ©etyen im tfrmftü'l an ei« mm Dolmen ober im £luer* hanbjrüfc 87 ©as" Rupfen im tfrmfiüfc . 87 ©aö ©ef)en unb Rupfen im Un-- terarmjtüfc . .... 88 ©a$ ©eben junb Rupfen imStüg mit gekrümmten 2tvmen . 88 ©ie Seejungfer .... 88 ©a$ ©etycn unb Rupfen bcr Seejungfer 89 ©a$ SBippen im 2trmfh"t£ • 89 ©er 2CusTprung vorwärts ♦ 89 ©er tfuSfprung rüctwärtS ♦ 89 ©a$ Söippen im Unterarmftü$ 90 ©aö SBippen im tfrmftüfc mit gekrümmten 2£rmen • . 90 ©ie Schlange 90 ©er halbe «Üconb .... 91 ©aS .Klettern am Äno= - tenfeile 92 Uebungen am fch weben» ben Stabe .... 92 ©as abwechfelnbe 3urücffchic» ben ber güpe mit geftreeften £mecn .93 ©as" 3urücFfchieben beiber $üfje zugleich mit gejtrccf ten Änicen 93 . . . 86 ©ie (Schwingungen mittels Kn- hangS bcr£a'nbe unb tfbfto; f eö ber gufc 93 ©ie Schwingungen otjne 2C£)flo^ 93 ©ie Schwingungen im "Kvmtyaiu ge mit Aufgriff an ben l l eü nen 93 ©ie (Schwingungen im2Crmt)an= ge ohne Aufgriff an ben t l ei= nen . 94 ©er Schwung im ©tfi$ . . 94 Äreiöfchwungs, ÄreiSla'uf; unb Äretefpringlauf-'Uebungen . 94 ©er ÄreiSfchwung im Anhange mit gedrehten 2frmcn . . 95 ©er ÄreiSfchmung im Anhange mit gebogenen 2(rmcn . ♦ 95 ©er ÄretSfchwung im 2(n(jange mit 3wetgriff .... 95 ©er ÄretSfchwung im Stü£ 95 ©er Äreiöfchwung im Stücf- hange ♦ 96 ©er ÄretSlauf mit Anhang beu ber £anbe ...... 96 © i e 9t e et ü b u n g e n . . 97 ©aö 2fufjiehen ober baS $kf)-- flimmen 98 ©aS £ebcn 98 ©ie Hangübungen .... 98 ©er Stufe .99 ©as £anbcln 1(X) ©aS Sßippen ..... 101 SBer&efferungctn S. 24 ft. ©angs unb Cauf-Uebungen, U ©ang*, £auf;, Spring ? unb StabrUebungen. « 57, 3. 9 u. ft. worüber bie fünfte, l. He vierte. ^erneute Qi;mnajftfcf)e HtöbiMnQ fee§ wrifc lifym Äötp,er§* „Jt Ö^rtn^fuQtget bte Vorübungen, bie ich eben 6efd&ret6m will, fcbeinen mögen, um fo mehr ^ölte id> «8 für nothwenbig, auf tl)re SÖBicbtigfett aufmerffam $u machen, unb fcittc bte Selker, welche ftd) tiefet Anleitung bei'm Unterricht in bei* ©pmnajlif für $Rabd)tn bebienen trollen, recht bringenb, fte ja nicht mit gletchgiltigem 2fuge §u uberfliegen, fonbern recht bebachtfam bei ihnen $u tierweilen unb mit bem gewtffenbafteften ßehrerfleijje fte in #nwenbung §u bringen* Sie Anfange jebet ©ache ftnb flein unb fcheinen gering. Sie 24 S3ucf)ffaben be§ 2ttpf)abet§, wie fdbeinen fte boch fo unbebeutenb, unb bocf) ftnb fte bie ünentbehr« liehe 35aft8 ber ganzen, unüberfel)baren Literatur ber SBelf. Kon* nen wir in bie $eiligtf)ümet ber £tteratur eintreten, ohne biefe SSuchjlaben, biefe anfcbeinenben Kleinigf eiten , $u lernen? Sie ©pmnaffrf fann üon biefem allgemeinen ©efe£e feine Zufc nal)me geftatten, fte beginnt mit bem Kleinen unb tyott mit bem ©rofjen auf, S3ei ihr ijt eS eben fo, wie bei jebem anbe* ren 2el)rgegenffrmbe, erforberlich , baß man fireng fpjfematifch 51t Sßerfe gehe, wenn ba$ 9?efultat berfelben ein glücfltcheS fein foK* 2)er 2ef)rer (äffe ftd) baber biefe Vorübungen als bie 33aft$, worauf bie gan^e KorperauSbtlbung beruht, empfohlen fein , unb erlaffe feinen Schülerinnen bie grünbliche Ausübung berfelben eben fo wenig , als ber ©prad) leerer feinen Möglingen bie fldnbige "Srlernung ber S3uchtfaben erlaffen fanm Sötr fommen nun §ur <3acf)e felbft £)er nddhffe 3wec£ ber eben §u befchreibenben erften Vorüb- ung ift, ben Korper ber Schülerin gu ben fünftigen Uebungen gefchicft, nämlich beweglich 5U machen, unb gu bewirfen, baß er eine regelmäßige Haltung gewinne, £)er Sekret muj? fte mit je- ber einzelnen Schülerin vornehmen, unb bamit ju Anfang jeber Unterrtchtflunbe fo lange fortfahren, bis er feinen Bwecf erreicht hat. Suerft laßt ber ßefjrer bie (Schülerin in folgenber ©fettung t>ov ft'ch h^treten» Sie Seifen, Don beneu feine weiter Dor als 1 2 bie anbete flehen barf, muffen eng anetnanbet fließen, unb bie gußfpifcen üon ber Mittellinie, welche man ftd) $wifd)en beiben gerfen hinbutd) gebogen benft, gleich weit abgehen unb nad) auSs wartS gedeutet fein , wobei man ftd) jebod) t>or Uebertreibung ju hüten bat. £Me (Schwere beS ÄötperS muß, gleichzeitig üertbeilt, mehr auf ben S5alUn ber beiben $üße als auf ben gerfen ruhen. 2)ie Beine muffen gerabe gehalten, bie .ftniee ungezwungen nad) außen gewenbet unb bie $flu$Mn natürlich geflrecft werben, fo baß bie Söaben, ein wenig nad) innen gebrefyt, ftd) leife berüb* ren. £)er Oberleib ifl: gut aus ben Ruften, welche ftets gleid) hoch gu galten finb, tyxautyutyUn , ber Unterleib bagegen natura lid) unb ungezwungen zurückziehen unb ber Wintere etwas ju* tüc^ubrüden. £>aS SßücBgrat ober .ftreuz muß einwärts gebogen ober gewölbt unb bie Schultern muffen babei gleichmäßig berun= tergelaffen unb fo Diel als möglich, jebod) ohne merflid)? #n= ffrengung, zurückgenommen werben, bamit bie junge, jarte S3vufl ftd) b^ db erhoben langfam breh^n, unb gwar fo, baß biefelbe, beibe 2(rme zugleich unb ebenmäßig nach vorn erhebenb, unb üon oben nach hinten zu wiebet h«tmterbe= wegenb, bamit einen ganzen ÄreiS befebreibt. Bei btefen Bewegungen ber 2frme barf ber Äopf nicht i>or= 3 geffrecFt werben, fonbem et bleibt ffrtd mit angebogenem .ftinn in feiner geraben Öttcbtung; überhaupt foU ber gan5e übrige Mrpet bei biefer Uebung ftch nicht bewegen. SBd'hcenb bie on Dothen ift, inbem ein gewaltfameS fammenbrüefen üon ffitiß nachteiligen Solgen fein fönnte. Der Sehrer nehme baher bte 2frme nur fo weit gurücf, als eS bec Körperbau bec (Schülerin gemattet, unb halte jte auf biefem fünfte fefr. Dabei laffe er ben auf ben S3aüen ber güße ruhenben Äor= per ftch langfam auf= unb nieberbewegen, unb fehe barauf, baß bei tiefen Bewegungen bie Äniee wot)l aufwärts gebogen werben unb bie Haltung beS £>ber£orper$ gerabe fei» (Statt biefer Bewegungen fann man auch bie Schülerin ftch auf ben gußfpifcen ununterbrochen auffchnellen laffen. Diefe Uebung ijt befonberS benen fehr bienlich, beren 9?ücfen= ober (Schultetbau nicht ganj fehlerfrei tft; benn burch baö Sefr{?atten ber 2(rme unb bie, burch ba$ gleichzeitige 2(uffchnellen tyMQtQtbtafytt dv- febütteruttg richten ftch leicht bie fehlerhaften ©lieber in ihre ge- hörige Sage ein, wenn ber gehler nicht fchon §u bebeutenb ift* S5et gut ©ewachfenen wirb man eS fehr balb, bei 2Cnberen burd) eine etwas längere Uebung bahin bringen, baß ntd)t nur bie 9?ücffeiten ber #dnbe, fonbern auch bie Ellenbogen ftch &« s rühren* 1 * hieran fehltest ftd> bie britte Uebung: ba6 Sufammen; fcblagen ber #anbe vor = unb rücfwartS. Sie <2d)ü= lerin nämlich ftrecft bte Arme gerabe vor ftcf> aus, fo baß bie 3mnenfeite bet beiben 4?anbe gegeneinanber gebrüht unb bie Saus men aufwärts gewenbet ftnb* hierauf fernlagt ft'e bie beiben ge= flrecf ten Arme betgeftatt jurucf , al$ wenn ft'e bie SRücf feite ber $anbe hinter ihrem 9?ücfen gegeneinanber fd)lagen wollte, wa3 auch in ber Sf)at butcb tiefe Ue6ung bewerfjteüigt werben foü, in ber $egel aber nicht fog(eid) ju ©tanbe gebracht wirb, Seß= tjatb ftellt fid) ber ßebrer Wieberum hinter bie «Schülerin, er- greift auf gleiche 3öetfe, wie bei ber ^weiten Uebung, bie $anbe berfelben, fobalb ft'e biefetben hinterbringt, unb wenbet bie* felbe #ilfe, wie $m>or, an; nur mit bem Unterfdjwbe, bafü er bie $anbe nicht längere 3eit fefr fyält, fonbern ft'e fogleid) wieber loö laßt, bamit bie ©cfyülerm biefelbe Bewegung ber Arme fd>neü bintereinanber mehrmals wieberbolen fann, welche Uebung ber Sebrer fo lange fortfe^en laßt, al$ er e$ für gut beft'nbet. 33ei jetem folgenben 3urücffd)lagen ber Arme werben bie $anbe hinter bem Ofücfen ftd) etnanber mehr nähern» 2Cuf biefe mit jeber ©cfyülerin ein5eln vorgenommenen Ueb; ungen fann ber Rehres eine allgemeine folgen laffem ßt fom= manbirt: Angetreten! *) Alle (Men ftd) ber ©rofe nach in einer 9?eir)e auf, unb 5war fo btdjt aneinanber, baf? ftcf> etwa bie Äleiberarmel leife bc- rübren; bie größeren Sftabcben auf bem rechten glüget, bie ffei? neren auf bem tinfen* 3>[r it)ce 2fn5at)t nicht $u grof, fo baß ft'e leicht in einer Diethe $u überfein ft'nb, fo fommanbire ber2ef)rer: SO? i t 3wtfd)enraum — angetretenl worauf bie 3weite an ©rofe unb in ber 3?etbe ihren rechten Arm erbebt, it)n feitwartS rechts in horizontaler £Ridr)tung auSfiwft unb ftd) fo weit von ber ©rffm ober it>rec Nachbarin $ur fechten entfernt, baf ft'e bie linfe ©djulter berfelben mit ben $ingerfpi£en berührt. Sie Sritte unb alle Anbeten machen nad)einanber baf- felbe» Sft biefe6 gegeben, fo folgt ba$ Äommanbo: \ \ Augen — tecfrtg! (tinfS)! — T T rid) t't euch! *) ©er ©trieb unter ben Äommanboworretn bebeufet allemal, baf? ft'e gebellt auSgefprccbcn werben muffen; ein \ ober, bafj ft'e fdmcii ober furj hcroorjulro^en ft'nb. ©er — swtfcben ben Äommanbo; Wörtern besctdjnet, ba{3 biefetben ron einanber getrennt, unb ^ N bafj ft'e pfammen ausgebrochen werben. 5 Sie Spulerinnen reenben ben Hopf unb bte 2Cugen redt)t6 (l'mH) unb richten ftp -gehörig in bte gerabe Stnte ein; biefe wirb bann fyetgeftellt fein, reenn eine jebe nop einen Spimmer oon ber SSrufl prer britten Sftapbarm fefjen fann. hierauf wirb fommanbirt: ffugen gerab — auö! unb bie Spulerinnen bringen Äopf unb 2Tugen in bie gerate Üiiptung reteber jurüd. * Sfl bie 2fn5al>t jebop großer, fo taffe man jreei ©lieber &U* ben» Semnap laffe man fte §uerft Züt in einem ©liebe mit Dfrptung unb giplung repts antreten unb fcmmanbice bann : \ Bu Speien — abge^a^lt! Sie erfte Spulerin am repten glügel reenbet ben Äopf ItnB unb jeplt laut: (Stn6 1 Sie gn>ette reenbet ben .ßopf eben= falls ItnfS unb äcplt laut: Bftet! bte britte reieberum: Sing! unb fo mapen e$ alle ber £Rett)e nap, fciS jur legten am linfen glu* gel. 2Cuf tag Äommanbo: Sie Bieten — fep6 Sprttt— • (ober reelpe Ztifoty ber£el> rer fonft befiimmen mag) sßor! treten alle Bieten mit bem linfen gufje an, gelten bte befitmm* ten Spritte sor unb ripten ftp reieber reptS in bie gerabe £t* nie ein» Stnb bie Spulerinnen alfo aufgejMt, fo lagt ber £e£)s rer nun bie folgen. $aben bie Spülerinnen bie gerabe Stellung reof)l begriffen, unb reiften fte ftp mit einer anftanbtgen 2etptigfett, bte niptS @r$reungene3 ober 2Tengjilipe8 burpblicfen lajjt, in berfelben $u galten, fo fommanbtre ber £el)rer: Sie Ginfen gefyen an bte Breeien — üor! reorauf fammtlipe Ginfen, mit bem linfen gujj guerft tiotfpret* tenb, fo reeit ben Breeien ftp ncpern, baß fte einen Sprttt fyins ter benfelben ju freien fommen. 5(uf: $anbe aufgelegt! legen bie Grinfen pre $anbe fo auf bte Spultern ber Bleien, baß bie titer Singer jeber *£>anb nap bet SSruft ju ; unb bie Sau* men an bte Spultetblätter §u liegen kommen» Sarauf erfolgt öa3 Äommanbo: 6 \ r S5 e i b c 2Trme — fyocf)! auf welches bie Zweien bie geflretf ten 2frme emporheben. 2(uf: ßangfam beeren! fangen bie 3wetcn an, ihre #rme üon Dorn nach hinten in einen jtreiö langfam ju brel)*n; wd'brenb bie Crinfen mit il)ren tiier Ringern bie g) a U ! erfolgt. tiefer fommanbirt nun weiter: Die £änbe ue.rwenbet jurüefgenommen! bie (5infen ergreifen bie üerroenbeten $a'nbe ber 3weien, gan$ fo, wie e3 in ber erfren Vorübung ber ßetjrer getfjan |)at. ger= ner auf:' #bwechfelnb nieber unb in bie — Jpotfl laffen ftd) bie @infen unb bie Zweien jugleid), mit nach aufjen gerid)teten Änieen, langfam nieber unb wieber in bie $b'be, ebne bie gerabe Haltung be6 £)berförper$ im ©eringjfen 5U verlieren. 2fuf: £alt! rid)ten fid) beibe Hummern langfam in bie $o'be unb lafien bie 2£rme wieberum an ben langfam, getfe an getfe ge* fdjloffen, fo weit als mogltef) niebet/ unb etheben ftcf> eben fo langfam hiebet« Sabei laffe bet immet bie gute $ali* ung beS £)bet£örpetS beobachten; namtiö) betreib unb bie ©d)u(* tem sutücf, ba$ Ovücfgtat gewölbt/ bet £)bet(eib aus ben Ruften unb bet Äopf au3 ben ©chultetn frei unb ungezwungen f)erau& gehoben, StefeS 2fuf * unb SWeberbewegen laffe man öfter wiebetbo* len unb fommanbtte bann: $anbe behalten — gufjfptfcen an bie getfen — .2(b wechfelnb — gang niebet unb in bie — £of)'! SSeibe (Schülerinnen fe|en auf ben jweiten itommanbotuf bie güfe fo gequett t>ot einanbet, baß bie linfe gußfpt|e bie getfe be$ testen unb bie teerte guffpi&e bie getfe be$ linfen gujjeS berührt. 2£uf ba3 btitte ^ommanbo etfolgt biefel,be Dftebetbieg* ung wie obeu. 2fuf: ffalt! bleiben 2füe ruhig tn bet aufgerichteten Stellung flehen« #uf: (Berabe Stellung unb $änbe to§! witb bie gewöhnliche getabe ©teliung wiebet angenommen. £iet* nach fommanbirt man: @ingetücft — Sflarfch! 2f tle (£mfen machen SKechtSumfehrt, unb gwat auf bet rechten getfe. SBotyrenb biefet Stehung beginnt bet linlle guf ttotwattS ju fchtetten; bie (Schülerinnen machen auf ben btitten (Schritt -g) alt, unb auf be$ SehtetS Äommanbo: (Sin§! — jwei! — brei! machen bie Crmfen bie f>atbc SSenbung rechte unb_ (teilen bie gtontlinie mit 3wifd;enraumen wieber her. SCuefrüdung fceS föorpetd auf fcer Stelle. Set 3wec? biefet Uebungen ift, bie ©liebet getenf, elafftfcfo unb t'taftig, bie Gattung fidjer unb Mellich ju mad;en, Set 8 £ehrer betreibe fte mit Sorgfalt unb nicht mit t>teten anb umfaßt t>on unten ben linfen EU lenbogen unb bie linfe #anb eben fo ben rechten, (£af. 4. »9. 43.). 3n bie — ftob/! Die (Schülerinnen ergeben ft'd) langfam auf ben auSroartä gerid)teten guffpifeen. Serfe wirb an gerfe gefd)(offen unb bie regelmäßige Haltung beö Körpers üollfommen beibehalten. lieber ! 3m ber nämlichen Körperhaltung laffen ft'd) bie (Schülerin- nen nieber. 2fuf ba$ Kommanbowort: 3n bie — ftor/! ergeben fte ft'd) wie vorher auf bie guffpifcen. ©ans — nieber! 3e£t laffen ft'd) Mt nid)t bloS auf ben ganjen gu£ nieber, fonbern biegen auch bie Kniee, fo weit nur immer möglich, aus* n>art3. Dabei ift mt)t in Dbafyt ju nehmen, baf ft'ch bie gerfe fo wenig als möglich x>om SSoben erhebe unb ber £>berforper feine gerabe Haltung nicht aufgebe. 2fuf: 3n bie — ffofr'! erfolgt bie Erhebung be3 Körpers im ©leichgewidjte fo weit, baß er wieber auf ben güfen feflfteht. 2fbwed)felnb — gan$ nieber unb in bie — $ o b' ! Die vorigen Bewegungen werben ganj in berfelben 5ßeife wieberbolt, nur 'mehrmals aufeinanber folgenb, bis ber Seb^J burd) baS ftalt! bie gerabe (Stellung wieber annehmen laßt. 3n bie - £o£! Züt erheben ft'd) auf bie gufjfpifcen. SO? i t angefpannten KniemuSfetn \ auf — gefchnellt! Die Kniee Oleiben feft gefireeft unb baS 2fuffcf)nelten wirb lebigltd) burd) bie guggetenfe bewirft. Diefe Hebung vermehrt nicht nur bie ElafUcitat unb Kraft ber gußgelenfe, fonbern fefc igt auch baS Otücrgvat burd) bie #nfpanmmg unb gleichzeitig h^ ,; 9 t>orgebracbfe @rfcl)ütterung* Sie <&ü)üUx'mmn fcfyneften fjtäj fo lan^e auf, bis £alt! fommanbirt wirb. 2Cuf ein abermaliges „ ' 3n bie — £ot)M erbeben fte ftd) hiebet auf bie gu|fi)i|en. üftun Fommanbtrt ber Sekret \ SDHt loSgelaffenen ÄniemuSfeln auf — gefd)nellt! SSet bem nunmehrigen 2fuffd)nellett werben bie Äniee loSge= taffett, b. l> bie SftuSfeltt berfetben nicht angefpannt ober nicht burchgebrücft* Ser £>ber£orper aber behalt feine gerabe unt* ge= fällige Haltung unb bet'm 9?teberfprunge berühren nur bie guf* fpi|en ben SSoben. SSenn bei ber vorigen Uebung bie kräftig* ung ber gufgelenfe beabftchtiget würbe, fo foll bie gegenwärtige eine angenehme Seichttgfett beS Körpers bei'm #uf* unb Biebers fprunge erzeugen. Sttan fehe baber befonberS barauf, baj? ein fcbwerfälltgeS Auffallen auf bie Serfett üermtebett werbe» Sie Ueb= ung wirb fortgefe|t, bis ba$ £altl be§ SebrerS erfolgt» Sie folgenbe Uebung tft mehr auf SSefcrberung ber ©elenf- tgfeit in ben Ruften beregnet* Ser Sekret fommanbirt $uerfl: wieber : Sn bie — »ftob-! Sie Schülerinnen erheben ftd) auf bie 3at£fpi|eiu ^fStxt gefpreigten gufen auf — gefcf) ueUtl Snbem ftd) bie (Schülerinnen wie vorher auff ebneren, j?recf* txx fte in ber £uft beibe SSeine mit wobt ab* unb auswärts ge* , richteten guffpi&en nach beiben ©eiten hin etwas auS/ unb fcbliepen bet'm ^teberfprunge bie Herfen wieber an einanber an, wobei aber biefelben ben S3oben nicht berufen burfett» £aU! beenbigt biefe Uebung, unb fte wirb nun etwas mobift'ctrt wie- berbolt, nämlich auf: Sn bie— £o£I_ erbeben jtd) bie Schülerinnen abermals auf bie Suffpifcen, unb auf: 10 sjftit gefprei^ten güjjen unb gefreutem tJcieber* \ fprurtge auf — gef chnellt! fdmellen ff« ft'ch in bcc vorigen 5Beife in bie ^of>e, fragen ab« bei'm 9freberfprunge bie SÖeine freujweiS übercinanber , fo bafj baS eine Sftal ber rechte, baS anbere 9J?al ber linfe gujj t>or* jufteben fommt. Stefe Uebung wirb nur bann gut auSge* führt ju nennen fein, wenn bie Arme unb ber Öberförper wabrenb beS Sprunges in ruhiger, gerabec Gattung bleiben, bie gupfpi^en abwa'rtS unb auswärts gerichtet ft'nb, bec 9Zteberfprung nicht fchwerfallig-, fonbern leicht auf ben gupfpiijen erfolgt, unb baS eine Sttat bie redete gerfe bicfjt üor bec linfen Sußfpifce unb baS anbere SDtal bie linfe gerfe ' bicht ttor bec rechten Supfpi&e ju flehen fommt. 3ur 23eenbigung bec Uebung wirb \ #alt! fommanbict. ( (Sine anbete Sttobiftcation ijl folgenbe: Sn bie — $ßy\ Abermalige Hebung auf bie gußfpifcen. ©an$ — niebe c! Sie Schülerinnen biegen, ben £)ber£örper gerabe r)alfenb, bie Äniee wohl auswart« gerichtet, ftd) ganj nieber unb bleiben in biefer gebogenen Stellung bis auf baS Äommanbo : Auf — gefcfjnellt! Augenblicklich fc^neUen fte ftcr) t)om SSoben auf, 53ei'm 5?ie- berfprunge ftreefen fte bie Äniee unb gupfpifcen unb fallen leife auf, jugleich peljen fte gan$ gerabe unb ruhig wieber ba. \ Surfen abwechfelnb auf — gefcbnellt! Sie Sd)ülerinnen fcrmeUen eine Serfe um bie anbere fo weit als möglich furj tymuf. Sie glechfen ber .Kniegelenke follen hierburch ausgebest unb gefebmeibig gemacht werben. \ %att\ Um bie S3iegfamleit beS OtucfgrateS unb bie S5eweglicf)fett beS £)berförperS überhaupt 51t beförbern, lapt man nun folgenbe Uebungen machen: #dnbe — uor! Sie Schülerinnen (äffen bie Ellenbogen loS unb bringen betbe ^)änbe in bie früher befdjriebene h«ai>hanoenbe Sage. Biegung nach — t? r u 1 Sie Schülerinnen biegen langfam ben D&etforpe* nad; mm Ii herab unb $war fo weit, bafj fie, bei j^angM f)tttä§m§tn'bm Armen, mit ben Ringern siemlid) ben ©oben erreichen. £>abei bleiben bie gu£fpi|en auswärts, bie gerfen gefd)(offen unb bie Äniee Dollfommen bucchgebcücfc. ©offen fte ftct> aus biefec St* tuation wtebec ergeben, fo fommanbirt ber 2ei)rec: 3n bie — j)o£! worauf fte ben £)berforper langfam ergeben, wobei bie £änbe wieber an bie Seite fommen* 3ur entgegengefefcten SSiegung fommanbirt bec Sekret: 23eibe Ellenbogen in bie #anbe — genommen! £)ie (Schülerinnen freuten wie oben bie Unterarme. auf bem 9?ücfen unb umfaffen bie Ellenbogen mit ben #anben. SSiegung nach — fjinten! £)ie Schülerinnen $iehen baS ^inn an, bamtt bec #als md)t berauSgebrücft wirb, unb biegen ben £)berforper, fo weit als eS ohne Anjlrengung möglich ijt, hinterwärts. SMe gerfen bleiben anetnanbecgefchlofien, bie .knie aber werben, fo Diel als nothig t|t, um baS Gleichgewicht beS Körpers §u behaupten, loS* gelaffen* 2Cuf : . Sn bie - ftor/l erfolgt bie langfame SBtebererhebung in bie gerabe , Stellung. « 2infe £anb — tyo*! £)ie Schülerinnen ergeben ben linfen Arm unb ffreefen ihn feitwartS in bie #ö'he, woburch bie linfe Seite angefpannt wirb, S5iegung — re chtS l Sie biegen ben Körper aus ber linfen #üfte nad) bec red)= ten Seite §ü, wobei ftd) bie rechte $anb nach ben ßenben fenft unb ber linfe Arm gerabe in bie #b'he geftreeft wirb, 2)abei bleiben gerfe an gerfe unb ^nie an $nie gefchloffen, unb bec £>berforper barf nicht im Sftinbeffen vorfallen, Buc S3eenbigung biefec Uebung wirb fommanbirt: 3n bie — £oh'! SSei'm langfamen Aufrichten wirb bie linfe #anb wiebec an bie Seite h^abgela([en* fechte £anb — hoch', hiernach erheben bie Schülerinnen bie redete $anb toU üor= her bte linfe* Siegung — linfS! , £>iefelbe Uebung witb entgegengefe^t , b. 5.. nad) ber linfen Seite §u, wiebei'holt» 12 Sa bie — (Erhebung wie vorher. 2infe #anb — hod)! 2ßieberf)olung beS £)bigen auf baffelbe Äcmmanbo. 2£bwed)felnbe S5 tegu ng — red) t3 unb Hüft! 2fUe machen bie betriebenen SStegungen rechts unb linfS, bis ihnen baS »galt! beS £ebrer§ ein Siel fe|t. 9iad)bem nun bei biefen üerfebiebenen Bewegungen bie §üfje, Scbenfel unb Ruften tioqüglid) berüefftebtiget werben fmb, fo Qer)en wir ju einer gleichmäßigen #uöbilbung ber cbern ©lies ber über, woburd) aud) biefe gelenf unb fraftig werben feilen. Um biefen 3wennen= feite ber #anbe ift nach außen gewenbet. ßangfam bceh'n! 3>nbem ber Popf unb ber ganje übrige Körper feine gerabe rul)ige Stellung behauptet, werben bette Ärme langfam gebreht, fo baß fie, üon tjorn nad) hinten unb juccfl t>on oben nad) im* ten, bann ücn unten nach oben fid) bewegenb, einen Preis be* fchreibem 2(uf: £alt! faffen bie Schülerinnen wieberum bie tfrme an ben Seiten h^ s abfinden, ohne babei bie Schenkel jlarfec ju berühren/ ober ei* nen 2(nfd;lag an biefelben §ören $u taffett. SS ei b e #rme — f> d) ! 5ßie vorher. \ Sdjnelt — breh'n! Siefelbe Preisbewegung bec 2(rme erfolgt jefct mit moglid)* per Schnelligkeit» £alt! ©etabe, ruhige Stellung- 13 2(b wechfelnbe Preisbewegung ber tfrme! — @inS! Die linfe $anb »erlaßt guerft baS Pfeib, $anb unb 2(rme runben ftd) gefällig unb baS innere ber $anb t|f einwärts ge* wenbet» wieber fenft, beginnt ber redete, fiel) am Körper herauftubewegen unb ttollenbet hu\ziht Uebung, in welcher bei* be 2l~rme abwechfelnb fortfahren, bis ber £ef)rer fommanbtrt £5et biefen Bewegungen wenbet ftdj ber Popf allemal nacr) bem ?Irme, welcher bie Drehung üolljteht, fo bafj bie «Schülerin jebe Preisbewegung ber #anb mit ihrem freunblicfyen SSltcfe be* gleitet* Sie geb allten § dnbe feitwarts auf bie «Schultern, \ — gurüc! — gefchlagen! Sie «Schülerinnen frümmen bie Ellenbogen unb legen bie gufammengeballten $dnbe feitwarts auf bie Schultern; bann fchnellen ft'e, erfl bie linfe, bann bie rechte Sauft mit gefrreef* tem 2frme frd'ftig 5urücf, als wenn ft'e Semanben, ber hinter ü> nen jMnbe, mit ben gaujren fchlagen wollten. Jpterburch werben bie Schultern surücfgebracf)t , bie SSrufr erhoben unb gewölbt unb bie 2(rme gejtdrft. \ S3eibe 2£rme mit geballten #dnben — hoch! \ SoppelfreiS über bem — Popfe! Ser linfe Unterarm beginnt bie Preisbewegung ü6er bem Popfe unb ber rechte folgt nach» Söeibe #dnbe mit ben tnnern Slawen ttom — : j - gufammenl Sie «Schülerinnen frreefen bie 2frme gerabe in gleicher $ofyt mit ben Schultern t>or unb legen bie $anbflachen gufammen, fo baß bie Säumen ftcf) oben befinben» V 3 u r u cf * unb üor — gefchlagen! Sie (Schülerinnen fchlagen bie #rme surücf, fo bafj fic fyn- 14 ter bem 9?ucfen mit ben 9?ücffeiten, bann roicbec oorn mit b«n glasen sufammentreffen, biö \ fommanbirt wirb. \ S3 e tbe #änbe mit ben Sßücffeiten Dorn — $u fammen! Burücf* unb t>or — gefdjlagen! £>iefelbe Uebung, nur bajj bei bem Söorfcfylagen bie Ü?ücf- feiten unb bei bem 3urücffd)lagen bie inneren v£)anbfld'd)en ju» fammentreffem tnb biefe Uebungen beenbiget, fo wirb e$ Bett fein, aud) barauf fjtnjuwtrfen, ba$ baä ^alögelenf lo$ werbe unb bie€:d)ü= terin ftd) gewogne, langfam ober fd)neU ben .ftopf unb bie 2Tu* gen naef; ber einen ober ber anbern (Seite $u roenben, ofyne ben übrigen Körper babei ju bewegen* Sttan laffe alfo nun Äopf* wenbungen machen unb fommanbtre: S3eibe Ellenbogen in bie $anbe genommen! £>iefe$ gefcfyiefjt wie oben, mit auf ben Diücfen gelegten Un» terarmen. 2Tugen — red)tö! £>r)ne ben übrigen Äorper $u bewegen , wenben bie &d)ftU erinnen ben Äopf mit angejogenem ^inne fdjnell redjts feitwarts, fo ba# ba$ linfe 2(uge mit ber SWitte ber S3ru(t in eine 2inie j'omme. tfugen — gerab * — au 6! (Schnell unb prtfctö roenben fie ben Äopf wieber gerabeauS, - in bie torige Stellung. \ tfugen — linfö! £iefelbe Jtopfbewegung linB, wie t?orr)er recfytS. \ 2(ugen — getab' — au6! Söie oben. £)affelbe wirb mehrmals wieberfjolt unb bann lagt mein btcfelben Bewegungen langfam machen, wobei man aud), um bieg ben berforper barf nicht wanfen. 2utf: \ . B u r u cf ! Siehen fte benfelben gu| mit ein tvenig nad) aufjen gebogenem Änte surücf unb ftreefen benfelben wieber. Die gußfpi|e bleibt auswärts unb nach 23oben gerichtet. 2fuf : \ SSor! ftreefen fte benfelben mit auswärts gerichtetem ßnte unb $ufge= lenf wieber vor unb bleiben fo lange in biefer Stellung, btS fom* manbirt wirb: Das guf?gelenf gebreht! Seit bewegen fte bie linfen guffpi^en in einem Greife tyv* um, ungefähr fo, als wenn fte an eine vor ihnen ßebenbe SBanb mit ber gu§fpi|e einen ÄreiS zeichnen wollten. 3*bod) mufj . biefe Meidbewegung, nur mittels beS gu§getenfeS fcewerfjfetttgrt werben, baS ^nte bleibt unbeweglich geflrecft unb bie gufifpi&e ffets auswärts nach bem SSoben gerichtet. 3ur SSeenbigung biefer Uebung wirb fommanbirt: • *•* \ 25eige§ogen! worauf bie Hüterinnen ben linfen guß an ben rechten inDathe {teilen. IG 2fuf bicfelbe SBeife trieb tiefe Uebung mit bem rechten gufie gemalt, auf bie «ftommanboroocte: fRttytex gu£ — t>or! Bucütfl . - \ £oc! £)a$ gu fgelenf g ebeert! S3 e t g e $ o g e n ! Reifet fommanbict bec Sekret: ßinfer gufj — tot! SDie «Schülerinnen flcecfen ben linfen gu£ öor, tüte üotfyer* SD? 1 1 eingeranntem £nte unb gufgelenf — f leinet ff t e i § ! SSocfyec würbe bec ÄreiS mit bec gu{?fpi£e 6lo3 bucer) eine {'(eine feeisformige 33ert>egung be$ gufgelenfeS befcfyrieben ; jefct abec bleibt ba$ gu£s"unb Änieegelenf gejlrecft nnb bie ^reiSbe= tüegung wirb mit bem ganzen SSetnc burrf? SSeraegung au$ bem v£üftgelen£e fyerüorgebracbt. -Dag ^nie be$ feffftefyenben rechten gufeg wirb feaftig burcfygebrücft, um ben £)berfocpec in bec uu> igjlen Sage §u erhalten* £uc £3eenbigung bec Uebung erfolgt ba6 Äommanbo : SSeigejogen! £5iefct6e Aufgabe tyat nun bec redete gujj auszuführen auf bie Äommanbowortec: 9?ecf)tec guf — üoe! SD? 1 1 angefpanntem Änie unb gufgelenf — fletnec ÄcetS! S3 e t g e 5 o g e n ! Buc weiteren gortfefcung bec S5alancirübungen be§ üorperS femmanbice bec £el)rec abeematö: Sinfec guf — üoe! Söie oben. ffeetfen! SDie wofyl auSrotogecicfytete unb ttadr) bem 33oben fjecabge* gefenfte linfe guffpifce umfdjtetbt einen möglich großen £retö um ben fefifhtyenben gup tymm, unb groat einen Boll vom S3oben entfernt. Se tvenigec ft'cf) babei bec £>berforpec tvenbet, 17 be|fa beffet ift bie Uebung au§gefttytt. ©te tf* t>ot unb sutucf fo lange fortjufe^n, bis S3eige$ogen! fommanbitt witb. Stefetbe Hebung tft mit bem rechten guße $u n>tebetf)oren auf bie ^omroanboroortet : \ 0? e d> t er guß — fcot! u, f, nv Um ju einet anbeten Uebung ubet$ugef>en, beginnt man mit bem Äommanbo: \ 2tnfet guf — t>ot! i 3jt ba$ in eben fcefcfytiebenet SSttafe gefcfyefjen, fo fommanbivt man wettet: 2fu6 — gefd&nellt! wotauf bie ©Hüterinnen ben bezeichneten guj? getabe üot ftcfj f)in ftdftig auöfdmellen, aß wenn fte einen t>ot i^nen liegenben , ©egenjfanb plofclid) wegffofen wollten, wobei abet natürlich bie gujjfpi|e ben SSoben nid)t berühren barf» 5D?an lagt biefeS 2fu6= fcfyneUen mef)tmal6 fyintet einanbet wiebetfyolen unb beenbigt e$ burd>: ^ SSetge^ogen! Siefeibe Uebung roitb mit bem testen gufje wiebetfjolt. <£tne anbete Uebung tfi folgenbe: * ßinfet Untetfcfyenf et — aufgelegt? Sie ©cfyületinnen legen ben linfen Untetfcfyenfet. gequett auf ba$ tecfyte Änte, unb auf ba$ Äommanbo: 3n bie — £o£l ; ergeben fte ftd& langfam, olme baS ©letd&gewtdjf $u toerlteren, ' auf bie tecfyte gufjfoifce* ©obalb biefeS gefcfyeljen, fommanbitt - man: £3eige§ogenl 3ut SBiebetfyolung tecfyts, witb eben fp fommanbivt: £R e cf> t.e c Untetfcfye nf el — - aufgelegt! 3n bie - W ij ! SSeigeaogen! Sann fommanbite man wettet: 18 ßinfer Unterfd)enf et — jurücfgelegt! Sefct noirb bec genannte Unterfdjenfel gequert in bie rechte £niefef)le gelegt. 3n big — £0^! ES erfolgt bie Erhebung auf bie rechte guffpifce* SSeige^ogen! Saffelbe wirb ebenfalls mit bem regten gufe wieberfyolt. hierauf : See linfe guf bleibt fielen, bec redete balancirt! — liebe r! Set linfe gufj bleibt fefi Men, bec rechte wirb mit an= gekanntem $nie* unb gufgelenfe nad) tiom $u erhoben, fo bajj er in eine wagered)te Sage fommt. 3>n tiefet (Stellung wirb nun baS linfe .ftme gebogen unb bet allein auf bem linfen Seine rubenbe Körper wirb fo weit als immer moglid) ^»erabgclaffen» SaS redete SSein bleibt, ofyne ben SSoben §u berühren, Borges ffreeft unb wirb fdjwebenb erhalten. Um baS ©letd)gewid)t ju behaupten, neigen bie Schülerinnen ben£)berforper etwas üor unb ffreefen beibe #a'nbe unb 2(rme in paralleler 2inie üor ftd) aus. 2Tuf: S3eigegoge n! erbeben fte für) langfam unb fegen bann ben testen guf wieber tubig an ben linfen. Siefelbe Uebung ijl red)tS ju wteberfyolen* 2Cuf baS Äommanbo beS £er)rerS: ©rupp enbalan cic*©tellung, bec linfe guf bleibt flehen! — EinS! erbeben bie ©cfyülerinnen (angfam unb gemeffen baS rechte 33 ein mit auswärts gewenbetem Änte nad) t)inten ; ber rechte guf tft hierbei ebenfalls gurücf * t jeboer) nad) aufen ju, ungefd'br bis 5ur gleichen »&or)e mit bem linfen ^nie, geftreeft. Ser linfe guf I bleibt fefl mit burd)gebrüon bec te Schultern werben natürlich surütfgenommen , bie 23 ruft i)f gewölbt unb ber 9? öden einwärts gebogen, berÄopf frei unb mit leichter Unmufy erhoben, unb ber gan^e Äorper neigt fid> , um ba3 @leid)gewtcf)t §u behaupten , etwas vor. SBenn ber Körper fcfyon eine gewiffe Sicfyerfyett unt> geffig* fett erhalten f>at , fo tt)trb bie Spulerin biefe Stellung, auf ber auferffen §u£fpi$e fiefyenb, ausführen* sftapbem ber 2ef)rer bie Schülerinnen eine 2öeile in biefer Stellung f)at verbleiben laffen , fommanbirt er ; S5 e i g e ^ ogenl SMefelbe Stellung wirb v bann recf>t6 ausgeführt, auf baS Äommanbo: ©tuppenba lancir = Stellung , ber repte gujj bleibt jlefjen! — ging! 33et biefen Stellungen wirb überhaupt allemal ber 3(rm an ber Seite, wo berguß feftftefyt, mefyr erhoben unb jener, wo bag S3ein in ber Spwebe ffcf> befmbet, mit ber Seilte ber Söruft in gleicher <$'6t)t gehalten» hierauf wirb e$ notf)ig fein, bie verfpiebenen Körpers burdjjunefymen unb einzuüben» Sie f)aben an (tcr) feine Spwter* igfeiten, bod) iji eö unerlafjltp, baf fte benimmt, rafp, ft'per unb in richtigem SD?ape Donogen werben» GfS fommen SSier» tel, r)albe, ganje, 2Cptel = , S)reiad>tc(= unb günf* aptel * Söenbungen vor* Um bie $8erfptebenl)ett biefer 5ßenbungen ben Spulerinnen begretflip §u machen, lafie man fte einen Äreiö, in apt gleiche Steile abgeheilt, ftdt> benfen, wonap fie bann baS Siftafj ber angeorbneten Söenbung ju nerjs men fyabem S5ei allen biefen Sßenbungen wirb ber Äorper ge* rabe gehalten unb bie £)rel)Uttg gefpiel)t auf ber gerfe be3 linfen gnfjeS, beffen Sptfce unmerflip erhoben wirb, 2ütp ber repte gu£ wirb im Moment be$ Schwunges ein wenig er» fyoben unb fogleip nap SSeenbtgung ber Söenbung wieber auf ben SSoben gefegt. SSctyrenb be$ ganzen TOS aber bleibt immer gerfe an gerfe gefploffem Sollen nun bie Spulerinnen ben vierten SfyeU be$ ^reifeö, ben fte ftp um ptert Körper fyerum gebogen benfen, burp eine folpe Söenbung befpreiben, fo fommanbirt ber £ef)rer: \ SfeptS (linfs) — um! worauf fte bei bem legten 5öorte beffe4ben ftp nap ber angegebenen Seite wenben, fo baf? baS ©eftpt an biejenige 2 * 20 (Stelle fommt, wo t>orf)et bie rechte Spultec fymgewenbet war. Um fte bie vorige Stellung wieber annehmen ju laffen, fom= manbitt man: ßinf 6 — um! ober gront! worauf fte bie Sßiertelwenbung wieber jurücf machen unb bem geltet ba$ ®eftpt gufetjren. Soll aber bie fjalbe SSenbung gemapt werben, fo gefpiefyt folpeS auf ba$ Äommanbo: \ SßeptSum (ItnfSum) — f e f> c t ! Sie (Spulerinnen bref)en ftd> fo weit reptö (ItnfS) fjerum, bafj ba$ ©eft'pt gerabe nap bec entgegengefe^ten Seite gewenbet ift, wo vorder ber Siücfen war» Soll bie fcorige grOntjlellung wiebec fjergeftellt werben, fo fommanbirt ber £ef)rer: > \ Sieptäum (linfSum) — fefyrt! ober gront! 3u ein« ganzen 5Benbung gebraupt man ba§ Äommanbo: OieptSumfefjrt (lin f Sumfefyrt) — fe^rt! worauf bie Spulerinnen if)rm ßorper im ganzen Greife f)erum= bref>en, fo ba£ ba6@eftpt gerabe wieber an biefelbe Stelle fommt, wo e$ Dorfjer war, bie gront alfo unüeränbert wiebec fyergeftelit wirb. 3ur 2(ptelwenbung fommanbirt man: 2(ptetwenbung — repts (ItnfS) — um! £>e$gleipen $ur £)reiaptelwenbung. \ £)reiaptetwenbung — teptS (tt nf d) — um! unb sur günfaptelSwenbung: günfaptelwenbung — tep tSum (ItnfSum!) — f efjrt! Um auf bem fürten Söege wieber in bie vorige gront $u gelangen, fommanbirt man: \ \ Sretaptelwenbung — rept6(linf§)— -um! ober gront! 9hm wirb eS bie paffenbe 3eit fein, bie 2)ref)ungen auf ben guffpi^en folgen $u laffem SJ?an fann biefe Uebung burp ba3 allgemeine Äommanbo: 2)rel)ungen auf ben gujjfpifcen! anfünbigen, um e§ nipt jebeS SM wteberf)olen ju muffen* Ellenbogen in bte ^anbe genommen! 2Bie oben» 21 Sie Schülerinnen erheben ftcf> auf bie guffttiett* *&al6e Srefjung rechtg! (linfg!) — ging! hierauf machen fte eine fjal&e Söenbung auf ben gug* fpifcen rechtg (linfg) ^erum, ohne btefelben vom S3oben §u ergeben unb bie regelrechte Haltung beg £>berforperg gu verlieren* Stach* bem biefe Srebung vollzogen iffc, muffen beibe Unterfcbenfel , bec rechte (linfe) vor bem linfen (regten), gefreugt ftch fejt an ein* anber angefcbloffen fyabem 2fuf bag abermalige Äommanbo: #albe Srehung linfg! (recf)tg!) — ging! bre^en fte ftdt> lieber auf bemfelben SSege unb in berfetben 8Betfe gurücf , woburch bie urfprünglicbe Stellung unb Haltung bec güfe unb Unterfcfyenfel lieber l)erge(lellt tvicb* ©ruppenbalancirsStellung, ber linfe gujj bleibt flehen! — ging! Sie Schülerinnen nehmen bie cbenbefcfyrie&ene ©ruppenba* fancteSteüung am Sn bie Sie ergeben ftd) genau in berfel6en Stellung auf bte (tnfe #albe ,Sref)ung reci)tg! (ItnfS!) — ging! Sie Schülerinnen vollziehen bie halbe Srebung auf ber linfen gu£fpt£e leicht unb ohne ben Stoiber gu erfcbüttecn, inbem ber* felbe in fetner vorigen Sage unbeweglich bleibt* Siefeg ift nicht nur einige 5D?ale &u wiebecholen, fonbern auch auf bem rechten gufe p übern 2luf S3eige s ogen! frellen bie Schülerinnen bie urfprüngliche Körperhaltung fyu See ' Sehrer fahre bann weiter fort: ©ruvvenbalanctr* Stellung, ber tinfe gug bleibt flehen! — ging! Sie Schülerinnen nehmen biefe Stellung an unb erheben ftch fogleich auf bie linfe gujjfptf}** ©ange Srehung rechtg! (linfg!) — ging! Sie Schülerinnen vollziehen biefe Bewegung, inbem fte ftch auf ber linfen gupfpt^e rechtg (linfg) gang tymmbutyn, ober viel- mehr hetumfeheauben, ba hi^bei burchaug alles Rupfen vermieben werben muß» 9Zachbem bec Selker S3etge $ ogen! befohlen (>at / läft er bie Uebnng auci) auf bem rechten gufe machem 22 €02 i t einem falben Umfdjwunge rechte! (Itnfö!) — <5tn61 3n einem 3uge t>ref)en ff e fid> , oljne au§ ber angenommen nen Stellung $u fallen, tafdj auf ber guffpifce f>atb berum unb fefjen nad? üollenbeter Seelwig fofort bie linfe guffpifce auf ben SSobem Sflan laßt biefelbe Drehung rechte (ftnfS) surütf machen unb fommanbtrt bann: «* * soeigejogen! £)affelbe aucr; auf bem regten gufe. Sernet: ®ruppenbalancir*<3tellung, ber linfe guf? bleibt ftef)n — ging! 'SJMt einem gansen Umfcfywunge red)t6! (linf$! — \ 5ßie Dornet ben f>al6en, fo machen je&t bie Schülerinnen ben ganzen Umfcbwung, worauf fogletd) wteber bte rechte guf* fpij&e: ben SSoben berührt, 9tad?bem ber ßefyret \ 33eige$ogen! fommanbirt f)at, läßt er benfelben Umfdjwung aud) auf bem red)» ten gujje madjen. @be ber ßefjrer ju bec folgenben Uebung übergebt, foms manbtrt berfelbe: 2)ie Kleiber ergriffen! *ftad) f)er: 3n bie ^oj)'! SttSbann : Wtit einem falben Umfd;wunge redjfg! (ItnfS!) auf — gefdjnetlt! Snbem bie ©djulerm mit geftreeftem Körper unb gerfe an gerfe gefctyoffen ftdr> uom S5oben auffdmellt, fcbwtngt fte ftd) gu gleicher Bett in ber ßuft fyatb herum. 2)ec 9fieberfprung ge* fließt ebenfalls auf bte gujjfpifcen unb mit- aneinanber gefcfyloff' enen gerfen. 9facbbem biefeS einige pal« geübt werben iff, fommanbirt man: €0? 1 1 einem ganzen Umfdjwunge recr/tä! (linfS!) auf — - gefcfynellt! worauf ba$ £>&tge mit einem gan$en Umfdjwunge wieberbolt wirb, 23 hiermit befehlen wie bte 2(u§btlbung be§ ÄorperS auf bec ©teile, ©ie frceifte, wie bec Sefec gefehen haben Wieb, fchon et* was hinüber in bte f>6^ete Gjtymnafitif, welche mit bec Äcaft bte (Schönheit verbinbet; benn ich erachte eS für notl)ig, baß man bei bec weiblichen Stogenb fobalb als möglich anfange, bucch bie Uebungen felbpt auf ben Sweet 5 hinjubeuten, uoeldbet uns vor* fchwebt, nämlich nicht nuc bteÄrafr, fonbecn auch ©chonhett im weiblichen Äocpec $u entwicfeln* £)utch bte anmutlwollen ©teil« ungen, bie wie jefct fchon legten, mögen bie ©chülecinnen bec (Sinftcht gefügt werben, ba| fte ntd?t genug getrau ha 5 ben, wenn fte alle bie Uebungen etchtig ausführten, fonbecn bap fte eine jebe, auch bie geringfie, fchon unb anmutr)tg Voll* enben muffen» W\t allen Bewegungen laft ftch eine ©rajie vec* binben, unb bafj bie «Schülerinnen biefe nie öernachlafftgen, bat* auf acbeite bec £el)cec unabldfftg fjin. 3wac laßt fiel) biefe ©ta* Sie nic^t einlernen, eben weil fte etwas gceteS, etwas von. innen heraus 3tcmmenbeS, ich möchte fagen, ein Sßljetifö« £auch ift, ben bie ©eele übec i^cen ^öepee gießt; boch fann bec Se^rec bucch feine Anleitung unb feine ^cinnecungen auf ecoebentlich viel babei thun, unb wenn ec nicht eemübet, fo Wieb ec bie geeube ecleben, auch anfangs linfifche unb ungefchief te , mit wenig gaff* ungfeaft unb geringem ©chönheitfmn begabte (Schülerinnen auf er* fceultche Söeife h«au8$ubilben. greilid) wo bec gute SBtlle fehlt, wücbe alle 9ftüf)e verloren fein, bec 2ebrec fonnte ben Äöcpet wohl ftellen unb richten , boch niemals ihm jenen lebenbigen #auch bec (Schönheit geben, bec aus bec (Seele f ommt, -unb bie Bewegungen muß ec boch bem guten SBillen bec (Schülerin ubec* laffem Ü# bebaef wohl übrigens faum bec Erinnerung, baß man $u feinet folgenben Uebung obec 2£btheilung übergehen barf, be* vor nicht bie (Schülerinnen in bem Vorhergegangenen bie gehör* ige gectigfeit erlangt haben» 24 3 w e i t e 2C b t & e i l u n g. ©ancj-- imt> Sauf = Uebunäcm SSeenbigung bet auf bie tfuSbilbung be§ ÄorperS berech- neten Uebungen auf ber ©teile unb naebbem unfere iBoglinge »b 5 ten Körper t)erfd)iebenarttg mit2(nj!anb ju beeren unb $u wenben gelernt, wollen wir fte nun unterrichten, ihren Körper regelmäßig, leicht, anjHnbig unb gefällig von einer ©teile juc anbern $u tragen, wir wollen if>ncn burd) bie verriebenen Sflarfcbübungen ba$ eigentliche ©eben lehren. 5ßie jeber SSflenfcb feine eigentümliche SBeife, ober bod) wenigftenS etwas Eigentümliches in feiner Söeife ju fprechen, ju fdjreiben u. f. w, bat, fo f)at auch «i« 3eber feinen befon-- beren ©ang, unb S3e£annte erfennen einanber eben fcwoI)l am ©ange, rote an ber ©pradje unb an ben ©ebriftjügen. SEftan bat baber nicht nur aus ben ©eficbtSjügen unb aus bem 25aue beS ©cbäbelS ben (Ibarafter eines Sftenfcben beurtheilen ju formen behauptet, font>em auch aus ben ©ebriftjügen unb aud) auf bem ©ange; unb t$- läßt fich nicht täugnen, baß in biefer merfung etwas 2öal)reS liegt, ba bie ben Körper regierenbe ©eele auch ben Körperbewegungen eine ihrer S3efd)affenheit analoge 2(rt unb SSeife aufOrücfen wirb, £)em fei nun wie ihm wolle, fo ifl bod) gewiß, baß nicht aller 2eute 2frt unb 3ßeife $u gehen $u empfehlen ift; benn bie flücbtigfte Beobachtung jeigt unS, baß man regelmäßig unb unregelmäßig , baß man gefällig unb wiber- Ucb, baß man anftänbig unb unanftänbig, baß man §ierlid) unb plump, baß man natürltd) unb geaiert geben Jann. (Sin fd)led)ter ©ang ermübet ben Körper, ober ifl auffällig, ober lächerlich unb verunftaltet auf jeben gafl bie junge £)ame, beren (Srfcbeinung einen guten (Sinbrucf machen unb ben ©cbönheitfmn auf feine lixt beleibigen foll. 9lid)tS tft jur Aneignung eine» regelmäßigen ©angeS nüfc= liehet als bie 9ftacfd)übungen, £s verftebt ftd) von felbjt, baß man bie Räbchen bei ben ©angubungen nicht wie ©olbaten auftreten laffen barf , fonbern bie Seichtigfeit unb ben 2fnffanb, welche bie weibliche Körperbau^ ung erheifcht, bamit vereinbaren muß, £)urd) bie taftmäßige 25 gortbewegung fRtty* unb -©lieb gletd;en ftd) manche geiler fcfyon t>on felbjt au§. 3m Allgemeinen tfr golgenbeS ju beobachten: @rjten$ wr* nacftldffige man bei'm ©eben bie ^regelmäßige Haltung be» ffife per§ ritd>t, ober l)üte ftd), fte wä'brenb bec Bewegung $u t)er= Heven, obne jebod) fo jretf einl)erjufd)teiten/ baf e£ fd)eint, als ba'tte man im ganzen Äorper fein ©elenf weitet ata in ben gügen. gernec üermetbe man taftmdjnge Bewegungen be$ ÄopfeS, ba$ Scfyleubem mit ben 2frmen, ba$ Streifen bec ginget ober gufammenballen bec gdujre. ^)auptfad)licl) abec ftnb bie güge ju berücfftcfytigen. *ftatürlid) leicht, ftdjec unb gut wirb man gelten, wenn man auf bem y\attm guge auftritt, bie güfe gerabe auffefct, b. f). fo, bag webec bie innere, nod) bie dunere Seite juerjl auf ben 23oben fommt, bie gufjfpifcen vocty ouöwacW rietet unb wofyl fenft, fo, bajj guecfl bie ©j>i$e unb bann ber gange SSaUen ben SSoben berührt, wenn man bei je= bem Schritte bie Äniee jirecft, bie Schritte webec $u gcofj nod) ju flein, fonbern einen fo grog wie ben anbern mad)t unb et* nen ungezwungenen Saft im ©eben fydlt. hierauf wirb nun bec £ebrec bei ben ©angu6ungen bec SD^dbdjen ju ad;ten fyaben. 2Cuc^ wirb ec wol)l tfyun, wenn ec bie Schülerinnen bie 2(rme bei ben t>erfcbiebenen ©angarten nid)t immer auf einerlei 2öetfe tragen lagt. £>a$ eine 50?aC fönnen fte bie 2Crme natürlid) fyecabfydngen laffen, ein anbec SM ju beiben Seiten ba$ ^leib erfaffen (SEaf. IV. gig. 45) ober bie Ellenbogen in bie £d'nbe nehmen (Saf. IV. gig. 42) ober ben fernen biejenige Sage geben, bie fte in bec ©ruppenbalanctr- Stellung fyaben. 2fud) fonnen in einigen (Gangarten bie Sd)üle= rinnen ffd) mit erhobenen $dnben erfaffen (&af. IV. gig. 44) ober hinter bem 9?ücfen ftd) gegenfeit.ig bei ben Rauben ergreifen (Saf. IV. gig. 43) unb alfo ftd) fortbewegen. Bu biefen Uebungen nun lagt beeßebrer feine Schülerinnen mit gül)lung unb 9? t d) tu ng im ©liebe antreten. Süftit güfylung, b. r> eine 3ebe mug it>re 9ftad)barinnen $ur SRecfyten unb 2infen füllen, ofyne tfyr fo nafye ju fein, bag im 2ftarfd)e baburd) ein ipinberntg entfrebt; bafyer werben bei natürlich fyerabfyangenben 'Armen linfö unb red)t6 bie Bermel bec Kleiber ftd) leife berühren. 9J?it 9vid)tttng, b. b. mit einer mdgigen $o:pfbrer;ung nad) bec Seite, wobm ftd) gerichtet werben foli. 3e nad) bem ^ommam bo: 3Ud)tung red)t$ ober tinföl nimmt bie 9?eu> bec Schülerinnen nad) ber am rechten ober linfen glügel beftnblt= d)en, bie aWein gerabeauS ftebt, bie 9vid)tung; bieg wirb gut ausgeführt fein, wenn, ift j. 33. 9iid)tung red)t$! fomftranbitt worben, eine jebe bei geringer ^opfwenbung mit iljrem rechten '^fuge einen Sd)tmmer t)on bec SSruft it)cer britten 9Jad)barin ft'et)t. S5emerft fte gac mdjfö von biefer, fo fielet ober gel)t fte . 26 ju weit jurucf unb muß baber t>orrücfen obec if)ce a§ t>ecldngecn, bis ft'e in bie 9?td)tung gekommen tft. ©iebt fie ju üiet, fo ffef)t ober gcf)t fie ju weit tiorn unb muf entweber jus rüditreten obec if)ce ©dritte etwas t»ettur$en, um bie Dftcfytung $u gewinnen. SSei'm ©ange t>cr = unb rücfwdrtS gefd)iebt allemal ber Tin-- tritt mit bem linfen guße. £)aS Sttaß beS etfür$t* £)rbtnd'rfd)rttte redjnet man bei ber ©angübung ber weibs liefen Sugenb ungefähr 100 bis 105, ©efd)winbfd)rttte 120 big 125 unb Srabfcbritre 250 auf eine Minute. Gnne befrdd)tucf)e Erleichterung ijl eS, wenn ber Setter im Anfange bei jeber ©angart laut ben £a£t angibt. £)ieß fann gegeben im £)cbindrfd)ritte burd): linfS unb ced)tS! im ©es > \ \ ^ fd)winbfd)ritfe buref) WteberbolteS: einS! gwei! brei! t> t e r ! unb im Srabfdjritte burd) wieberfyolteS unb furj auSgeftoßeneS : UnfS! red)töi 3ur Aufmunterung unb gum Vergnügen wirb cS bienen, wenn ber ßefyrer fpater burd) eine Srommel obec etn= ige Slaötnftrumente ben £aft angeben läßt ßuerfi muß baS ©eljen gerabeauS geübt werben, bafyet wirb fommanbict: \ £)cbindrfdbcitt— ttorwdctS — £0? vt c f d> i 23ei ben erften Söcrten fdjon legen bie ©d)ülermnen bie Schwere ifyreS Körpers unmerflid) auf ben redjten guß , bamit auf: Sftarfd)! ber linfe mit Kraft unb 2eid)tig!eit t>orfd)reiten fann ; bie guß fpifce muß babei wobt auswärts gerichtet, baS Knie bei'm 9?iebertcttt wof)l geftredt unb überhaupt ber gan$e Körper nad) ben oben angegebenen Siegeln gehalten werben« ©obalb bec linfe guß ben SSoben wiebec ercetd)t, ecfjebt ftd) bec redjte jum $ßorfd)reitem Auf: \ £alt! welches bec ßeljrer in bem Augenblicfe auSfpcedjen muß, in wel* d)em bie : N 33ei tiefer ©angart gelten biefelben Regeln, töte bei'm orbt* nd'ren ©d&ritt, mit 2(uSnal)me beS babei an^uneJjmenben fdwel* leren ' Safts, was fcfyon oben erwähnt wotben tjl* 3Beiter fommanbitt ber 2et)rer: £r abfcfyritt, vorwärts — Sftarfcfy! 2fuf bie Äommanbowort«: Srabfcfyrttt, vorwärts — fließen bie ©Hüterinnen ben Sttunb fe(t unb nehmen üjren £>berletb etwas me^r t?or. 2fuf : Sftarfrf)! treten fammtlicfye Schülerinnen fcfynell mit bem linfen $u{? an. Sßet biefer Uebung ift eS beS SefyrerS $PfItd)t, baj? er feine Schülerinnen anfänglich ^oc^penS 40 bis 50 (Schritt vorgehen laßt, bamit biefelben nicht §u fe&t ermübet unb angejtrengt werben. 9hm folgt gunacfyjt baS Surücfen ober Seitwärts* - f erretten, $u welchem fommanbtret wirb: £)ie Ellenbogen in bie £anbe genommen!*) unb wenn biefeS gefcfyetyen: Sn bie — $'6yi £5ie Schülerinnen ergeben fiel) auf bie Suffpt&en. 9?ecf)tS (linfS) gugerueft, — Sflarfcf)! 2fuf 9ftatfd>! wenben fte bie Äopfe rechts ober ItnfS, je nacfybem eS burch baS Äommanbo benimmt worben ift, unb febcetten mit bem rechten ober linfen guf, auf ben Spifcen, rechts ober linfS um eine SStertelelle feitwattS, ohne bie Sfrchtung unb güblung ju verlieren, unb gießen ben anbern guß fogleictj nach» tiefes SettwfatSfchteiten fe|en fte fort bis auf: 4>alt! was auch f)ier, wie Dotier, oann $u fommanbiren ift, wenn bie *) 4?ierbuvd) gewonnen ftd) bie Schülerinnen bavan, Me@d)üttern bci'm ©el)cn gehörig jurüetjunetymen, n?aS üon großem 9tu$en für bie ©cfunbfceit ift. 28 £?d)ü(erinnen im SSegviff {leben, ben fettmactöfcfjteltenben guß nieberjufefcm, 9?acbbem fte ben anbern guß nad,ge5ogen fyaben, bleiben fte (leben unb wenben ben Äopf wteber gerabauS. hierauf fann $um übergegangen werben» Siefer iffc eine (Seitenbewegung , weldje von einem in grontlinte aufgehellten ©liebe ausgeführt wirb. Surd) eine 23tertelwenbung bilben bie (Schülerinnen ^interein* anber eine £inie. Sie SKichtung in ber Kolonne geben bie bei* ben ücrberen (Schülerinnen an. Ser 3wifd)enraum, welchen ein in guter, geregelter Düttling unb güljlung angetretenes ©lieb burd) bie 23iertelroenbung auf ber (Steife erbeten t)at, muß von ben (Schülerinnen wetyrenb beö 9ftarfd)e6 burd) SEaftfyaltcn unb gleichmäßigen tnftdr)tCtcJ> ber Haltung ber '#rnw folgenbe SSeränberungen vorzunehmen: Ellenbogen in bie ^a'nbe genommen! ober Sie bleibet ergriffen! ober Sie 2frnu in bie ©ruppen -> Söalancirfletlung ge^ bracht, — auSwenbige £anb hoef)! — (£tn$! Torwarts — ^arfd;l j 29 SBctyttnb beä ©angeS mit tiefer Jg<vms ber tfrme fann fommanbirt werben: 2Bed)felt! worauf bie ©cr)ülerinnen langfam bie inwenbige $anb ergeben, unb fte in bie Sage bringen, welche Dörfer bie auSwenbige einnahm ; tiefe aber fenft ftd> wctyrenb ber (£rl)ebung ber auSwenbigen in bie nämlicfye Sage, welche bis jefct bie inwenbige angenommen fyat, fo baj? bie (Sruppen * SSalancirfMung ber 2(rme fceränbert wiebergegeben i(h 2Me Sßeranberung r;inftcr)tlid) ber Haltung ber tfrme, fann ber 2el)rer aud) wctyrenb be§ Sftarfcfyirenö felbjl, obne Dörfer erfj $alt! $u fommanbtren, anorbnen ; fo fann er aud) bie ©Hüterinnen au$ ber einen in bie anbere ©angart einfallen laffen, burcfy: ©efHwinb— - fd)ritt! ober Srab — fd)ritt! nur muj? er babet ben tfugenblicf wot)l wahrnehmen, wo gerate ber linfe Suf t>on ben ©Hüterinnen niebergefefct wirb, wenn er ba$ SBort 1 1 1 1 au$fprtd)t* ©oll bie gront ^ergejlellt werben, unb bie (Schülerinnen marfchtren rechte l)erum, fo fommanbirt er: £tn£6 — um! 2fugcn — rechts — riefet euch! 5^rtd) erfolgter Oftcfytung fommanbirt er: \ #ugen gerat' — auö! ©oll ber 2fufmarfd) nach unb nach gefchefjen, fo Wirb, bei'm Sftarfche rechte herum, fommanbirt: 8inf6 abgefchwenft unb — aufmarfchir t! worauf bie erfle ©chüterm fiel) ItnfS wenbet unb gerate flehen bleibt, bie anbern aber, tl)r nachfolgenb, herankommen unb mit leifer gühtung, ben Äopf rechts wenbenb, ft'ch anfdjliefen. 9?ad> genommener SRichtung wenben fte ben Äopf wieber gerabeauS* ©oll ber glanfengang gu Steten gemacht werben, fo f)eißt taS Äommanbo: 3u Bweten — ab ge^df) It! unb nacr;bem biefeS gefchehen: \ Rechts (linfS) — um! worauf bie Söiertelwenbung rechts ober ttnfs gemacht wirb. 30 Sie 3 eie n — aufgerückt! Sie 3weien treten , bei ber Sßiertelwenbung rechts auf bic redjte Seite, einen Schritt heraus unb fdjliepen ffd> burd) einen Schritt tiorwartS an bie Crinfen an; bei ber SSiertelraenbung ItnfS treten bie Zweien einen Schritt linfS rücfrräctö Jjecauö unb fließen ftcfy an bie Grinfen an; unb nun folgt auf: \ Sflarfcf)! berfelbe ©ang, wie tiorr)er einzeln» Sie Bleien rieten ftd> ge^ nau nach ben (£infen unb bleiben ihnen ftetS genau jur Seite .; biefe aber Jjaben bafür §u forgen, bajj ^wifchen ihnen unb ben ihnen ))orgehenben Schülerinnen bec erforberlidje 3wifd)em räum bleibe, bamit bie Bleien, auf: s- ^ Sie Bleien — eingerückt! ungehmbert einrücken unb bie gront mit gühlung unb Oitchtung wieber rjetfießen Tonnen» Sabei kann bec 2ef)rer bie Schülerinnen mit ben au$wenb= igen $änben baS Äletb galten unb mit ben tnwenbigen $anben ftch einanber leicht ecfaffen laffen; obec bie aufecen #anbe erge- ben fid) wie bei ber ©ruppenbalancicSteÜung , imb bie inneren erfaffen fid)» Sie Schülerinnen wenben ein wenig bie Äöpfe nad) innen unb blicken einanber mit befcheibener greunblid) 5 feit an. 9tad) einer abermals angeorbneten 33iertelwenbung unb fo= balb, nad) bem Grrmeffen be$ £ehrer$, bie 3weien wieber einge= rückt ft'nb, kommanbirt berfelbe $. Ü?ecbt§ — um! Sd)langengang! \ Torwarte — Sttarfch! 2(lle Schülerinnen treten an; auf einem, ttom Lehrer be- zeichneten fünfte aber wenbet ftd> bie oorberfte burd) eine i>albe SDßenbung. Saffelbe thun aüe nachfolgenben, jeboer; erft wenn fte auf ebenbemfelben fünfte angekommen fmb, wo bie erfle bie SBenbung machte* #n ber entgegengefeiten Seite macht auf bem beftimmten fünfte bie erjfe $um 5weiten SDiale eine halbe SBenbung, unb bie anberen folgen, wie vorher, ihrem 33ei[ptele, fo bajj bie S^eth? eine Schlangenwinbung macht» 3um 23efchlu£ erfolgt berfelbe 2(ufmarfd) wie Dotier* Vtati) $ßecf)altni{? ber 2fn$ar;t ber Schülerinnen können bte= felben ^ierju in ein/ $wei ober brei ©lieber aufgehellt werben; ein jebeS aber, wirb hiebet in $wei Hälften ober Büge abgeteilt; unb nachbem ber Seljr.ec bie beiben raitfeffren (Schülerinnen, ton welchen bie eine nun bie linfe Slügelfd;ülerin be6 erfien imb bie anbere bie rechte glügelfchülerin be$ ^weiten Buge6 trieb, besteh* net fjat, fommanbirt er: 3n Bügen (ober Abteilungen) redete unb linfe ab* gefchwenft! — ©ef ch wi'nbfchritt — Stfarfdj! hierauf treten bie erffen «Schülerinnen beiber glügel, b. h* bie- lefcte ©chülerin be$ erjlen Bugeg am linfen glügel unb bie erfte ©chülertn beS jroeiten Bu(je3 am rechten gtuget r an, ge- hen bieijt an ihren Bugen herunter unb, am (Snbe berfelben an= gekommen, um biefelben herum. Die anberen folgen ihnen mit Beobachtung be8 gehörigen BwifchenraumS wie bet'm glanfengang unb alle jieüen ftch hinter bem testen ©liebe nach unb nach rot* tenwetfe wieber auf, woburd) bie urfprünglidje £)rbnung nach bie» fem jtretögange roieber hergejleüt werben wirb, ©tnb mehre ©lieber aufgejMt, fo fc&ttefett ftch biefe bem erften an unb führen bie nämliche Bewegung aus. ©oÜ biefer ÄreiSgang mehrmals hinteretnanber ohne Unter* brecfmng wteberbolt werben, fo beginnen bie erften (Schülerinnen, wenn fte auf il)rem erften tyla%e angekommen ftnbr benfelben fo« gleich ton Beuern, in ber nämlichen 2Beife, inbem fte ftd) an bie legten (Schülerinnen anfd;lie§en. Um biefe Uebung noch $u tterüielfdlttgen unb U)r ein ange* nehmeS 2fnfef)n 5U geben, fommanbire ber Sefjrer: \ SKed)t$ — um! <öf>awl$ — ab l Die Schülerinnen lofen i^re &ty0&, unb auf: (ShawlS — t)od)\ galten fte biefelben in bie #b'be, wie e6 bei ben (Sfjawt Teilungen (5£af. II. gig* 300 ber gatt ifL S3ei'm ©ange §u Bweien freuten ftd) bie £anbe, unb bie Haltung be3 (ShawlS wirb biejentge fein, welche £af.II. gtg. 32«. SSet'm (Sange gu Dreien tff $af* III. gtg. 33, §um 9ttu* jler $u nehmen* Der glanfengang bleibt übrigen« berfelbe wie fcoi'her, nur wirb ein tangfaraerer Saft unb ein kürzerer rec 9iad)barin, welche biefe mit auSgeffrecftem #rme über ben SHücfen ber erfreu ren f)inrceggelegt f>at. £ie linfe $anb ber dufjerfien <2d)ülerin be$ retfyten glügelS ge^t mit gefireeftem 2(rme über ben dürfen ber feiten fyinroeg unb ergreift bie linfe £anb ber britten (2d)ü= lerin, roelcfye il)r t>on biefet entgegengejfrecft rcirb u. f. f. (2af.IV* *fl. 43.). Gute tteranberte Haltung ber 2frme, r welche bei ben grcnt= gangen anroenbbar iß, wirb fofgenbe fein : SSorroartS f)od) bie £d'nbe erfaft! $ier$u lajjt man buref) „linfS feitrcärtS Oiücfen" einen f(et= nen 3rcifd)enraum nehmen, ober aud) bie Bieten um jtvci Schritt fcorrüefen. 2Iuf bnS gegebene ^emmanbo ergeben bie (Schülerinnen ibre 2Crme gerunbet unb erfafjen ftd) leicfjt bei ben $dnben» JDabei mufj ber ^berförper t>or$üglid) gut aus ben Ruften, unb ber Äopf aus ben (Schultern gehoben, fo rote ba<5 Oiücfgrat gercölbt fein. (Saf. IV. gig. 44.). dine dr)nlicr)e Haltung ber tfrme ftnbet ffatt, roenn bie Schülerinnen äugleid) bie SfjatvlS in §3ogen l;alten. £)er £el;= rer fommanbirt l)ier$u! €»$äf»(8 — ab! SfjarolS — I> o dr> » 28ie bie @t)a»lS gu galten feien, i(t bei ben Stellungen (Saf. II. gig. 30.) nadj$ufer;en. ©ine jebe berührt mit i^ren $an&eh bie $änbe ifjrec sftadjbarin, bie güfe aber bleiben ge* tabe (leben, gerfe an gerfe gefct)lc|fen. gerner fann f ommanbirt »erben : 2)U Kleiber ergriffen! worauf uacr) bet gegebenen Siegel bie Kleiber erfaft »erben (SEaf. IV. gig. 45.) , fo baf ftd) bie Schülerinnen mit ben £U lenbogen leife füllen, gerner: £)ie Ellenbogen in bie #dnbe genommen! 33 3nbem bie Schülerinnen tiefet machen, nehmen fie mit ben Ellenbogen leife güf)tung, .(SEaf. IV. gig. 42), 3n bie 3 n gr o n t m i t 9? i ch t u n g r c cf> t ö vorwärts — SD? a r f d& l 2öie gewöhnlich gefdjtc^t ber Enteilt mit tvof)lgepcecftem linfen gufe unb in gleichmäßigem Safte. 2fuf : . . \ £att! blei6en fogleich 2flle tul)tg flehen. 2Tuf : 9fecf)tSum — lehrt! machen ffe bie foatbe Sßenbung unb geben, ohne ein weiteres Äom^ manbo ab$uwarten, ben #rmen unb #anben bie nämliche «§alt* ung wie Docket» Soli tnbeffen bannt ber Ofücfmarfch verbunben werben, fo wirb nach bem $alt! feine Söenbung gemacht, fonbern ber 2el;rec fommanbirt: 3n gront mit Dichtung rechts, rücf wdrtS — Sttarf*» 25er SRücftrttt geflieht ebenfalls mit bem linfen gu£e unb jwar auf wof)l auswärts gerichteter gujjfptfce. Sinb bie Sd)ülerinnen geübter, fo fann ber ßefyrer, ohne erft #alt! §u fommanbiren, bie (>albe SBenbung bei'm Sßormarfd) machen taffett, wobei er aber genau ben 2Tugenblicf wahrzunehmen hat, in wetdjem bie Schülerinnen ben linfen gujj nieberjufefcen im SSegriffe flehen, bamit bie £)r*f)ung beS Äb'rperS rechts tyts um auf beiben guffpi&en Donogen unb mit bem linfen gufe fofort wieber angetreten werben lanm 3m bemfelben 2fugenblicfe nehmen bie Schülerinnen bie vorherige Haltung ber $dnbe wie* ber an unb zugleich fommanbirt ber ßehrer: S gühlung — UnfS! tfuch jum9?ücfmarfche fann ohne vorheriges $alt! aus bem Sßoimarfche übergegangen werben, §u welchem 3we! 2fuch hi«Deiwirb baSÄommanbo: Sftarfd)! in bem90?omenfe aussprechen, fein, wo ber ünfe guf auf ben SSoben gefegt wirb, worauf fofort bte Schülerinnen einen augenblicklichen $ alt i. machen unb bie $orperfchwere auf ben rechten 'gufj übertragen , I wd'hrenb ber Ovücftritt mit bem linfen gufe unver^üglid) wiebec \ beginnt. 3 34 ♦ @ine wirb ü> 35 rer 50?ttfd)üCerirt bte teerte unb bie 2fnbere bie linfe £anb retten» (SEaf. IV. gffl- 410- Zud) tonnen babei nocl> anbete Stellungen mit Äranjen cbet SfyawlS, wie fte weitet hinten betrieben ftnb, angenommen werben. (5ben fo fann man biefe Uebungen auf einem auf bie Äante geseilten 33rete obet auf einem fogenannten Schwebebaum ma* d)en laffen. *) ß. firtiifnbttnoett. 3DaS Saufen i(l bie fchnellfle gortbewegung-beS ÄorperS tton bet Stelle aus eigenen Äraften* 3»e nachbem es babei mehr auf bie. Schnelligkeit obet mef)t auf bie Ausbauet abgefeben tjl, fann man einen Schnell* unb einen £)auetlauf unterfchetben. SSeioe tfrten bütfen nicht in ein tegellofeS kennen auSatten, wo- ju fi' leicht $ßetanlaffung unb Neigung ftnbet. ^m 2(llgemeis nen ftnb auch bei'm Saufen biefelben Regeln §u beobachten wie bei'm ©eben, befonbetS waS bie Spaltung beS -DbetforperS anbe« langt. #ud) bei'm Saufen bütfen bie Schritte ntdjt gu groß ge* macht werben unb auch l)ietbet muß bet 9ftebertritt leicht unb auf ben gufj ballen gefdjeben. £)ie 2(tme bütfen bei'm Saufen nicht be= wegt obet umfyetgefcfyleubett werben, unb ba man fyietju fer)t ge= neigt nl, fo laffe man, um btefcö $u üetmetben, bas .ftleib, wie ftüfjet befchtieben/ leicht erfaffen. 25a baS Saufen eine gejunbe unb jtä'rfenbe Körperbewegung ijt, fo wetben aud) mit ben 3ttab<#en öfters begleichen Uebungen anjufrellen fein. Grs mfefyt ftd) üon felbflt , baf babei Sttag ge? halten unb bte Stifte einet jeben Schülerin berüefftchtiget tvetben muffen. S3ei'm Wettlaufen hat man bal)et (tetö bte üon gleichem #lter, gleichet ©rofe unb gleiten Staffen sufamrtfensujMen. £)ie babei §u beobachtenben Sßcrftchrmaßregetn ftnb befannt. £)aS Sttnfen wd'hrenb unb nach ben gnmnajfifchen Uebungen ijt überhaupt nicht gemattet, unb bet Sebrer fjat nut batauf §u fe- ben, baf ben Schülerinnen bie ©elegenbeit benommen wirb, ftd) ein ©etränr 5 ju tjetfehaffen. Setnet geftatte bet Sebret nicht, ba§ eine ert>t^te Sd;ülettn ftd) fefce, obet auf ben SSoben lege, fon* betn et nötige fte, einen Hantel umzunehmen unb ftd) butch ! Umhergehen eine mapig* Bewegung $u machen. £>te SSahn muf mit Sanb bejfteut unb wenigflenS 15 bis 20 @Uen btett unb baS 3iel, nach welchem gelaufen werben foü , frets burch einen feften , beutlid) ftd)tbaren ©egenjlanb be* jeiermet fein. *) ©tefje meine ©pmnaftiü fut bte weibliche S«9enb, in welcher auch "och me^ve Älettevs unb anbete nupebe Hebungen für bte weibliche Sugenb befcfjtieben ftnb, 9Xei{3en, bei ©obfehe, 1834. 36 3u btefem wirb bec Sehret eine kleinere 2frt3al)t ritte fymauS» 2Cuf ein gegebenes Betchen taufen bie aufgelegten on Schülerinnen geübt werben. @S ifl ju bemerken, baß man bei'm Dauerlaufe feine Gräfte fparen muß; man wirb bal)ec nicht gteid) bei'm beginnen aus alten Gräften laufen /# fonbern aus einer gemäßigten nach unb nach in eine immer ' fd)neüere SSewegung übergeben, bis man ft'd) ermübet fü^lX. Saufen bie Schülerinnen in 9?eir/ unb ©lieb mit Sritt^ Haltung, fo wirb eine jebe, fobatb fte ft'd) erfdjopft füf)tt, auS= treten. £>te jule^t übrig bleibenbe ifl bie (Siegerin. Sftan fann aud) rücfwdrtS laufen laffen, nadjbem aber jut>or alle £inberniffe üon bec 33alm auf's ©orgfdltigjle entfernt ftnb. ® er &tci3lauf. 25er Sehtet flettt ft'd) in Witte bec Schülerinnen unb laßt fte balb rechts, balb links, ohne Unterbrechung in einem Greife Gintec einanber um ftcb tymm laufen, bamit fte im raffen Saufe fueje unb fdjnette SBenbungen mit Sicherheit machen lernen» ®cr ®pivallauf. Anfangs taufen bie Schülerinnen im weiteren Greife lang= fam um ben Selker, bann fermetfer unb fcbneltet in immer mel)t \id) üerengenbem Greife, bis fte enblid) ganj an if)n h^anfom* men unb i^n gteichfam umwickeln. wirb auf bec iefe SSatyn fann auch auf bie 2frt bargfleüt werben f baß 37 erttweber in Entfernungen tton 3, 4 obcc 5 Schritten f leine tyßtyt in ben S5oben gefd)lagen, ob« bafj abwechfelnb ein 5Tf)ctl bev Schülerinnen in ben eben angegebenen 2fbjrdnben \)on einanbet aufgehellt wirb, um welche nun ber anbete S^eil berfelben ben Scbldngellauf übt. (£af. IV» gfg. 46), 0um 3Bett* ober Schnefllaufe auf ber Sd)lange(bahn wirb eine feinere 2ln$al)l tton Schülerinnen etwa 4 Schritte hinter etnanbec aufgehellt. 2fuf ba3 Reichen beS SebrerS beginnen fie alle §u* gleid) ben Sauf, unb biejenige, weldje aus Ungefchtcfu'chfett über bie S5af)n heraustritt, ifjfc ttetbunben, abzutreten ; ebenfo eine jebe, welche t>on ber tf>r nachfotgenben Schülerin erreicht Horben, fo ba{? biefe ihr einen fanften Schlag auf bie Schulter geben fonnte, £)te $ule$t auf ber S3afyn übrig gebliebene ifi bie Siegerin. 2{\\ü) auf bie £)auer fann ber Sdjldngellauf in berfelben Steife geübt werben, wie ber gerabe Sauf. wirb eben fo auf einer SSafyn mit fcfyarfen SBinfetn geübt, wo ber Äorper noch febdrfere Söenbungen &u machen gezwungen unb baber bie Schülerin benfelben noci) mehr in ber ©eroalt ja ^aben lernt. £Me SSabn sunt Bicrjacflauf fann man eben fo wie bie jum Schldngellauf burd), in ben früher angegebenen Entfernungen eingetragene *Pfaf)le ober aufgehellte Schülerinnen bezeichnen. £3er*m Schldngellaufe laufen bie ihn Uebenben um bie aufgehellten Schülerinnen herum; bei'm Bitf^acf lauf aber Um- men fte nur bis an biefelben heran , machen einen momentanen #alt unb wenben ftch bann plo|lich (%af. IV. gig. 47). tfr ba§ Sorthüpfen auf einem gufe, gerabeauS ober im Greife, t>oj:*, ruefs unb fcitwdctS. derjenige guf, auf weldjem fich ber Körper fortfchnellen foll, wirb oom 2ef)ter bezeichnet unb ber anb* ere entweber mit gebogenem Äniee jurücfgelegt ober oorwdrts ge* jlrecft. 2Cuf biefe SQieife fann auch ber £Bett* unb ^Dauerlauf angeorbnet werben« JE>_a ö @ p t i tt g c tt« Obgleich baS Springen eine fehr nü|l;che 2eibe6übung iff, weld)e feine unbebeutenbe Stelle in ber ©omnajitf für ba$ mann* liehe ©efchlecht einnimmt, fo fann es bod> in berfelben für 5ftdb= chen nur in fehr befchrdnftem Sftafe in 2£uwenbung gebracht werben, ba ph#'ologifche ®rünbe gegen biefe Hebungen in ihrer ganjen 2lu$behnung fpredjen. £>och würben wir eine all^uU* merfbare Sücfe laffen, wenn wir baS Springen gdn§Ueh au$ ber S^dbchengomnaftif tierweifen wollten; wir befebremfen e$ ba* her lieber in enge ©ranjen unb beobachten babei bie nothwenbige 38 Söorftcht. Ueberbief? fommt mä) bie Dame h^uftg im Seben in ben gall, cinm ©ptung wagen ju muffen, unb beffjalb erfcheint biefe Uebung aud) nothwenbig. Sefanntlid) ffnb 23äd>e unb ©reu ben nicht fo tjofttd), bei bem herannahen einet Dame fid> ju verengen, fo baß biefetbe mit if)rem gewohnten fleinen ©d>ritte barübet hinweggehen fann, fte nötigen oft entwebet $u einem weU ten Umwege, ober §u einem Sprunge. Da eS ftd) nun ereignen fann, baß ein Umweg nicht ratfyfam ober wohl aud) ntdjt mog; lieh ift, fo wirb e$ fcf>c gut fein, wenn bie Dame, ber ein f*l* d)e3 vj)inberni§ aufftößt, burd) baffelbe nicht in Sßerlegenbeit ge* bracht wirb, fonbern biefeä $u überwinben tterffefyt. Unangenehm genug ift e$ fd)on, wenn bie ju einem «Sprunge genötigte Dame burd) ihr Ungefd)icf bei biefer Bewegung ober burd) einen arger; liehen Sali ftd) bem ©elad)ter preisgibt; eS fonnen jebod) aud) Salle im 2eben eintreten, in welchen ba$ Ungefcbicf im Springen etnjtlichere Solgen nach ftd) Rieben fann. 2Bir wollen bähet $war nid)t gdnjlid) untetlaffen, biefe Uebungen mit ber weiblichen Sugenb $u üben, fte aber bloS auf ben SBeitfptung obet baö (Springen übet ben ©raben befchrdnfen. 3u biefem SSehufe muß auf bem Uebungplafce ein ©raben, etwa eine h a ^ e ^e rt*f ausgegraben werben, welcher an bem einen Grnbe etwa eine CE'üe breit ifr, allma'blig jebod) immer brei* ter wirb, fo baß am anbern @nbe feine 23reite ungefaßt 5 bis 6 @Uen betragt. Der ©raben fann aud) bloä ftngirt werben , inbem man an beffen ©teile Sanb uon einet anbern ^arbc als bie be$ ge= wohnlichen (treut. 2fud) im gymnaftifchen ©aale fann man, wenn bie Söttterung bie Uebungen im greien nicht gemattet, ba$ ©rabenfprtngen lehren, wo man einen ©raben burd) mit Öefc färbe auf bem SSoben gezogene Linien, welche beullid) ftchtbar fein muffen, ftngirt. Anfangs ft'nb beibe hinten, nämlich bie, welche ben 2(bfprung=, unb bie, welche ben Dfteberfprungort anbeutet, 2 guß üon einanber entfernt; baburd) aber, baß man parallel mit bet erflen Stteberfprunglime in Entfernungen üon SBterteleUen f)tn- tet einanber noch mehre anbere §ieht, erweitert man ben Bwifchem räum nach unb nach, bi6 er etwa 12 guß betragt, tfud) fann man ben tfbfptungort burch eine 3 btö 4r 3oll breite 2inie be$eid)nen. 2fm £>rte be$ 9?iebetfptunge3 muß bet £3orftd;t wegen ftd) «ine ©tcohwattate befmben. (Kraben, tfbfpmng. SBill man bte S5ovftd)tm«f regeln nod) vermehren, fo ffelfe man rechts unb linfs am *pla|e beS 9?ieberfprungeS $roei $uüer* laffige sperfonen auf unb §wei bergleidjen hinter bem Biebers l'prungSorte, welche bereit ftnb, bie etwa fallenbe tmb tton ber Strohmatrafce abglettenbe or S3e* fcha'Digung ju bewahren. Ser Sekret (teilt fid) an ben 2(bfprungS' ort, weil aud) bei'm 2fbfpringen bie (Schülerin ausgleiten fann. SiefeS 2e|tere jeboch fann leicht ttermieben werben, trenn man ben tfbfprungSort mit gejtofenem Kolophonium befheut* 2ütd) bann wirb ber ßefyrer aber immer nod) an biefem $la|e nü|lid) fein, um ber (Schwunghaft ber Schwächeren §u £ilfe ^u fommem Sie Körperhaltung ifi bei'm (Springen biefelbe, wie bei'm Saufen, unb um eine regelmäßige Bewegung ber #rme §u verhüten, fann man auch Sterbet bie (Schülerinnen baS Kleib mit beiben ^dnben erfaffen laffen. Ser #b = fo wie ber 9?te* berfprung geflieht Weber auf ben Sehen allein, noch auf ber ganjen Suffohle, fonbern auf ben Sailen unb mittels einer mag* igen Beugung ber §u£=, Knies unb #üftgelenfe; auch muffen bei'm S^ieberfprunge bie güf e an einanber gefd)loffen werben; beS* gleichen auch bei'm 2(bfprunge, wenn bie (Sdjülertn, ohne lauf ju nehmen, fpringt, Anfangs jeboch laßt man fte mit einem Anlaufe ben ©ras ben uberfpringem Siefer Anlauf üon 8 bis 12 (Schritten ge* fchiel)t im Srabe, beffen ©chnelligfeit wdchit, je naher bie om jöoben abjtöft unb ben anbern vorwirft , ben erft* eren aber wd'hrenb beS (Sprunges wieber an ben lederen ansieht, lamlt ber 9fteberfptung mit an einanber gefchloffenen güfen ge« flehen fönne. Sie (Schülerinnen fönnen fowoht einzeln als aud) in 9?ehy unb ©lieb mit gehörigen 3wifchenrdumen über ben ©raben fpring* en. Sie 9?eihe (teilt ftd> 8 bis 12 (Schritte vor bem ©raben auf unb nimmt auf: Vorwärts — Sflarfd)! ben Anlauf. Sit baS^ ©rabenfprmgen mit Anlauf geübt worben, fo (teile man bie (Schülerinnen an bemÖfanbe beS©rabenS auf unb laffe fie benfelben uon ber «Stelle mit einem Sßorfprunge unb enblid) aud) mit an einanber gefchloffenen §üfjen uberfpringem Siefen Uebungen fann noch baS (Springen über bas€>d)wung s feil unb bie (Schnur beigefügt werben* 40 £c*§ Springen übet ba$ (Zdymmtfcit. $iet$u \\t ein ungefaßt brei £3:ertel$cll fracfeS unb 8 bfa 12 Golfen langes ©dt erferberlid). 3)aS eine Crnbe beffelben Wirt an einen Saum ober eine,€?aule befeftigt, ba3 anbete ergreift bec Sehtet ober eine anbete *Petfon, um e$ rechts unb iinU in einem Sogen ^erum §u fd)wenfen. Sie Schülerin fallt ftd) mitten t>ot baö ©eil, unb fo oft baffelbe im (Sprunge ftd) bem 23oben nähert, fcfynelU fte fict> mit an einanber gefd)lcffenen güfen auf, unb tapt e$ alfo unter benfelben weggeben. SaS tfuffdjnellen fann üor-, feit = unb rücfraärts gefcheben. &ae (^^rtttöCtt über bic (Sdwur.- Sie§ tft bem vorhergegangenen af?nlirf>. $ier fdjwingt aber bte Schülerin bie ungefähr einen SSterteljoU bitfe, an beiben Grn-- ben mit f)oljernen (Griffen verfebene Schnur felbfl unb fpringt mit an einanbet gefdjloffenen güfjen übet fctefelbe b^weg, wenn fte bem SSoben am nächften i(t. Sa§ Schwingen bet Schnur wirb burd) bie fräftige Srefnmg bet $anbgelenfe bewerffielligt, ben 2frmen ift babet nur eine geringe Bewegung erlaubt. Sie #anbe Ratten bie ©rtffe fo , baß bie Cftägel ftd) unten beftnben. Ser Körper wirb wä'brenb be§ Sprunges nid)t gebogen, fontern bleibt getabe. 3(1 bet Sprung über bie Sd)nur ücUenbet, fo wirb biefelbe feintet bem Oiücfen (jetauf, übet ben .ftopf weg unb Dorn wkber t)erab gezwungen unb ber Sprung fo oft wieber* holt, als entwebet vorher benimmt worben, ober big bet Sehtet $alt! fommanbirt. StefeUebung ijr nicht allein auf einem gufe, fonbem aud) mit einem falben unb einem ganjen Umfd)wunge bcS ÄorperS $u machen. SHe (£iabübmic s Qn. ©o einfad) tiefe Uebungen aud) ftnb, fo führen fte bod) ei- nen nicht unbebeutenben 9iu6en herbei. Sie Erfahrung hat mid) gelehrt, bafj fie ftd) ganj tefonberS für baS weibliche ©efchledjt eignen, tnbem fte, ohne cjrcjje Äraftanjirengung $u erfordern, bed) fef)t wobltbätig auf bie ©efunbfjett einwürfen. Sic beförbem bie 2u«3behnung bet S3rujr unb ba§ freie #thmen, welches beibeS bei ben grauen, bie ju einem anhaltenben Sifcen verurteilt finb, unterbrueft wirb. Senn natürlich wirb burd) biefeS gefrümmte Si£en, wobei bie Schultern unb bet .ftopf nach bet Stuft ftdj brängen, tiefe gufammengebrücft unb bie Sunge in ihrer freien ^Bewegung geentert. Sa$u trägt nun ned) jum Ueberfluf? bie ditelfeii baS ShriQe- bei, welche burd) ßufammenpreffen unb Schnüren ben Slutumlauf tymmt* Sähet barf eS uns aud) nid)t Sßunber nehmen, bafj ber Sob fo reichliche Ernten &al^ befonbevS.. unter ben jungen grauen* Set von Sugenb auf mifls • fanbeltc Üerpcr muf bet erffen 2(n(icengung unterliegen, unb \t 41 werben benn fcffuftg bte ftutm geknüpften a&'rtlichjfen S3anbe ge* waltfam gelof't, in bem ^fugenblirfe, wo bte Statue fte noch fe* flec fnüpfen unb noch f)eittgec machen wollte. £)a3 ftnb bte btt« teren geüchte unferec Gh^tebung , bte ben $orpet, ben SEcager bec ©eele, fo ftiefmütterlid) bemäntelt *). La civilisation fait tout pour Farne et la favorise entierement aux depens du corps, bemerkte auch Napoleon auf bec Snfet Helena, wie bec ©caf Sag (5afa6 in feinem Soucnal un3 beeiltet Siebermann fief)t e§ ein, ba£ wie auf einem fallen SBege ftnb, Cfttemanb wiberflrettet, baß wie bie phpftfcfye (Srjteljung §u wenig berüefftcht* igen; unb boch ftnb wie fo trage, §ur Söerbefferung unfereS geh* ier6 etwas ju thum £u tiefen Uebungen ifl ein ©tab tton 1£ Soll £>tcfe unb Don 4 @llen Sange für größere, obec von 3 Grllen Sange für feinere (Schülerinnen erforberlid). SSlit biefem (Stabe fletlen ftch bte «Schülerinnen auf» fernen ftd) fo weit von ihrer Nachbarin, atd bie Sange ihres (Stabes betragt Sft biefeS gethan, fo stehen fte ben untt in tet me b t c in t f d) c n © i) m n a ft t f, welche td) in einigen SHonatro ^erauSjugebcn bcabftdj tige, noch weitläufiger ju bemänteln. 42 «Schülerinnen in jwei ©lieber feilen, fo i fi: e$ nothwenbig, baß biefelben jroolf Schritt weit üoneinanber entfernt feien. sftadjbem ber gehörige 3wtfd)enraum genommen ift, wirb fommanbirt: - \ - 3u Bieren — abgejagt! worauf bie cifttfetffe (Schülerin am rechten glügel eines jeben ©liebeö nach bem linfen glüget abwarte geht unb bie bie Zweien, Dreien unb Bieren nad) ben wtn flehenben Grinfen nicht nur hinter einanber, fonbern auch nach ben neu entftanbenen ©liebem, rechts gan^ genau ein. ßunachfi wirb man nun jur Starfung ber SSrufh unb STrmmuSfeln, fo wie $ur (Stärfung unb ©efcfymeibigmacfyung ber Jpanbgelenfe, Äreiöfdjwingungen mit bem (Stabe vornehmen taf= fen, wo§u fommanbirt wirb: S3ringt ben (Stab — t>or! fofort ftrecft ffd> ber rechte 2frm fchneü" gerabe tior, fo baß bie ben chenfel vorbei g«|t unb, ftd) wieber aufwärts fdjwingenb, an ber linfen (Schulter vorüber unb enblid) wieber in bie erfte 2age fommt. Jpcit ber untere SäjftH be3 (Stabes biefen $reis an ber tinfen Seite vorbei burd)taufen, fo folgt unmittelbar barauf bie nämliche Schwing^ ung an ber rechten (Seite, fo baß burd) beibe Schwingungen eine liegenbe oo bezeichnet wirb. Diefe Doppel^reiSfchwingung fe|t bie (Schülerin ununterbrochen fo lange fort, biö: $att: fommanbirt wirb, 2fuf: Sn bie Unfe »öanb nehmt — ben 6'tal! 4a wirb ber Stab von ber linfen £anb erfaßt, unb nach bemfelben Äontmanbo beS 2ef>rerö beginnt ber DoppelfreiS eben fo wie mit ber redeten #anb. \ 9?ach bem $alt! wirb ber Stab wieber in bie rechte $anb p nehmen befohlen. DoppetfreiS rücfwartS — (£inS! Diefelben ÄretSfchwingungen werben wieberholt, nur baß fte mit ber Bewegung beS Stabes rücfwartS beginnen* Sjcit bie rechte $anb tf)re Uebung vollbracht, fo iaffe man bie linfe biefe Schwingungen ebenfalls rücfwartS machen. Wcid) SSeenbtgung biefer ÄreiSfchwingungen fommanbirt ber - ßehrer: • \ Sieht ben Stab — jurücf! worauf ber Stab in bie urfprüngltche Sage gurücF gebracht wirb, \ SSringt ben Stab gequert fyofyl Die Schülerinnen ergeben unb jlrecfen beibe 2frme, ben Stab quer über ben $opf, mit Daumen unb Seigcftnger J>at* tenb, fo baß ber erftere vor unb ber lefctere hinter bem Stabe ftch beft'nbet. 2fuf: gurücf i bringen fte, bie Schwere ihres Körpers auf ben Sailen beiber $üfe rühen laffeitb, bei gefirecften Änteen, natürlich eingeboge- nem Unterleibe unb gut gebogenem Diücfgrat, ben Stab fo weit, als bie gejlrecften tfrme reichen, an bem $ücfen tytab. (S£af. IV. gtg. 39.). 33or! Der Stab wirb mit gejfrecften 2frmen in horizontaler Sage über ben Äopf erhoben unb barauf wieber vorgebracht. 2fbwechfetnb ben Stab — juruef unb vor! beginnt bie nämliche Uebung utef* unb vorwärts, bis fte burch: £alt! worauf bie Schulerinnen ben Stab gequert vorbringen, tjeenb* igt wirb. \ 2inf e #anb — l)od>! Die genannte, ben Stab t>attenbe $anb erhebt ftch fo l)od), als fte eS vermag. Der gerabe gehaltene $opf ft'etjt jwifchen 44 bem 7hm unb (Stab fjinburdj. £Me rechte #anb berührt an ber rechten (Seite be$ t e #anb — f) o d> ! mad)t bte rechte #anb ucn hinten herauf biefelbe Bewegung tiot= wartS, rote fte bte linfe ruefwartä machte. SMefelbe Ucbung wirb t?on ben (Schülerinnen auf ba3 Äom« ' manbo: Sie SBeife! *) ohne Unterbrechung abwechfelnb mit betten Rauben ausgeführt unb fo lange fortgefefct, bis be$ 2el;rec3 £alt! fte unterbrich 2fuf : B t « J> t ben (Stab — $utücf! tverben bie (Stabe in il)re urfprüngliche 2age jurüefgebracht **). hierauf fann ber £el)rer Gelegenheit nehmen 5U einer tyiU famen SBieberfeolung früherer Uebungen, bie fdjon in ber erjlen 2(btf)eilung befdjrteben worben fmb, überzugehen, weswegen wie fte bfoä burd) bie Äommanboworter anbellten. ßttnadjft laffe er ben aX6 gewagt roorben, weit burcr) btefe Heb- ung eine weifenarttge äkrcegung ber 2Crme entfielt. **) SDa cS nötfng tjr, n>ä'f)renb btefer Uebungen Raufen jur <5rf)olung eintreten &u laffen, fo funbtgt ber Ce^rer , it>enn er eine folche eintreten gtt taffen beabftchttgt, biefelbe mit: ßoS! an, unb fom» manbtrt: tfdjtung! wenn bie Hebungen aufrüttelte beginnen fotfen. 45 Sflit gefprcisUn gägnt a broe djfelnb auf— gefc^nettt! 3n bie £ol)\ r — Üdft g niebet! 2Cuf — gefdjne llt! gerfen abtvec^fetnb auf — gefcfynellt! #alt! SSiegung nad) fyinten! 3n bie ftofr'! £ in fe (rechte) $anb — f)o\fj! «Biegung recfrtg ! ( linES! ) #alt ! 2f btvecfyfelnb rechts unb ( In f ö! £alt! gern er : Sinfer (regtet) guf? — surfte?! lieber ! §u rucfg efcfooben ! ©ans nieber ! Sn bie £of/ ! S3eige$ogen! 35et äffen btefen Uebungen bleibt ber €5tab gut gequert unb $urücf gehalten; bec £)berforper wirb gerabe gerichtet unb roofjC aus ben Ruften gehoben» 2)affelbe ftnbetf aud) jhtt bei bem nun folgenben Grmpor* fdjneffen beö ÄorpevS im SS^arfc^e ttor= unb rücfwartä* $ier$u fommanbttt ber ßet>cer : SD? i t angefpannten (loSgelaffenen) ÄniemuSfefn vorwärts — Sttarfd)! worauf burd> furjeS ^ortvartsfcfynetfen ber 9ftarfd) beginnt. £)af? felbe gefd)iel)t xMmztt, nadjbem ber ßefyrer: #att! fomman* birt l;at, ober aucfy oj)ne biefeS «ftommanbo auf: 9?ücfrüd'rt6 — Wrfd)! hierauf laßt er bie SMertelrcenbung red?t§ ober ttnfS ma« cfyen unb auf ben guffpifcen ben glanfenmarfcfy folgen, foroof;l 46 im Dtfä'mh* als aud) im ®efd)roinb* unb im Srabfdjrifte; beg-- gleicfyen nad) erfolgtem 2fufmarfd)e bie grontmarfdje in ben t)ier geöffneten ©liebern; bafyer muffen befonberS bie (£infen roof)l ge^ xa\>au$ marfd)iren, bamit aud) bie übrigen Schülerinnen bie dlifyu ung gut galten , ntd)t $u fef>r ft'd) einanber nähern unb buref; bie (Stabe einanber f)inberlki) werben. (Stnb biefe Uebungen beenbigt, fo ttrirb fommanbirt: (Stab nad) — t?orn ! worauf bie (Schülerinnen bie (Stabe, rote Dotier, vorbringen, unb auf: \ S3eige$ogen! fefcen fte tf>n gerabe fo nieber, roie bei'm Anfange ber Uebungen. 2(uf: (Singerücft! — Stfarfd)! begeben ft'd) bie Grinfen, bie Zweien unb Dreien an tt)ve spiafce §urücf su ben Bieren, 9?ad;bem bie SKeilje roieber gebiU bet voorben ijf, roie bei'm S5eginn ber Uebungen, läßt ber £el)rer bie (Schülerinnen burcr;: Sret't — ab! auSeinanber gelten» 47 ©ritte Äbt&eilung. 3Cejlf)etifd;e (Stellungen* £)er fdjönftc ©rem, bte reinfte $)erle, ba3 glängenbfte Suroet im tonge be§ Sebent bleibt ewifl bie edj te SBeibltdj fett, wenn ©ei fr, ©djflns b e i t unb © r a g i e ft'e gieren. CSSir fommen nun gu einer gufammengefe&ten Uebung, bie ttor* güglid) bte fanfte d)»iertgfetten ntd>t allein für bie (Schülerin, fonbern aud) für ben £et)rer r)abem £Btr befd)reiben belegen fo»ot)l baS ©ange als aud) baS Gfingelne fo genau als mogüd). See 2el)rer »irb bei jeber ©jäjülerin nacr> gufyelfen f)aben, er laffe ft'd) bei ber 2Tn»enbung beS (^tngelnen bon ben Regeln ber <3d)b'nr;ett leiten» 3>m Allgemeinen muffen alle fcfyarfe (5er$. Süd) tierlaffen wir auef) fyierburd) ba$ ©ebtet ber eigent- lichen ©pmnajtif nid)t; benn jeber benfenbe ßefer unb nod) mef)r ber S3efd)auer »irb einfefyen, bafj biefelben nid)t minber Hebungen ftnb, bte Ärafr, ©efdjmeibigfeit unb Serjnbarfeit ber SWuSfeln er= forbern, »eldje gu beforbern ber $auptg»e bie (Schülerin beSöebanfenS fein, ben fte burd) ihre Körperbewegungen ausbeuten unb ma(en will. Um fo fixerer wirb fte bann ii)reBe* wegungen ausführen, ber (Sinn ober <55etft berfelben wirb fich in U)tem #uge fpiegeln unb benfelbenöebanfen in ber (Seele beSBe; fd)auer§ erweef en, welche ben Bewegungen, wenn fte nad) ben Regeln ber (Schönheit ausgeführt werben, mit vollem Beifalle folgen wirb. 3d) fürchte ntd)t, bap man fagen fonne, tiefe Uebungen feien mehr fchabltd) als nü^lid), inbem fte unferen jungen Sa« men §um Ueberfluffe eine fyfrematifche Anleitung geben, ft'd) §u 5Metten auS§ubUben, mit benen wir boef; or)nebief fd)on hin* länglich gefegnet feien; benn Sebermann weifj, bajj 2flleS, aud) baS Befjte unb $ei(igfie, gemif braucht werben fann ; baf* aber aud) ber Sftijjbraud) einer (Sache ben ©ebraud) berfelben nid)t aufgebt. 3d) fann alfo aud) nid)t in Abrebe {teilen, baß bie Anleitung, welche bie angeheilte Jungfrau in ber ©pmnaflif er; halt, um bie (Schönheit ihrer Körperformen ju entwicfeln, jur Äofetterie gemifjbraucht werben fann. aber biefeS nicht ge» fd)ct)e r bafür h a ben bie lieber unb £ebrer, welchen ber getfHge Unterricht ber Jungfrau anvertraut ijr, ju forgen. ©eben biefe ber (Seele beS 9ftabd)enS eine tüchtige ÄuSbilbung, richten fte ih 5 ren ©eift auf baS Rohere, (Schone, Sßahre unb ©rofe, ver= flehen biefe baS junge $er£ abziehen von bem fiebrigen, (Sinn* liehen unb Eitlen, unb — wag bie #auptfad)e ift, — finben ihre 2el)ren Eingang in bie (Seele beS Sfta'bchenS, werben fte aufgenommen in baS #er$ unb wof)l bewahrt, fo wirb ber ge- fürchtete Sftifftraud) nicht eintreten, Auferbem aber wirb ft'd) bie leibige Äofetterie fdjonvon felbjt ftnben, auch oh ne W< ©pmnafrtf, wie eS baS alltägliche 2eben beweift. 9?iemanb aber wirb eS tabefct, wenn bie Jungfrau ebenfo, wie baS 5ßeib bemüht ijr, ihren Körper fletS fd)on, cnjlanbtg unb gefällig gu tragen, ju galten unb §u bewegen, unb nod) S^ies manbem r) a t ber 9?ei$ mißfallen, mit bem manche grauen — fern von niebriger 2Cbftd)t — auch bie fleinfren Bewegungen, bie gertngfügtgften Verrichtungen $u begleiten wiffen, unb hierzu foUen benn bie folgenben Uebungen baS beitragen; benn gefallen follen bie grauen. •Der gehrer mache bie «Schülerinnen nochmals barauf aufs merffam, baf feine haftige, feine eefige Bewegung gra§toS ifr, unb beginne, nachbem fte, wie früher gelehrt warben, ft'd) in eine 9\etf)e aufgehellt unb abgezahlt haben, bamtt, bie Stveten auS= rücfen 5U laffen, um ben nötigen *pia£ §ur Ausführung ber Ueb= ungen ju gewinnen. (Ic beftdjtige bie @in$elnen, um $u erfar> ren, cb fte in ber geraben Stellung nad) ben oben -angegebenen Regeln ft'ch befmben, unb laffe fte alle nun in eine Svetye von malerifd^en (Stellungen übergehen auf folgenbe Kcmmanboworte; 49 9?ed;fe $anb mit gef!ree?tem Zeigefinger in bie — Die rechte #anb »erlaßt ba§ Stäb, welches fte in ber (BrunbjMung leicht erfaßt bat, unb bewegt ftd) red)tS feitwarfS in. bie #ol/ nod) ctn>a$ über ben Äopf hinaus. Söal)renb. alfo ber 7(xm ftcf> (freeft , wirb 'gugleicf; bec Zeigefinger erhoben , als wenn er nad) einem in ber #b'be befmblicben (Segen jfanbe geigte, ber Daumen unb bie übrigen ginget aber leicht gefd)loffen, D/e folgt bei' $irf)tung beS erhobenen ZeigefmgerS. Der linfe tfrm ijf ctmaö gerunbet, bie $anb faßt ba§ $letb. 2Tuf: Siegtet &uf? — t>orl erbebt bie jfreeft unb baS linfe ftd) feitwartS biegt. Das ©ewtd)t beS ÄorperS rubt nun auf bem linfen Seine. 9tad)s bem biefeS 8Sor= unb Zurücfbiegen mebrmalS wieberfyolt worben itf, fommanbirt man: — ■ -v S3eige$ogen! worauf bie ©djülerinnen in bie gerabe unb urfprünglid)e (Stell* ung jurüc? geben- Dann laßt man biefelbe Hebung auf entge-- gem,efeljte ÖBeife machen, namlid) : Sinfe £anb mit gejftecftem Zeigefinger in bie — Sinfet guß — vor! 50 hiebe t! S3iegung nad) — x> o t n ! Siegung nad) — hinten! S3 e i g e 3 o g e n ! 2(bermalS fann man btefetbe Uebung tt>ieberr)olen (äffen , je-- bod; mit bem Unterfcfyiebe, baß auf: ßinfe £anb mit geftreeftem Seigefingct: — \)od)\ biefee #rm unb 3eigeftnger bis ju gleichet: $o()e mit ber ®d)\\U fer erhoben wirb. (fine anbete Stellung roirb folgenbe fein: 9f ecfyte v£>anb mit geftreeftem Seigefinget — tief! @S ftreeft ftd) ber rechte 2frm unb 3eigeftnger t>or unb jeigt auf ben 33oben, als tt)enn er auf einen einige ©dritte recfyts fetttx>arts liegenben ©egenjranb aufmerffam machen rooltte, roofjtn aud) ber 23(tcf gerietet i|r. 2tnfer guj* — jurücf! £er linfe guf wirb in berfelben Oficfytung, in ber er ftanb, juruefberoegt. lieber! £)te gufjfpifce wirb auf ben S3oben gefegt. 2fuf : gurucfgefcfyoben! fcfyieben bie (Schülerinnen ben Unfen gu§ mit angefpannfen ÄniemuSfeln fo roeit als moglid) jurücf. £>aS rechte Änte biegt jtcr;, ber übrige Äorpet aber bleibt in feiner Haltung. ©an^ nieber! ©er 2ebrer jctylt langfam bis fünf unb bie (Schülerinnen, ihre vorige Körperhaltung wofjl beroatyrenb , taffen ft'cr; langfam auf baS linfe Änte nieber ($af* I. gig- 2). Sn bie — £ or/! 2fuf eins, &roei, brei, toter, fünf! ergeben bie on einanber entfernt unb bie Snnenfeiten bec #anbe einanbec $ugeroenbet pnb. 3n bie — £or/i Untierrudt in bec angegebenen ©telfang ergeben per) bie (Schülerinnen auf bie roobl auswärts gerichteten gußfpifcen. £>ie gerfen bleiben an einanbec gefchloffen (SSa'f. I. gig. 5)* 2fbtt>ecf>felnb ganj nieber unb in bie «ftoftM 3n berfe(ben Haltung Haffen ftdr> bie (Schülerinnen fo roett als möglich niebet, inbem pe $u biefem 33ef)ufe bie Äniee aus* wart« biegen» 2fu§ biefec gebogenen Stellung ergeben fte. pch roiebec auf bie guffpi&en. 2l*Ue fe()en babet auf ben uor bec gront flebenben gehrer, welcher burch @enfen unb Erbeben feinet #anbe ba§ Reichen $um allgemeinen 9?ieberbtegen unb ^Biebers «heben gibt, bamit e$ Don 2(aen gleichzeitig unb gleichmäßig Donogen werbe. £>a$ Sfteberfenfen unb Erheben bamxt fo lange, bis bec ßehcec aufhört, bae 3cichm mit bec $anb ju geben, unb zugleich S3ei ge b ogen! fommanbtct, worauf bie ©runbpelmng roieber angenommen wirb, hiernach roirD wieber f ommanbict : Oiechte #anb mit gepreeftem 3« igcfinQet in bie £>ie ©chüleetnnen erheben bie rechte <$anb wie oben auf baä gleiche Äommanbo. Sinfe #anb — surücf gelegt! €?ie legen ben linfen Unterarm quer über ben SKücfem fechtet guß — t> o r ! pi|e auf bemfelben ruhen. £)er .Oberkörper roirb oorgebogem 4* 52 83 1 e g u n g nacfy — () inten! SDaS U$ti itiite trieb burd)gebrücft , ba$ Unfe gebogen unb ber «DberForper jurücfgelegt. 2fuf : 33 e i 9 e § o a e n ! trieb bie getabe Stellung triebet angenommen unb bann biefe Uebung auf entgegengefegte SBeife ausgeführt» hierauf folgt : ßinfe $anb mü geftreeftem Zeigefinger in bie — £ol)'! Sie (Spulerinnen ergeben auf gleidje Sßeife rote vorder bie rechte je&t bie linfe^anb, boen ntcfyt $u weit ror*, fonbern mef)r fettwarts. \ ' 9?ed)te #anb — suruef! @ii ftretfen ben red)ten2frm nad) ber regten (Seite f)tn ah wa'rtg, fo baß bie $anb ungefaßt 12 3oU »om <3d)enfel ent^ fernt ftd) beftnbet, unb beibe 2trme nun eine fdjtefe Stute bitten, 'tfud) ift ber Zeigefinger geftreeft. £)a$#uge ftel)t nad) ber erhobe- nen #anb» i ßinfet $uj? -7 vor! — nieb e r! 3)er genannte gujj wirb ganj fo wie rorljer rorgefe|t» SSiegung nad) — rorn! 5öie oben. SBedjfelt! 3Tuf biefeS Äommanbo brefyen ober fcfyrauben ftd) bieta|en fefljiehen 6letbenbenguf?fpt|en ted)t6 herum, fo " baß naci) ber Söenbung bie rechte ^upfpi^e mit bem rechten ^nie in einer horizontalen ßinie ftd) beftnbet unb ber tinfe $uß gequert fleht* SBa'hrenb ber SBenbung wechfeln bie geflrecf ten 2ttme t|*e Sage, bie linfe £anb ndmltd) fenft ftd), ittbem bie rechte ftd) ergebt» (§Eaf. I» gtg. £)♦ 2Cuf ein aber- maliges: SSedjfelt! wirb burd) Zurücfbrehen, welches ganj auf bie eBen befdjriebene SBetfe aufführen ifl, bie erjfe (Stellung triebet angenommen» £>tefe$ fann mehrmals wieberl)olt unb bann SSeige^ogen! fommanbtrt werben» Einige SSeranberung wirb biefe Uebung erleiben, wenn man fommanbtrt : SKcdjte #anb mit geftreeftem Zeigefinger in bie . \ 53 2inN £anb — jurücf! 9?ecf;ter gujj — üot! — n ieber ! - Sßorgefcfyoben! S3iegung jiad) — r ? o r n ! £)ie @cf;ülertnnen , welche ftd^ in ber Sage eines auffalte enen ©tcßfecfyterS befmben, biegen ifyren £)6evforp«c vor. SSiegung nacfy — fr t n t e n!_ Sßafrwnb bie gujje auf b«m SSoben unüerrücft flehen 6tei- ben, fteeef t fid) baS reebte Änie unb ba8 linfe biegt ftd) nact) außen. 3ug(eicf) wirb ber £)6erf ötper in ber angenommenen #alt= ung fo weit al6 mogltcr) jurüdigebogen, 2C«f : Biegung nad) — t? o r n ! wirb bet £)&erforper wieberum t>orgebrad)t. (Sine teeff licfye Uebung , gefitgfeit .unb ann tvtrb folgenbe Uebung am paffenben £>rte fein: $ed)te #anb mit geftreeftem 3 e ige fing er, red)ts \ fettröd'rtö — (joer)! £Me er tfrm ift ebenfalls etivad gerunbet. JKedjter gufj red)tg fettrodrtS — GrinS! Wlit ganj auSroartä gerichteter unb gefenfter ©ptfce be= roegt bie ©d)ülerin ben ein wenig erhobenen redeten guß unge- farjr anbertf)alb guß tvcit feitrodrts unb fefct auf: liebe r! bie trb gebogen unb ba§ redete geftreeff unb burebgebrüeft. @$ t?erfteJ>t ftd> Don felbft bap bec £)berforper ffcf> babei roebec t>oc* noch jurücf neigen barf, fonbern ba(j bie S3iegung » gecabe feitroattö au6 ben Ruften gefchefjen muf?. 83iegung nad) — c e et) tg ! SSßie vorher. SSechfelt! £5iefe8 geflieht burd) eine (jatbe ^Drehung linfa auf ben gufjfpifcen, fo baß bann bec rechte gu§ gequert unb bec linfe aufwärts fleht. See linfe 2frm roieb erhoben unb bec rechte ge= fenft. 5D?an (äffe auS biefec Stellung roiebec bieSSiegungen linfS unb cechtS machen unb fommanbire enblicb: S3eige$ogen! hierauf mögen ettipaarSSeifpiele tion Äorperftetfungen unbS3e* Regungen, welche geübtere (Schülerinnen ausführen werben, folgen, Sie ft'nb in feebs Sempo'S gu ttollenben, welche bec ßetjreu laut an* gibt. £»a nun naher bejeiebnenbe .ftommanbowörter hierbei nicht gut an$uroenben ftnb, fo wirb bec 2ebrer um fo ausführlicher unb beutlicber feine Schülerinnen t)on bem belehren, -was ec üon ibnen ausgeführt ju fehen wünfebt. Sine bloS münblicbe 33e* lehrung wirb natürlich niebt t>inretct>cnb fein, fonbern biefe mujj bureb bte 2Cnfd)auung beigebracht werben. Söorjügltcb fyat auch bec Sehrec feinen Schülerinnen §u fagen, was ftc ft'ch bei ihren Bewegungen $u benfen Reiben, roelche Sftee fte barjlellen follen» Sinb bte Schülerinnen von bem 2ttlen genau unterrichtet, fo tafle ber ßehrec ft'e bie nun befcheiebenen Stellungen aufführen. Sc id'ble babei laut mit ben gehörigen Raufen, bamit bie S3eweg* ungen (ich nicht $u rafch folgen, fonbern bie Schülerin in einec jeben eine SBeile- cuhen bleibt. Sing! £)ie in bec geraben (Stellung (ich befmbenbe (Schülerin fefct ben linfen gu£ unmittelbac f>intec ben rechten, faltet bie herab* hangenben #änbe unb fenft ben S5lic£ abwärts. (£af. L gig. 7)» jSweii £)ec Äopf unb bec S3licS tyUn ft'ch langfam empoc. £)cei! £ec linfe gu£ geht ungefähr anbecthalb gufi weit jucücf. Zugleich erheben ftd) bie v^anbe langfam beinahe bis $ur #b'he beS ÄinnS , -unb bie gingerfpifcen berfelben bebten ftd> leicht, wie jum (Met* (Saf. X* gig* 8)* aDCc Jpcinbe trennen pdjj unb werben etwas fettwartS, wie banfenb, 511m Gimmel erhoben. (Saf. I. gig. 9). g finf! SBafyenb ber 8er)rec mit gebampfter Stimme üon eine btd fünf jafjlt, lagt ft'd) bie ©cbülerin auf baS linfe ^nte nie- ber. $u gleichet Zeit nabern fiel) bie $anbe «tnanber längs fam, fo bajj evfl auf: fünf bie gingerfpifcen hiebet wie $um (Met an einanber liegen.' (£af. I. gig. 10), ©ed)S! Die #änbe trennen ft'd) wieber wie auf: toi et:! (£af. I. gifl. II)- *uf: S3g tgcgog cti-! ergeben ftct> bie bie tftme wie $um Empfange einet erfebnten $>erfon. £)et linfe guj? bleibt 5itcüc£ auf feinet ©teile flehen, wafyrenb bie getfe erhoben ift unb bie Spt^e nur ben SSoben berührt, baSÄnie wirb qeffreeft unb ber 23ltcf fteljt bem Äommenben entgegen. (£af. I. gig. 16.) Sed?g! Sie Schülerin wenbet ftd) burth eine Drehung auf beiben gu£fpt£en ItnfS unb rückwärts, wobei ba3 ved)te Knie gejrrecft, baf linfe aber, auf welchem bie ßafi: beS ÄorperS ruf)t, gebogen wirb. £)och bleibt ber Körper auf ben guffpigen erhoben, £>te rechte Seite be3 gurücfgewanbten ©eftchtö tierbeät bie linfe #anb, beren innere gleiche nach aujjen gefeilt i|h £Me rechte $anb ffredt ftd) abwehrenb mit aufwärts gerichteten gingern t>or, (£af* I- gtg. 17). £3 e i g e 3 o g e n ! bezeichnet bie SSeenbtgung biefer Stellung. S|l e$ bem £ebrer mit biefen 2)arfMfungen gelungen, f^ 3 ben feine Sogtinge fte gut, mit ©efd)macf unb Gefühl aufge- führt, fo hat er üiel gewonnen unb bie folgenben werben eine leichte Arbeit fein. ®te <&teltun$cn mit ^ranjen. ;Der 2ehrer laft feine Schülerinnen wie gewöhnlich antreten, ffch ju 3weien abzahlen unb, um ben erforberlichen 9utum 51t gewinnen, bie Zweien t>iet Schritte vorgehen. £>te Kranke*) ftnb bei'm Antreten in ben Rauben ber erffen Sd)ülertn üom rechten glügel jeben ©liebet unb biefe uberreicht einer jeben ber 9?eil)e nach einen berfelben, intern fte ba$ Kom* pliment 9?o. 6 macht. £)te Empfängerin macht ba6 Kompliment 9lo 5, worüber bie fünfte 3(bthetlung nad^ufehen tft. £)et empfangene Kran§ wirb in ber rechten $anb gehalten, welche, ebenfo wie bie linfe, zugleich bas Kleib erfaßt» $aben alle ihre Kränze erhalten unb bat ftd) bie 2fu6tt>ct= lertn an ihren ^lafc jurüefbegeben unb fo wie bie übrigen aufge= tfelit, fo fommanbirt ber £ef)rer: Stellung 9to. 1. — @in6! £)te Schülerinnen fe&en ben linfen gufj mit aufwärts ge* richtetet Spi|e unb wol)lge(frecftem Knie ungefähr anberthalb *) SSci'm (Stnüben tiefes Stellungen bebiene man ftd) Heina leistet' Steifen. 58 gufj gurucf unb biegen bag rechte jtnie cttva^ vor. 3ugleid) t& tjebcn fid> bie wof)lgerunbeten Ärme unb beibe v&d'nbe galten ben mit ben Baumen unb ben Setgefmgecn in bec 50?itte erfaßten .ftranj gerabe vor, fo bajj bie ©djüterinnen mit ein wenig abwärts gefenftem SSlicfe burd) ben Reifen feiert fonnen. £abei roirb bec ibberforper gut aug ben Ruften f)erauggel)oben unb eüvaö sorgebo= gen, bag 9?ü(fgrat gewölbt, fo baj? bie S3rufl f)eraugfommt, bie ©dnjltern aber $urücfqenommen, bec S3Ctcf muß freunblicb fein. (2af. I. gig. 18). 2Xuf: 33etge$ogen! i(t bie ©runbjMung wiebec anjunefymen. <5 tellung Oto. 2. — ging! ijt biefelbe Stellung, nuc etroaö mobiftcict, tnbem je$t bec cecfyfe gujj jurücfgefefct unb bec Äranj mit beiben $anben abwarte unb ein wenig nad) bec linfen ©eite $u gehalten wirb. £)ec freunblicfye gefenfte 23licf rietet ftd), ben Äranj wohlgefällig be* tradjtenb, linf«. (2af. I, gig. 19). S3e ige j ogen! ©tellung 9?o. 3. — ging! 2Me ©djulerinnen machen auf bec rechten gerfe bie SßierteU wenbung rechte unb fefcen sugleid) ben linfen guf wie vorfyec linfg feitwartg 5Urücf. £)er übrige Äö'rpec nimmt bie ©tellung 9?o. 1 an, welche nun feitwartg eben fo flartfmbet, wie bief t>oct)ec gerabeaug bec gall wac. (£af. L gig. 20). 2fuf : 33 eig ej ogen! , mad)t bie (Schülerin bie Sßtertelwenbung Itnfg unb nimmt bann bie gerabe Stellung wiebec an. (Stellung 9*o. 4. — ging ! biefelbe ©tellung unb Haltung wie bei 9h. 3, nuc mit bem Unterfd)iebe, bafj bie Sßenbung linfg auf bec linfen gerfe gemacht (Saf. t gig. 21) unb auf: S5 e i g e 5 o ge_n_T burd) bie SSiettelwenbung recfytg bec Äorpec surucfgejogen wirb. (Stellung 9to 5. — ging! £)te (Spulerinnen ergeben ben aufwarte gerichteten Äranj über ben itopf. £>ie Haltung ber tfrme ijt freigformig, wobei abec bie <3d)ultern nicfyt fyeraufgejogen werben bürfen, bamit ber Mt= per feine gute Haltung nicfyt verliere. £>ie gerfen bleiben an ein* anbet gefd;loffen unb bie #ugen fel;en gerabeaug. (Saf.I. gig.22)> 59 2£6wechfelnb gan$ nteber unb in bie — ff o W ! Die Schülerinnen laffen fiel), inbem fte bie 5?nie nach au* fjen biegen 7 fo weit als möglich nieber unb ergeben ftch barauf langfam; biejj wieberholen fte abweebfenb fo lange, bis ber 2ef)rec ffalt! fommanbirr. DaS SWeberlaffen unb Emporrichten geflieht auf ein 3eicben beS 2ebrerS, welches berfelbe burd) Senfen unb Orrs beben ber ffanb giebt, bamit es üon 2lUen gleichseitig ausgeführt werbe. Dabei haben bie Schülerinnen wohl 2fcf>t $u geben, bag fte bie gute Haltung beS £)ber£örperS nid)t vertieren« 5Bat)renb ber Uebung fommanbirt ber 2fyux°. SBechfelt! worauf bie Schülerin ben ^ranj in bie wagerechte 2age brebr, gleichfam als wenn pe ihn auf ihren Äopf legen wollte» 2fuf abermaliges : £8echf elt: brehen fte ben Ärans wieber aufwarte Dtej* fann ber 2et)rer mehrmals wieberholen »äffen, bis er bie ganje Uebung burch: ••T \ s SSeigejogen! enbiget. Stellung 9?o» 6. Die Schulerinnen jMen ftch in einiger Entfernung ju jwei unb jwei $ufammen. Diejenige/ welche baburch $ur Bwei gewor= ben iff, faßt ben Äranj mit ber linfen ffanb auf biefelbe 5öeife, wie fte ihn $ut)or in ber rechten ^telt unb wie bief* bei ber EinS ber gall iff. 2Tuf: ging! erfaffen ftch bie inneren ffanbe ber Schülerinnen, b. r)« bie GrinS giebt ber 3wei bie linfe unb bie 3wet giebt ber (5mS bie rechte ffanb, fo baß, bei etwas erhobenen 2frmen, Daumen, 3eige= unb Mittelfinger ftch gegenfeitig ergreifen» Die auSwenbigen 2frme, b. r> ber rechte ber EinS unb ber linfe ber 3wet, beren ffanbe bie ^rdnje falten, werben gerunbet unb feitroarts vorwärts er* hoben, fo baß ber Äranj feine Dichtung nach innen ober nach bem Äorper $u erhalt» Der rechte guß ber EtnS unb ber linfe ber 3wet beft'nben ftch in berfelben Sage, wie in ber ©ruppem 23alancir|leUun$» (Saf. II. gtg. 23»)» lieber! Die Schülerinnen ftreefen baS Änie beS 5Urücfgebrad)ten 33eineS unb fefcen bie gujjfpifce auf ben 23oben» 60 ©an$ — n i e b e r ! 28af)renb ber 2el)rer bis fünf $at)(t, (äffen ftd> bie <2d)fu lerinnen nad) unb nad) auf baSÄnie beS jucü(f gebrachten S3eine^ niebet. Sri bie — £or/ ! @ie ergeben ftct) triebet auf gleite Söeife, unb bann folgt : 35 e i a, e j o g e n ! Stellung *Ko. 7. — ging ! ift biefelbe, nur bap bie re $anbe nieftt ergrci- fen, fonbern mit ben inwenbigen fernen ftd) Ieid)t unb ge* fällig umfd)lingen, was jebod) nict)t in ein plumpes Umfjalfen ausarten barf. (£af. II. gig. 24,). tfuet) jefct fann man fom= manbiten: hiebet! ©an$ — niebet ! 5n bie — ^oj^! worauf bie namlidjen Bewegungen erfolgen, wie bei 9?o. 6.; unb enblid) : 33 e i ge bogen ! (Stellung 9fo. 8. Sie biefe(6en 2(rme mit ben Äranjen, fo bafj ft'e ftd) freuten. Sie Ätanje werben nad) aufjen gehalten. Sie inwenb? igen güfe ergeben ftd) tücfwattS, wie in ber ©ruppen'33alanctr* jlellung, mit wof)l auswärts gewenbeten ©pifcen. Sie aus* wenbigen 2(rme ergeben fid) gerunbet, Säumen unb Zeigefinger berühren fid) mit ben ©pifcen, als wenn fie etwas gelten, bie übrigen ginget finb gerunbet. Ste llung jfto. 9 . Sie @inS lof't üon if)tem #alfe ben <2f)awl *) unb über» reicht baS eine dnbe Seffelben ber Zwei. SSeibe erfaffen nun ben; felben mit ber £anb, in welcher ft'e ben Äranj niebt ju galten fjaben, aber ntdt>t $u fnapp am (Snbe, fonbern fo, baf? ju beiben ©etten bie (Snben nod) etwa eine fyalbe Ortfe t)etabr)ä'ngen. 2Cuf: *) SSon ben ^JawlfteÄunften öbett)aupt ww& weitet unten ein 2Ret)s ' «S folgen. 61 ging! nehmen fi'e bie ©telUwg 9?o. 8..an, rcoki fte jebod) ber @$at»t uerbinbet. 33 e {gebogen! (Ste llung jfto. 10 , pellen ft'd) bret (Schülerinnen äufammen, unb jwar bie größte in bie SHitte. Huf: ging ! nehmen bie gtnfen unb bie £>reien bie Stellung 9?o. 6. an, unb groar fo, baß il)re $anbe ft'd) hinter bem Diucfen ber groei t>erbmben , welche fid> in bie Stellung 9?o* 5* beßiebt« (£af. IL gig. 25.). Sie folgenben Kommanbog: lieber! — gurucfgef d) o 6_ejt ! gelten nur ben Grinfen unb dreien , welche bavauf bie oben I^e« fd;riebenen Bewegungen madjem 2fuf : (Sanj — nie b e r! (äffen ft'd) ging unb £)ret auf baS Knie nieber; bie 3wei aber llft ft'd) auf jene SOBetfe nteber, n?te tt>tr e6 bei ber Stellung 9?o> 5. befd)rieben fyabem S3eigesogen! ' ©tetlung 9*0. 11. •Die ©djulerinnen {feilen bie grontttnie mit gleiten 3n>tfc&ett- raumen unb in bec eben betriebenen Körperhaltung tvteber f)er unb nehmen nun alle ben Kran$ in bie linfe #anb. Huf: ging! begeben fte ftcf> in bie ©ruppen=£5alancir(Mung , wobei ber linfe guß auf bem SSoben bleibt* Jßeibe gerunbete Hrme ergeben ft'd) fettroärtg, unb eine jebe erfaßt mit ber rechten <$an\) ben Kran$ ifyrer 9tad)barin jur Kenten, fo baß bie ganje 9feil)e ber ©dbü* terinnen, burd) bie Kreuze üerbunben, eine Kette bittet* £)te außerfte be§ rcdjten glügelg jtreeft bie leere redjte $anb mit ge= runbetem Hrme recfytö fettwartg , unb bie äußerte beö linfen glügelg bie linfe mit bem Kranke eben fo l'mH feitwa'rtS aus, sftun folgen bie fcfyon betriebenen Bewegungen auf: lieber! 62 3 u r li ef ge f d) oben 1 ©anj — nieber ! 3n bie — . ftoff! <&ttt)t nun bie ßette triebet in obiger Stellung, fo fem» manbirt ber Sekret wettet:: SSorwartS-^ (5 in 6! worauf ber ftd) hinten beft'nbenbe redete gujj einen (Schritt weit fcorbewegt unb mit bem Sailen ben S3oben berührt, inbem ber linfe bie balancirenbe Sage, wie ttorfyer ber redete, annimmt. tfuf biefe Söeife lagt ber Üejjrer bie Äette fed)S bis ad)t ©dritte üorfdjreiten unb fommanbirt bann: \ JHucfwdrtS — Grins! worauf ber ftd) hinten beft'nbenbe gufj niebergefefct wirb, wä'f): renb ber tiorbere ftd) juruefbewegt unb in bie balancirenbe <2tefc ung übergebt. 2Tuf biefe Söeife fann ber £ef)rer bie .ftette wie' ber jun"tcffd)reiten laffen, bt$ su ber ©teile, t>on welcher fte aus* gegangen war, unb bann \ SSeigejogen! fommanbtren. 2Tuf: \ Ärdnje — f>od)! erbeben bie <3d)ülertnnen bie Äran$e, wie Dörfer, bleiben jebed) auf beiben güfjen, gerfe an gerfe gefcfyloffen, jletyen, 2(uf: 3n bie — ^py! ergeben fte ftd) auf bie gufjfpi&en; auf: ©efdjwinbfdjritt, vorwärts — SDJarfcf): erfolgt ber grontmarfd) vorwärts, unb auf: mücfwärtS — 9tta\fd)! rucfwartS, ofyne baj? jebod) babet eine SBenbung gemad)t wirb, weil fonfr Unorbnungen tärimju ttermetben wären unb aud) bie Ärdttje jrets Dorn bleiben muffen. £>iefe ermübenbe ©angart enbige jebod) ber £ef)rer balb burd): £att! \ 23eige$ogen! 03 (£$ fmb nun bie Ärnnjc tDtebet abzugeben, unb bamit and) btefeä mit £)tbnung unb tfnffanb gefcbebe, fo orbne man biß Uebergabe enttveber auf bie ndmlicbe SBeife an, wie bie liebet* nafyme, ober man fMe einen Sifd) in bie Sttttte, in einiget Entfernung Don bet $cont, obet 5n>et / ju beiben Seiten betfelben» 3ft nut ein SEifd) aufgehellt, fo nd'beten ftd) biefem bie Sd)ü* lerinnen, eine nad) bet anbem, mit gutem 2Jfnffanb, mit beiben $dnben ba$ Äleib unb mit bet linfen $ugleid) ben Äran$ fyal* tenb. "Kn bem Stfcrje angefommen, Derlaffen bie £dnbe baS Kleib, faffen an beiben leiten ben Äran$ unb legen if)n mit ges runbeten 3Crmen unb mit bem Komplimente 9lo. 6* freunblid) auf ben £ifd) nieber, toenben ffcr) fyetauf linfS, geben linB feit* wart« ab unb (teilen ftd) f)intet bet $ront in bte frühere £)rb* nung auf» $at man an jebe Seite einen Stifcr) (feilen laffen, fo geben $»et §ugleid), juerft tte duferfte auf bet rechen unb bie dujjerfte auf bet linfen Seite $u ben Sifcben Dor, legen ifyre Ärdnje auf btefelbe Sßeife ab, Unb bie übrigen Dom redeten glügel geben bann redjts, bie Dom linfen iinU, ba$ Äleib triebet mit beiben $dnben ergreifenb, mit 2£nftanb $urücf\. 2ln biefe Uebungen reiben ft'd): &te ^teEuuöcn mit &ha\vt$. £>te Sange beS leisten <&t)civol$ *) , beffen ftd) bie roetbltd&en Bogltnge bei gegenwärtigen Uebungen bebienen follen, muß bet ©röfje berfelben angemeffen fein, , jebod) roirb feiner unter Dtet unb feinet übet fünf (Sllen £dnge gu unferem gvoecfe tau* gen. liefen Sfjarol tragen bie Schülerinnen über bie redete Sdjulter gefcr/lagen unb untet bet linfen #üfte leicht Der* fdjlungen» SBenn bie Schülerinnen, voie $u ben Stellungen mit .Kran* gen, ft'd) aufgehellt haben unb bet 2el>ret bie folgenben Uebun* gen butd): Sf)arolfrellung! angefunbigt J)at, lofen fte ben Sfjarol unb nehmen ihn Don bec Schulter l)erab, Sie faffen ihn mit beiben #dnben, fo, baf er äroifcben ben $u beiben Seiten natürlich l)erabl)d'ngenben $anben tn einen regelmäßigen falben SSogen fallt unb bte (5nben befiel* ben an beiben Seiten gleich lang bwflbf)dngen. Zuf: Stellung 9io, 1. — @tn6 ! brehen fte bie rechte Suffpifce rechts feitrodrta unb voenben ft'd) ebem *) S5et meinen gewöhnlichen halbjährigen Prüfungen ftnb fdmmtltdje wetfjg erlabe tc ©djü'lcnnnen mit vofafarbenen ©bawlS oerfebem bafym; ben linfen gujj a6er fefcen ftc Ii gujj linf« feitwdrf«. 3u gleicher 3ett runben unb ergeben fte ben regten #rm , fo ba|j bie redete $anb, welche ben Sl)awi mit Baumen unb 3ei= gefütger leid)fr erfaßt hält, bie $of)e be« .ftopfe« erreidjt. £)er Jinfe gleichfalls gcrunbete #rm mad)t biefelbe ^Bewegung linf« feitwart« abwärts, fo bajj bie «benfall« ben Sbawl haltenbe linfe $anb in ber ©egenb ber ^üfte ftct> beftnbet. So $iel)t ficf> nun ber in ber gorm «ine« #albfrctfe$ Ijangenbe Sl;awl, bie Sörujl leicht betübrenb, Ijerab. S3eibe $anbe bürfen nicht uor*, fonbern muffen t>ielmel)r etwa« jurücfgebalten. werben, bamit fein tfrmbie SSrufl: üerbeeft, wenn man Di« grontlinie l)erabftel)t. £)er S3licB folgt ber erhobenen rechten #anb. (SÜaf. II. gig. 26.). 2fuf : S3 « i 9 « s o 9 « n ! nehmen bie Schülerinnen bie erffe Stellung, bie fie nach bem 'Kommanbo: Sbawlftellung! inne hatten, wieber «in, wie jebe«= mal nad) biefem Äommanboworte wa'hrenb ber £>auer biefer Uebungen. Stellung 3Go. 2. — ging ! 3(1 biefel&e Stellung, nur entgegengefefct; alfo mit 9?id;t* ung linf«. ,(2af, II. gtg. 27.). 2(uf ba« Äommanbo: ggedb fe tt i gel)en bie Schülerinnen in bie eifte Stellung über, wa« fie bitrdj langfame« Treben auf ben gujjfpifcen bewerfffelligen wer* ben. (§6 ifi: hierbei geftigfeit npthtg, bamit ber Äorpcr wd'l;renb ber ^Beübung nid;t au« feiner £age femrnt. 2(uf: £3 e ig exogen ; wirb bie urfprüngliche Körperhaltung wieber hergeffellt. hierauf gd'hlt ft'ch jebe« au«gerücfte ©lieb nochmal« ju Zweien ab, unb auf ba« Äommanbo: Stellung 9to. 1. — (£in«i' folgt: ^pramibe ! worauf alle Grtnfen in bie Stellung 5?o. 2. übergehen, fo baß fte nun mit ihrer linfen $anb bie red;te ber Zweien, welch« in ihrer Stellung 9fa>. 1. Derblieben finb, berühren, mit ber rechten aber ber linfen ber Sd)ülerm $ut 9?ed)ten (ober ber 3wei) begegnen. (£af. II. gig, 28.). Sine 2fu«nahme fycwon mad)en bie auferffen Schülerinnen be« redeten unb linfen glügel«. Söefmben ft'ch bie Schülerinnen in ber Stellung 9io. 2., i . ' 65 wenn ber Cebrer: «Ppramibe! fommanbirt, fo mad;en bie 3weien biefe Bewegung» £)urd;: wirb bie Stellung beenbigt. tfuf bag Äommanbo: <2f)awlg — tutfwärtg! fcfywingen bie (Schülerinnen bie ©bawlS über ben tfopf nad) fyin* ten, unb auf bag Äommanbo: Stellung 9fo, 1; — ging ! begeben fte ftd) in bie Stellung 9?o. 1., jebod) nehmen fte bie ©f>an>Iö nidjt, wie oben ermahnt, fonbern halten fte rütfwartg, (£af. II. gig. 290. 2fuf: £3et gebogen! nehmen bie <3d)ülerinnen bie urfprungltc^e (Stellung wieber an> bie @fwlg bleiben babei nad) hinten gerichtet. • if sftadjbem bie Stellung 9lo. 2. aud> auf biefe Sßeife (6 — fcorwartg! worauf bie Sljawlg wieber über ben itopf nad) fcom gefd;wun- gen werben. Stellung 3. — ging ! IBuerft begiebt fid) jebe Schülerin in bie ©ruppen=S5alanctr* jMung, bei welcher, wenn eg ber Sefyrer nid)t auSbrücflid) an« berg benimmt, jebegmal ber linfe guß auf bem S3oben flefyen bleibt unb ber rechte balancirenb jurüefbewegt wirb. £)er ©fyawl bilbet einen regelmäßigen ^albfreig, über beffen Sttitte hinweg bie Schülerin freunblid) gerabeaug ftef)t. (£af. IL gig. 30). tfuf: lieber! gurücf g efd?oben! ©ans — nieber! folgen bie fcfyon oben betriebenen Bewegungen, of>ne baß ba* bei bie Haltung ber 2frme, ^a'nbe unb beg Sljawlg bie ge- tingjf e Sßeranberung erleibet. (Saf. II. gig. 31). £)urd; : 5 m 83 e i g e j o g e n ! wirb biefe ©tellung beenbigt. Stellung 57o. 4. £>ie Ginfen unb 3roeien nähern ftcf> einanber unb auf: Ging ! » nehmen ffe bie ©ruppemSSatancirfrellung an. £)ie Ginfen ffefyen luie geroot)nliH auf bem ünfen gujje, bie Broeien aber auf bem regten. £)er linfe Unterarm ber Ging unb ber rechte bec $roet bttben «in äreu$. (£af. IL gifl. 32). #uH jefct fann ber 2ef)rer bie fdjon bekannte S3erpegung burd) ba$ Äommanbo: lieber! j SurücfgefHo ben! ©an 5 nieb er! tton ben ©Hüterinnen machen laffen. ©tellung ffto. 5. Schülerinnen treten je brei unb brei nctyet sufammen, wobei fxct> bie gtopte in bie Sftitte beliebt. 2fuf : Ging! nehmen bie Ginfen unb freien bie Stellung bir 3roe i, ober bie mitteile ©Hüterin, bleibt babei flehen unb t>att ben ©|atol bogenförmig fyerabfallenb, roie in ber ©teüung 9?o.3., wo= burct) fte bie beiben kleineren ©Hüterinnen^ Ging unbßroei, gteic^fam t>erbinbet; ber ©pmmetrie roegen muffen biefe ßefcteren root)l hb* aHt fyaben, bap fie ujre ft'H freu^enben tfrme gerabe über ber Sftitte beg, burH ben ©fyarot ber 3n>et gebitbeten #alb£retfe$ «rieben. (SEaf.HI. gtg*33,). SOßa'brenb biefe Gattung ber #rme unb #aube unüerdnbert bleibt, erfolgen nun bie fHon mefyrmatg ernannten £3eroegungen auf: 9iie b e r ! gurücfgefHob e n l © a n § nieber ! £3 e i g e jogenl ©tetlung 9?o. 6, — Ging! Ging unb £>m begeben ft'H notymtä in bie ©ruppem^a- 67 lancirjMttng, roa'fjrenb ble 3n>et ficf> langfam mit bem regten ßnie bis auf ben S3oben nieberlaft. (£af. III. gig. 34»)» £)urd) ba6 .ftommanbo: S5 e tge& ogen! wirb iebeö SD^al bie urfprünglidje Äorperfjaltung t)ergeffellt. Stellung 7» 3u btefer Stellung treten bie ü(erinnen fe fünf unb fünf jufammen, jebod) fo, baj? bie größte, roeldjc bnburd) jur 2)ret tvirb, ftd) in bte 5D?ttte (feilt, unb bie betten freinflen, bie (5t unb günf, an beiben ©eiten $u jfeljen kommen. 2fuf: (ging! , begeben ftcf> bie 3m et, £)ret unb SM er in bie. eben befdmebe* ne Stellung 9?o. 5.; (£tn$ aber nimmt bie (Stellung 9?o. 2. unb günf bie (Stellung 9to. 1. an. 2Me betben jitlegt ©enann? ten bringen tf)re Unterarme unter ben rechten unb (infen 2Trm ber 3nut unb Sßter unb bilben fo mit biefen ein $mt$. (£af. III. gig. 35.). - £>tefe (Stellung enbigt ftd) burd): S3eig e i o g e n ! (Stellung 9lo. 8. — ging ! Sjl biefelbe Stellung, nur mit ber f (einen SSeranberung, baß babet bteCHnS unb günf fnieen, nacfybem fte, ftd) ju gleicher 3eit mit einer 2{d)teln>enbung linfS unb red)t6 einwärts wenbenb, auf ba6 d'ußere Änie ntebergelaffen l;aben. (£af. III. gig. 36.). iBei g e $ ogenl Stellung %>.9. 3u ben in ber Stellung 9?o. 7. ftd) befmbenben fünf Schülerinnen treten nod) sroet kleinere, an ieber (Seite eine, an* 5Tuf: ßjjtf.! nel)men bie 3met, £>ret, SSier, günf unb r> auf bemjenigen, tt>eld)er ber SDtfitteljren ober ber SSter am nacfofen tfr. £)ie beiben 2(eu|erjten aber, (£in$ unb (Sieben, laffen ftd) auf ba$ äußere Änie nieber, wie bie beiben #eußerjren m ber (Stellung 3fo. 8. (£af. III. gig. 37.). 33eige§ogen! 5* GS «Stellung Wo. 10. bleibt biefelbe Stellung, jebod) mit bec Sßerdnberung , ba§ (?in£ 5tt)ifd)en 3roei unb £)cei, unb ©ieben jwifeben günf unb (^ecfyS bie fnieenbe ©tellung in gecabec 2inie annehmen. ©efyt bte Bafyl bec €>d)ütecinnen babet ntdjt auf, fo fann bec ßefycec bie Uebriggebliebenen baju üerwenben, baß ec üoe jeber ©cuppe, unb jroac t>oc bec SSiec, ebenbiefelbe fnieenbe Stellung annehmen logt. (Saf. IV. gtg. 38.). S3 e t g e 5 o q e n l Stellung Wo. 11. — ging! £>ie ©d)ülecinnen nebmen bie (Stellung Wo. 3. an, t>ec= binben fid) abec mit einanbec, inbem fte fid> bei ben mit ben ©barolS erbobenen $dnben leicht beulten, roocauf bann bec ba* lancicenbe ©ang folgt, toie bei ben Stellungen mit ^canjen, auf bad Äommanbo: \ »orwäct«, — Sin«! unb \ ötücTroartS, — (£tn$l worüber bie Abteilung ubec bießcanjffelutngen nadjjufeben ijL £5e6= gleidjen Wieb bec grontmaefd), wie bei jenen Stellungen, ju ma^ djen fein; jebod) nidjt im©efd)winbfd)ritt, weil baburd) bte Sb arol $ aus ibrec malerifd)en Sage fommen würben, fonbecn nuc tm£>c= binärfd)ritt* £a$ Äommanbo wirb alfo juoö'rberft tyifon: Sf)awl$ — boef)! worauf bie Schülerinnen mit ben fernen bie Stellung Wo. 3. annebmen, bie #dnbe tterbinben, bie güfe abec, geefe an gerfe gefctyloffen, auf bem S3oben fteben laffen; auf: Sn bie — J>oj|! erbeben fte fuf) auf bie gußfpifcen; unb nun folgt: ÄSorwactS — 2J?acfd)! SSücfwartS — %Jlat\H — umgefd;lungen! wocauf bieSbawte, wie oben betrieben werben, wieber fcorfcfyrift' mdpig umgefd;lungen werben. 69 ä? t e t* t e Ii b t r) e i l a n 3. 2Cttjtattt>§übtuterrfdjaft als 2Cnmutty, entbehrte fite aud) atfen @d)muiel mir befannt, Don feiner ©eite SWißbilligung erfahren fyat, obec al6 etwas in ein gpmnaflifcbeS Sehrbud) nid)t SpaffenbeS unb SrembartigeS gefabelt worben i|r, fenbern wenn man im©e* gentbeile anerkannt hat, ba£ bie 2(n(hnbSübungen nüfclid) unb geeignet feien, $u einem ©egenffanbe beS gpmnajlifchen Unterrichts gemacht ju werben, fo wirb biefeS noch vielmehr ber Sali fein in einem 2el)rbud)e ber ©pmnajlif für bie weibliche Sugenb. £)ie Sienbens eines fold)en ift wohl im^Befentlichen bie nämliche, bod) bie 23er* fd)iebenl)eit beS ©efcbledjtS führt uns t>on felbjl ju einer anbern 9tid)turig. 5öenn bal)er baS, was biefer 2fbfchnitt behanbelt, in jenem £el)rbuche mel)r nur Sftebenfadje war, fo wirb eS in bie* fem ein #auptgegenjfanb, wejtyalb ich nicht unterlaffe, ihn ben gtmmajlifchen fiebern ber weiblichen 3mgenb angelegentlich^ $u empfehlen unb fte ju bitten, ihre ©orgfalt unb u)r ©tubium barauf gerichtet fein ju laffen. 9?ur eingebaut fann Derfennen, wie t)iel barauf anfomme, wie wir im Seben unb in ben fo ttecfcfyiebenen Sßerhältniffen , Berührungen unb Umff änben beS £e* benS unferen Korper bewegen» Unb foüte eS, ton einem fyöfyeren ©tanbpunfte aus betrachtet, aud) nichts hochwichtiges fein, fo h at eS boch baS gefellfchaftliche, £eben , fo wie eS ftd) unter ben ctoi* lifteten Nationen auSgebilbet fyat, baju gerempelt unb eS fy™^ oft ton ber gefälligen, gefchieften unb ben angenommenen die geln beS2(nftanbeS gemäßen Haltung unb Bewegung unfereSKor* perS unfer(Muf unb unfer ©ohlbefmben in ber menfchlichen ©e* feüfd/aft ab, aus weldjer wir uns nicht auSfcheiben fönnen unb 70 bürfen. £et &i$mfitixü$ß , bet ftd> übet ben tfnfhnb unb bie gefellfd)aftlid)en formen hinwegfegen will, üetfefct ftd) in einen KtiegSjuftanb mit bet fociaten Sßelt, giebt überall tfnjlcß, ft'nbet überall! 5öibetf!anb, verbittert ftd) baS Seben, fdmpft einen trau; ttgen, mtfclofen Kampf unb würbe am @nbe bod) nichts 2(n* bereS fein als ein ©tarrftnniger ober (5goift, bet ft'd) genötigt fel)en würbe, ein Grinft'eblerleben ju führen, wie eS fcfywet aus* jufüf)ren fein bürfte. Unb wäre eS aud) bem Spanne mogtid), fo würbe eS bod) gewiß bem Sßeibe unmöglich fein» 3>d) roiU bamit nid)t fagen, baß ein Stfber mit bem <2ttome fcbwimmen folle; benn, werben bie bitten, bie ©ebraudje, biegotmen beSßebenS fd)led)t, unmoraltfd), bann wirb eS GbarafterfefHgfeit fein, ben herrfdjenben Uebeljtdnben ft'd) entgegengehen > bod) bamit haben wir hier nichts $u tJjun, bie Ünflanbsbewegungen ftnb fo un- fdjulbige £)inge, baß wir uns hierin wol)l metftcntl;eitö bet b^t> fd)enben <3itte ober 9flobe unterwerfen tonnen, ohne unfere moralifdje SÖütbe ju verleben. ©ollte ft'd) jebod) in bie äuße» ren ®ebrdud)e unb Körperbewegungen etwas $8erwerfüd)eS ein« fd)leid)en, wie eS wohl ber gall fein fann unb suweilen ift, unb bie fyerrfdjenbe 50?obe baS Unanfhtnbige jum 2(nfHnbtgen ftempeln wollen, fo wirb eS unfere Pflicht fein, biefe @in$elnheiten ju üermeiben, ohne alle geschäftliche $ormen wegzuwerfen, unb biefeS gelittete Setragen wirb uns nid)t fdjaben, fonbern nur ©ewinn bringen, benn wir tragen fo baju bei, bie Uebelftd'nbe auS bem gefelligen 2eben ju entfernen, ohne uns feinbfelig ihm'ge* cjenüber$uftellen. Ueberhaupt ftnb bie Ovegeln beS 2(nftanbeS tbeilS unueta'nberlid)e, tl)eilS t>etdnbetltd)e. £)ie unüerd'nbet* liefen ftnb bie, welche h)ten ©runb in bet innetn «Sittlichkeit l)aben , bie veranberlicben bie , weldje nur burd) ben jufäüigen (Befdmiacf ber 3eit ober bet Sföobe hergerufen werben» Severe arten juweilen aus, unb eS gel)t barauS l)eroot, baß man ihnen ft'd) nicht $u unterwerfen fyat, wenn fte eine verfemte Dichtung nehmen* £)ie erfleren aber gelten su allen Seiten unb ftnb mit bet gtoßten ©otgfalt in allen Sagen, in allen <3tanben, in allen S3erl)dltniffen ju beobachten, fte ftnb baS 5öefen beS 2(n|lanbeS, wd'brenb jene bie Sorm ftnb» £>ie Komplimente nun, mit benen wir eg biet jundcbft ju tbun haben, geboren ibrem 5Ö3e- fen nad) $u ben untierdnberltdjen ©efefcen beS #nf!anbeS unb ib s ret gorm nad) §u ben üetdnberltcben ; benn biefe 2CnftanbS = ober ^ofltd)feitbewegungen geben aus bet Pflicht, unfere SDfttmenfcben ju ad)ten, Jjecüoc; burd) fte bezeigen wir ihnen äußerlich unfet Sßohlwollen , unfete Achtung, unfere greunbfcbaft. £)urd) *£>alt* ung unb Bewegung unfeteS Körper fonnen wir unfete 9flenfd)ens freunblid)feit beurfunben, unb eS an ben Sag legen, ob wir ben SBillen haben, uns fo ju bettagen, baß Anbete in unfetet DZa'he ftd) wohl fühlen, wie wir im @egentl;eil Mn^si) eben fo unfe- 74 ren #ag, unferen "Stola, unfere Verachtung tfnbeeer, unferen SBtUen, webe $u tfjun, gu ernennen geben Tonnen. 2Saö bie innere Sittlichkeit an ben Sag $u legen befielt, baruber ift fein Zweifel > bie Komplimente ftnb alfo ihrem SOßefen nach uns veranberliche ©efe&e beS AnjlanbeS. Sef halb ftnb fte audE) 51t allen Betten unb unter allen 236lfem Sitte gewefen unb werben e$ bleiben» Sie gorm berfelben aber ift veranberltcf). . Sie ver« anbert ftd) in ben verfd)iebenen Reiten, fte tft ber SÖ?obe unter« rcorfen, fte ift verfdneben unter allen Bolfern, je nad)bem ihre Sitten im Allgemeinen verfchieben ftnb. Sa nun nicht ju laugnen ift, ba{? bie AnftanbSbewegungen etwas 2öefentlicheS im aujjeren 2eben ftnb, fo ijt eS flar, bajj eS bem pt)pfifchen Grrsieher obliegt feinen Möglingen bartn Un* terricbt $u erteilen, bepl)älb^ nehmen wir bte£el)re von ben Korn* plimenten in ben Unterricht ber ©pmnafitf auf unb bemänteln fte mit t>orjüglic^er (Sorgfalt bei bem gpmnaffrfdjen Unterrichte für bie weibliche Sugenb, wobei wir unS zugleich beftreben, fte nach Regeln beS guten ©efchmacfs unb ber «Schönheit zu lehren, bamit biefe Bewegungen nicht nur anjfanbig, fonbem auch anmutig von bem fronen ©efchlechte aufgeführt werben. Sajj ein Unterricht hierin ein gefühltes Bebürfnij? ifr, jetgt bie nicht unbeträchtliche ßahl ber Kompjimentirbücher, bie erfchte* nen ftnb unb immer neu erfcheinen. 3>n biefen Komplimenttr* büchern wirb jebocl) oft unter bem 9lü£lichen auch Sd)äblid)eS ge* lehrt, fte geben ^auftg-ben jungen Samen Unterricht in Singen unb fünften, bie §um mmbeften fehr §weibeuttg ftnb. 3n je» bem galle aber machen fte einen lebenbigen Unterricht nicht über* flüfftg, benn „alle Sheorte ift grau," bie gratis fann in fol* chen Singen nur gertigt'ett unb Bollenbung geben. (§h« ich nun juc befonbern 2el)re von ben Komplimenten fomme/ fei eS mir vergönnt, überhaupt noch (Einiges über ben Anfianb in Haltung unb Bewegung beS KorperS z u fagen, was ich bie Schülerinnen wohl z u beherzigen bitte, ba eS von jener 2el)re unzertrennbar ift; benn wer nicht mit Anflanb flehen, ftfcen unb gehen famt/ wirb auch fein Kompliment mit 2Cn(iant> machen fönnen. Auch ben Heinsen Bewegungen fann man ei* nen gewiffen 9?eij, eine Sßullenbung geben, weld)e bie Samen inSbefonbere weit liebenSwürbiger macht , als bie von ber gütigen s Jfatur verliehene Kö'rperfchonheit eS tf)ut; benn btep jeugt von eU nem woblgeorbneten Seelenzttftanbe , wemgftenS pflegt man von bem Aeuperen auf baS Snnere ju fchließen, unb baS Urzeit ber Söelt fann uns, auch wenn wir burch unfer Vermögen ober burcf) fonjlige günflige Umftanbe unabhängig ftnb, nicht gteichgiltig fein/ am wenigen ben grauen. Sft Schönheit ba, fo wirb fte burch ein anjlanbigeS, liebliches, anmuthigeS, von ^erjenSgüte unb Sitieuieinheit zeugenbeS benehmen unb Bewegen unenblich 72 gewinnen unb eine golie ehalten, weldje bie S^^rc nid)t f)in; wegwifdjen; f)at bie 9?atur fte aber fcerfagt, fo wirb ein folcfyeS S3enebmen unb S3ewegen felbft eine tyajjlidje ©eftalt unö uergef* fen laffen, inbem eS un$ einen innern Söertl) anbeutet, bec ben aufem weit überwiegt. Q*$ ftnbet ftd) $war aud) oft, wie man fagt, ein guter Kern in einer raupen ©djale, aber beffee unb fieberet ift e$ immer , ben guten Kern mit einer gefälligen «Sdjale gu umfleiben, unb bie Stauen f ollen feine raube (2d)ale f)a* ben, unb fte am wenigften fönnen »erlangen, bafi bie 2eute fo auferorbentlid) nad)ftd)tig finb, tton tf>rec raupen r Kompliment machen, als tfyre junge Stocktet neben tf>r» Anberg wirb bie Jungfrau bie greunbin, anberä ben Jüngling, anberS ben altern S3e- fannten, anberS bie Uefyrerin ober ben Server, anberä bie im Jfiange über ifyr ftefjenbe Dame unb anberS ben #errn begrü= fen. 2Cuf anbere Söetfe begrüßt ober erwiebert fte bie S3egrüfj s ungen if>r befannter *Perfonen an öffentlichen £)rten, anberS auf Sailen, anberä, wenn fteSSefudje macfyt, unb wieber anberö, wenn fte beren annimmt. Siefe Dielen unb feinen Nuancen ju zeichnen, würbe fetjr weitläufig unb amCrnbe bod) nid)t erfd)öpf= enb auffallen, ba$ letyrt ber gebilbeten Jungfrau baä ©efüi>C, ba$ 9Jad)bem;en, ber feine Saft, welcher eine 2Crt3nftinft ift, wo» mit bie grauen t>or$üglid)er begabt finb , unb ber ber 2(u$bilbung unb SBenjolffommnung auferorbentltd) fd'btg ift; benn bie gebil» betfte Same beft'fct aud) immer ben feinften Saft. Sie Jung- frau bilbe iljren @etft unb tf)r $er$, ihren © e t jt unb if)r $ e r | jage td), wat)rl)aft; benn einige frembe (Sprachen ju plappern, mit ber Kef)le unb auf bem ^iano Friller fdjlagen ju fönnen, ift nod) feine wahre S3ilbung. ©ie verfeinere ihren ©efebmaef unb (Sinn für (Schönheit; inbem fte tiefer in bie (Bebeimniffe ber fünfte unb beg SöiffenS einzubringen unb fte in bie «Seele auf* junebmen fudjt unb ftd) nicht begnügt, fie nur medjanifd) §u erlernen, wirb il)r gebilbeteS ©efübl aud) leid)t immer ba$ richtige 9flafj unb bie paffenbe 5öeife 5U ftnben wiffen, unb bie wenigen 5öinfe, bie ich pet geben will, in foweit fte ju unfe- rem ©egenftanbe geboren, werben für fte fnnreichenb, trielfeicbt fogar überflüffig fein» 2lnfhnt&töe Gattung fceö $£otpct$ feet'm (sstefcett. Sterbet ruf)t ber Körper auf ben güfjen; fte wollen wir ba* her aud) juerjt berücfftd)tigen. SSon ber guten (Stellung ber güßc wirb bie gute Haltung be$ £)berförpet3 abfangen, bie Jung-- 73 frau fefce flie bafyet s webec etnwtfrtS , nod) bcc^c fte btefelben weit auswärts, fte fefce niemals ben einen auf ben an« bern, ober fdjlage ben einen über ben anbetn ober balanctre ben Körper auf bem einen gu£e. Sie Herfen muffen ftetS twbe an einanber fteben, nie bavf fte bie güfe weit aus ein» anbec fefcen, in weldjer *Pofttion fte aud) ibte «Stellung neunte. t $u oft unb man vermeibe bavin auffallenbe SSeranberungen. Sie Änte ftnb ent* Weber beibe gefirecüt ober baS eine wirb ein wenig gebogen; am wenigsten fpfe ein Söacfeln ber .ftnte suldfftg, wie überhaupt fein ©lieb beS ÄorperS eine taftmdfjige, fpielenbe Bewegung wctyrenb beS Stehens machen barf. Sie ganje Haltung beSÄör* perS muß gerabe, geregelt fein, ofme baß jebod) bie Jungfrau je genötigt wäre , eine parabenmd'ßige SolbatenjMung anjuneb* men. Unbefcbabet ber ©ewanbtfjett unb Öfagelmaßigfett, muß bocfy bie N ^orperbaltung frei fcon aller «Steifheit unb allem 3wange fein, ßben U^alb ift eS anjuratben, nicht $u lange unbeweglich in einer «Stellung $u verharren, weil biefeS Swang terratben würbe» Smmer jebod) muß ber Körper gut aus ben Ruften gehoben werben; bie eine $üfte allzuweit beKm^ubreben, wd'fjrenb man ben Körper auf bem einen guße ruben laßt, ijl für tarnen unanfldnbig , minbeffenS jeugt eS t>on einer 9?ad)= Id'ffigfeit ober Sorgloftgfett, bie nicht immer überfeben werben möcbte. SeSgleidjen b«** bie Jungfrau bie Schultern immer gut §u* tücfjunebmen unb ben 9?üon ber beS anbern etwas Derfdjiebene 2age, boeb uermeibe man forgfdltig, beibe «f>dnbe auf bem Seibe ruben su laffen , welcbe Unfd)icFlid)feit man teiber fogar bisweilen bei jungen Samen $u bemerken ©elegenbett bat, welcbe ber gebilbeten Sßelt an^ugebören warnen. Ste^ungs frau mup wiffen, wo unb üor wem fte ftebt, unb bemgemap ibre «Stellung mobtftciren. ^(uf Sailen ober bei manchen feiers lidjen Gelegenheiten wirb eS anjldnbtg fein, wenn fte mit ben 74 £anben baS Ätetb erfaßt ; btefj würbe aber lächerlich fein bei'm ©te^enbleiben auf einem Spaziergange, wenn ft'e bekannten ^)erfonen begegnet unb ft'd) mit biefen unterhalt. 2fUe ©eziert* heit unb 2fffectation ifl 51t tiermeiben, auch bei (Gelegenheiten, wo eS fcbicflid) ifr, eine grajiöfere Stellung anzunehmen. Sie Körperhaltung überhaupt mu£ flerS grajioS fein; babet beoenfe aber bie Jungfrau, we£ StanbeS un'o ERangeS ft'e. aud) fei, bajj @ra$ie fcon Stolz unb #oct)mutr) fefjr tierfebieben iff. Sie gebe ft'd) bal)er niemals 2firS unb trage, wie man zu fagen pflegt, bie 9fafe fjod), ft'e laffe nie bie fleinen güf e mit männlichem Srofce wie eingewurzelt auf bem S3oben flehen unb werfe nie ben Kopf ge* bietenb in bie^öhe unb nad) ben Seiten mit ftoljem freien S3lic!e» @S ftel)t biefe Körperhaltung feiner Same wohl, unb wenn ft'e allenfalls bei einer älteren Same fcon fjo^em 9?ange, üon gre* §em Vermögen, tion mefer 3Bellerfar)rung ertraglich fein fönnte, fo ifi: ft'e bod) jebenfaUS für eine Jungfrau weber anftänbig, nocr> fchön. Sft bte Jungfrau tion hoher ©eburt, fcon großem Ver* mögen, tion aufjergewöbnlid)er Schönheit, fo bafj ft'e, wie man fagt, grcf$e 2lnfprüd)e mad)en fann, fo wirb ft'e ft'd) burd) biefe Haltung t>erha§t machen ; gehen ihr aber jene Qrigenfdjaften ab, b,at ft'e feinen ber eben erwähnten Vorzüge für ftd), fo macht ft'e ft'd) nod) baju lächerlich unb wirb ft'ch tion ben rücfft'd)tlofen Beobachtern baS sprabifat: betteljlolj, erwerben. Bei beiben aber wirb man mit 9?ed)t auf feine ausgezeichnete Bilbung fd)liefen fönnen, benn wenn auch nicht allemal gerabe bie Summheit mit bem Stolpe gepaart ifr, fo ifr bod) eine höhere unb tiefere ©etfreS = unb^erj* enSbilbung mit einem folgen Benehmen gewip unvereinbar. Sa* gegen fenfe bie Jungfrau re ©dmlter $u legen, was nur im Pertrauitcbften Umgange erlaubt ifL gerner tfi baS Anlehnen an eine SSanb ober ©d'ule, baS ©tufcen auf eine Stuhllehne mit ben 2frmen ober beiben $dn» ben für tarnen unanfMnbig. Sie Scanner l)aben hierin eine größere greibett, unb eS febeint unter ben jungen Herren eine foldje nacbldfitge Körperhaltung in ©efeüfcbaften faßt gafhton wer* ben 5U wollen; bodr> bie Jungfrau afyme bte Sanieren bergan* ner nicht nad) unb erinnere ft'd?, baß ihrem ©efd)led)te mehr 3urud^altung gebührt» Sieben bem ©rajtofen in ber Stellung ijt eine #auptfad)e bie ^atürlidjfeit, unb nicht nur in ber Stellung, fonbern aud) überhaupt in jeber Bewegung, bie fte in ber ®efellfd)aft macht, muß biefe fte begleiten» Stefe Natürlichkeit ft'd) fo balb als mog= lid) anzueignen, muß baS «Streben jeber jungen Same fein, bie ft'd) wof)l in ber Sßelt bewegen will» Sftan barf il)ren Beweg* ungen nicht anfel)en, baß fte eingelernt, fhtbtrt ober erzwungen feien» Stefe Natürlichfeit, welche jeigt, baß wir beute nicht §um erjfen 9flale in guter ©efeüfchaft uns beftnben, erlernt ft'd) nid)t immer fogleid), bei manchen Samen im ganzen 2eben nicht; benn baS junge Wläbfym muß $uPor alle 2(engjfr ich feit unb Ber* legenbeit abgelegt fyaben. #ier$u nun ifl eben baS beßte SÄittel bie ©pmnafftf» Sie ©cbmerin, weld)e btefen Unterricht gehörig benufct f>at, bie einen befebeibenen @inn beftfet, unb bal)er ntd)t fogleid) in ber (Sefellfdjaft (£pod)e machen will, fann mit aller Unbefangenheit, ohne alle Verlegenheit in jebe ©efelifcfyaft ein« treten; benn fte bringt baf)in baS Bewußtfein mit, baß fte wohl gelernt t)at, ihren Körper gut, regelmäßig, anjMnbig unb ge* fällig ju tragen unb ju bewegen, baß fte atfo in biefer $tnftd)t feinen Zufloß geben wirb» gdlft biefe Befürchtung hinweg, fo wirb balb alle Verlegenheit febwinben ober niemals eintreten, unb balb wirb fte ft'd) mit ber pollfommenen ßeiebtigfeit bewegen, mU d)e bie (Gewohnheit ber guten ©efellfdjaft giebt» 76 c t ' m t $ c tt werben nicht minber bie allgemeinen 9?egeln über Körperhaltung, beren wie bei'm Stehen Gfrwä'bnung gethan, $u beobachten fein. Das junge $Jlabd)tn entferne alle (Geziertheit, alle Steifheit, aüe ©ebücFtheit, alle SSerfrümmungen unb SBerbrebungen beSitörperS. Ste ft£e gerabe unb fein ru^ig auf bem Seffel, ohne baß ffe auf bemfelben wie angeheftet erfcheintj fte breite bie S3eine we* ber aus, noch fchlage fte biefelben über einanber, noch flrecfe fie felbige weit von ft'd), nod) umfd)linge fte mit ben güßen bie bei» ben Stuhlbeine, Das Anlehnen beS SHücfenS an bie Stuhllehne, fo wie baS Auflegen ber $anb auf bie Stuhllehne ber nicht ge* nau bekannten Nachbarin, jeugt nicht Don guter Sitte, ©in S3eweiS von ©eiffloftgfeit ober 3*ttfreutheit ober Don langweile, ben man in feiner ©efellfchaft geben barf, ifr eS, wenn man mit ben Rauben ober güfen ein tMnbifdjeS Spiel treibt ober bie ginger fnacEen laßt. 2fud) baS Riehen ber 9?inge Dom ginger unb baS bamit getriebene Spiel fann nicht als eine angemeffene Unterhaltung angefehen werben, felbft baS Sanbeln mit bemS0?e* baitlon, berÄette ober anberenöegenjMnben beS$)u£eS wirb nicht immer paffenb erfcheinen. 2(nftößig aber ift eS, wenn bie junge Dame mit eitler Selbfrgefä'Uigfeit ober ©ebanfenloft'gfeit in 33e* trachtung ihrer eigenen werben Herfen Derfunfen ifir , bie $änbe, bie güße u. f. w. Uföaut ober hauftg burch ßupfen unb Strei* chen ihre Äleibung ju orbnen ober ju befferu fudjt. faßlicher noch iff ber Verfloß gegen ben tfnfranb, ben man juweilen felbft auf SSäüen $u beobadjten (Gelegenheit fyat, wenn bie junge Dame bei'm 2fuffreben Dem Stuhle fchneü mit ber einen $anb $urücfs fä'hvt unb bie burch baS Sifcen etwas in Unorbnung gefomme» nen ober gebrochenen 9vocffalten burch einiges fdmelleS Rupfen wieber in bie gehörige Sage $u bringen fucht. Grs tfi: biefeS eine burchauS unaffh^tifche Bewegung, bie ben tfugen ber Scanner nicht entgehen wirb, welche bann auch ntct)t unterlaffen werben> ihre frwolen S5emerfungen barüber $u machen. 3u bergleichen SOßifcen aber Gelegenheit $u geben, mögen unfere Jungfrauen auf baS Sorgfamfle Dermeiben; fte mögen lieber bie faum be- merkbare Unorbnung an ihrer Äleibung bulben, welche fte nicht Derfdutlbeten unb bie ft'd) am Grnbe Don felbft wieber burd) bie Bewegung beS ©ebenS ober beS Sanges ausgleicht. 2(ud) flehe man nid)t mit großem ©eraufdje auf. Daß man bei'm Si^en wie bei'm Stehen wo möglich Sftiemanbem, wemgjfenS nid)t *Per* fetten, benen man 9?ücfftchten fchulbig t(t, ben Mcfen $ut"'ehrr, ijt eine bekannte Öiegel. werben hoffwtlid) bie Sd;ü(etmnen ber ©pmnajlif bie groben 77 itnb lacherlid)en gelber, bie bflbei öor^ufommen pflegen , Dermei* bem £)urd) bie 9ttarfd)* unb ©angübungen werben ffe bie etwa* igen geiler fd)on abgefegt unb einen gefälligen unb gra^iöfen ©ang ftd> §u eigen gemacht ^aben. 3cf) erinnere nur noch baran, baß bie £)ame Weber ihre dritte beflügeln, noch $u langfam fcbleicben, noch mit übertriebener ©ranbe$$a einherfebreiten barf, fonbern einen furzen gleichmäßigen Schritt galten muß* 2Bir fommen nun $u ben Komplimenten $urüc? unb geben einige groben, wie ffe bei'm gpmnaffifcfyen Unterricht geübt wer* ben fonnem Sßie bei früheren Uebungen läßt ber 2ef)rer bie Schülerinnen in eine 2inie treten, ficf> $u Zweien abzahlen, bie 3weien tjtec ©dritte fcorrüefen unb fommanbirt hierauf: Kompliment 9lo. 1« ( SinS l * Sftachbem bie Schülerinnen Don bem ßehrer einzeln gemu* jtert roorben ftnb, unb berfelbe an ihrer (Stellung, in welcher ft'e baS Kleib gefaßt halten, nichts mehr 5U tabdn ftnbet, fefcen ffe auf obigeS GrinS! ben linfen gup unmittelbar f>tntec ben rech* ten, unb $wac gequert; inbem ft'e barauf mit beiben aus* JoärtS fich biegenben Knieen langfam unb mit ©rajie bie Sßer* neigung machen, jdhlt ber ßefjrer mit etwas gebä'mpfter Stimme langfam: Bweil unb wd'hrenb fie ffch wieber langfam in bie gerabe Stellung erheben, wobei fie bie gerfe beS rechten gu* ßeS an bie beS linfen jiehen, ruft er: £)rei!*) #ierburch ent* jfeht ein Surücfjieben , welches ber 2Tnftanb erfjeifcht, felbjt wenn bie begrüßte $5erfon ebenfalls eine ^Dame ift. £)abei muß ber SSlicf befeelt fein, bamit baS Kompliment nicht jum gebanfenlofen Sftafchinenfnir wirb» (£r wirb freunb* licher, befdjeibener, ernfler ober würbeüoller fein, je nach ber 9)erfon, ber bie Grhrenbe$eigung gilt» 2)er £)berförper wirb nicht, nach 2frt ber Komplimente ber Banner, gebeugt ober vorwärts bewegt. Kompliment 9?o. 2. Grs ijl biefeS baS Kompliment, welches eine SDame bei'm Eintreten in ein Limmer macht, worin ftd) nur eine ^erfon befmbet, bie fte ju begrüßen hat. Torwarts — Sftarfd)! Sie Schülerinnen treten mit bem linfen guße an, gehen *) Set Cejret unterlaßt bg§ Sailen,, fobalfc bte ßfyüUtixmm einige gevtigrett erlangt Ijaben, 78 sier Schritte fco* (ber vierte (Schritt mufj ganj flefn ausfallen) unb machen ohne SSerju^ tag Kompliment 9Zo. 1. £)er £ef)rer mache bie Schülerin barauf aufmerffam, bafj bie 3al)l ber ©dritte, welche man bei'm ©intreten in ein 3im* mer üor ber Verbeugung DorroärtS macht, ftch fott>cf>l nad) ber ©rb'§e beS Limmers, als auch nach ber Entfernung ber $u be« grüfenben ^erfon richtet. £)er rechte gup muf bet'm ^Komplimente ffdf> allemal Dorn beftnben; benn im anberen Salle würbe eine Unregelmäßigkeit entfte* hen, wenn man im tfugenblicfe beö Kompliments ber begrüßten 9>eifon bie $anb reichen ober ihr etwas übergeben müjjte. Kompliment 9?o. 3. — ging ! JDie Schülerinnen machen baS Kompliment 9?o. l.j waf>* renb beffelben aber tterlaßt bie rechte £anb baS Kleib unb er* l)ebt fid) langfam mit wohlgerunbetem 'tfrme, fo bap #anb unb Ellenbogen in gleiche $ol)e mit ber Schulter fommen. 5Benn hierauf ber rechte gujj fiel) an ben linfen $urücf$ief)t, fenft fid) auch bie £anb langfam fjerab unb ergreift wteber baS Kleib. Kompliment 9?o. 4. 83orwart3 — £0? a r f er; ! £)ie Schülerinnen geben toier Schritte t)or, wie bei'm Korn* pliment 9io. 2., unb machen hierauf baS Kompliment 9fo. 3» Sftun lapt ber Server bie Zweien burdj: \ 9?ed)t6um — Uf)tt\ \ gront gegen bie Einfen machen, worauf jebe Ein'S ftdb fo fielU, bafj fte ber 3 w e i gerabe gegenüber $u pel)en tommt. SR bie £)rbnung ^ergejrelit, fo wirb fommanbirt: Kompliment 9fo. 4* £>te Broeten — Vorwärts — Sflarfd)! Sie Schülerinnen beft'nben ftd) in einer Entfernung Don toter Schritten üon einanber. £)te Einfen bleiben freien; bie 3weien aber geben üier Schritt ttor unb machen baS Kompli: ment 9?o. 4. 3u gleicher 3eit machen bie Einfen baS Korns pliment 9fo. 3. unb bie rechten ^anbe beiber Schülerinnen er* f äffen ftd) mit Baumen unb 3etgeft'nger auf eine leichte, gefällige unb anfranbige SÖB'eife. 2Me übrigen ginger fmb fanft unb un* gezwungen eingebogen. 2fuf : m * 2)ie 3weien — jurücB! brehen ftd) bie 3weien auf bec linfen gugfpi^e mit einer balUn 79 Söenbung rechts faxum, fd>retten um>er$üglich wäfyrenb ber £)reb ? ung mit bem rechten gufe t>or, unb nadjbem fte Ui«5 te fte mit 2fnffanb ei- nen leisten ©egenftanb , tt>te $. S3. eine Karte , einen (Em* pfehmngöbrief, ein £3uch jc, anzunehmen ober $u überreichen fya* ben, werben fclgenbe Uebungen jroedbtenltcr) fein. S)er Sekret übergiebt jeber (Schülerin ber 9feif)e nach eine -Starte, welche fte, mit Kompliment 9?o. 3., an ber ihr 5undd)fi liegenben (5cfe mit Baumen unb Zeigefinger ergreift,* fo baf ber Säumen bie Karte oben unb ber 3etgefmger biefelbe unten er« faflt. Stach gefdjehener Uebergabe unb gemachtem Kompliment faßt bie rechte, bie Karte fyaltenbe $anb wteber ba§ Kleib, wie vorher* Buerft mujj ber 2et)rec ba$ ©efdjdft be$ UeberreichenS ber Karten felbfi übernehmen, fpdter fann er e§ ber erjTen rtft ft'ch auf ber oberen (Seite befmbet, unb bajj ber Empfänger fte fogleid) lefen fann. 2luf anbere 5öeife eine Karte, einen Sörtef ober etwas begleichen 5U überreichen, würbe unhöflich fein» Kompliment 9?o. 6. \ Vorwärts — SD? a r fehl Sie (Schülerinnen fchreiten üter (Schritte w unb machen ba$ Kompliment Sfto. 5. 3 u r ü cf ! ©ie begeben jtch uiec (Schritte jurücf, fo baß fte wieber t'hre \ \ \ vorige (Stelle einnehmen, unb pellen auf: etnS! swei! beeil bie gront wieber her. Sie 3voeten rechtsum — fehrt! .^achbem nun bie Zweien ft'ch ben Grütfen gegenüber genau eingerichtet haben, fommanbirt ber Server: 80 Kompliment 9Jo. 6, 2He äroeien borwartd — SERarfchl £)ie Zweien gehen ttor. S3ci'm vierten ©cfyritt mad?m fammtlicbe «Schülerinnen ba$ Kompliment 9?o. 5,, wobei bie Grin= fen bie ton ben Zweien überreichte Karte annehmen. £ie Zweien — jurücf! 9Jad)bem bie Zweien t>ier (Schritte gurüefgegangen ffnb, machen fie auf: eins! jwei bt et ! wieber gront gegen bie (Sinfen. £)iefelbe Uebung, welche eben bie Zweien aufgeführt (jaben, wieberhole man mit ben (Sinfen. Kompliment im 33oru&ergcl)Ctt. Der Sebrer wirb barauf fehen, bafj ba$, waä wir hier ge* ben, mit ©rajie unb £eid)tigfeit ausgeführt werbe. (5$ ift babei ba$ S5egegnen einer $)erfon gebaut, welcher bie junge £)ame befonbere Ächtung $u bezeigen fcbulbig tfh 3n ber ^rariS wirb baä Kompliment im Vorübergehen na* tüvlich fel)r t>erfcbieben fein, je nad) bem SSerhaltniffe, in welchem wir $u ber ^erfon flehen, ber wir begegnen. £)ft wirb ein blo* fje* CSenfen ober liefen mit bem Kopfe hinreichen, womit man jeboer; 9?efpeft$perfonen nid)t abfertigen barf. 3n bem nämlichen Safte, in welchem wir gehen, machen wir aud) baä Kompliment, ©eben wir langfam, fo geflieht bie S3er^ Neigung langfam; ft'nb wir genötigt, fchnelfer ju geben, fo wirb aud) ba$ Kompliment fchneller $u machen fein. S3egegnen wir nun aber in biefem fdjneUen ©ange einer ^erfon, ber wir ein acht* ungtioUereS ober etwas feierlicheres Kompliment ju machen »er* pfltd)tet ft'nb, fo muffen wir ungefähr fdjon 6 big 8 (schritte vor Dem ßufammentreffen mit ihr eine langfamere ©angart annehmen, um auch baö Kompliment in gemeffenerem Safte t>cU$teben ju tonnen, dbm fo werben wir nad) bem Komplimente nod) einige (Schritte in berfel* ben langfamen ©angart fortfehreiten, unb bann erft wieber, wenn e$ nöthiä iff/ ben febneüeren ©ang annehmen. Grin plofclicbeS Inhalten in bem fchnellen ©ang, unb ein plofclicheS SBieberein* fallen in benfelben würbe auffallenb unb nicht graziös fein. 2fuf: Vorwärts — 9ttarfd)l fchreitet bie «Schülerin, an beiben ©eiten ba$ Kleib h^^enb, lang= fam unb mit tfnftanb vorwärts, unb bei ber erffen ©teUe, wo ftd) ber £el;rer, ber bie ju begrüpenbe *Perfon reprafentirt, aufge= fteüt f;at, ungefähr in einer Entfernung t>on 2 bis 3 on bei bie« fer $>erfon vorbei rodre *)♦ Sil biefeS Kompliment im (Singeinen geübt roqrben, fo Id'gt eS ber £el)rer aud) im ©angen üben. £>ie (Stufen fletfen ftd) an ber oberen Seite beS SaalS auf, bie Zweien an ber unteren. 2utf ein gegebenes Reichen gel)en beibe Leihen einzeln gu gleicher 3ett nad) unb nad) ab, fo bag fte ffdb> in ber ÜÄttte beS Saales be* segnen unb gegen einanber im Vorbeigehen baS eben betriebene Kompliment machen. Spater laffe ber Eefyrer bie Schülerinnen in einem Kreife mit 3^tfd)enrdumen um ftd) tymm gehen, unb pelle fiel; einmal innerhalb unb einmal außerhalb beffelben, bamit bie Schülerinnen balb rechts, balb linFS gu grüßen genötigt werben. ^Jladf) biefen tfnflanbsübungen wirb eS fef)r erfprieglid) fein, wenn ber £ef)rer feine Schülerinnen unterrid)tet, wie fte ftd) bei'm Eintreten in ein Bimmer ober eine ©efellfchaft gu benehmen uno welche Korperbewegungen fte babei 5U mad)en haben* Grr wirb ftd) baburd) fefyr verbient um feine Schülerinnen machen; benn wie ber erfle dtnbrucf überhaupt ein bleibenber iff, unb von il)m Viel abfangt, fo h a 'ngt aud) von bem erften Auftreten eines *) SSegegnet man bem Regenten beS CanbeS ober fonffc einer hotycn fitrftnien 9)erfon, fo bleibe man ftc^en unb madje, wetyrenb fte votrr bei gel)t, fäl;rt ober reitet, ba$ Kompliment 9eo. 1. 6 $2 jungen 9fläbchen3 in ber 5Belt viel ob für if>r au§ere$ 2eben. fachte ffr ftch hierbei lächerlich ober Qet)afftg , fo würbe fte viele 50^üt)e unb lange Bett unb bie forgfamjle äufmerffamfeit brau= d)en, um biefen erflen Etnbrucf ju verwifchen. Vom erffen Ein= tritt in eine CBefeUfchaft t)d'ngt oft baä Vergnügen unb Sftifwer; gnügen ab, welches wir in berfelben ftnben; bec erfte Eintritt in baS Limmer einer *Perfon, bie (5influ^ auf unfer (^efcfytcr' hat, von ber wir vielleicht unfer Söohl erwarten ober erbitten wollen, entfct)eibet oft über bie Erfüllung unferer SBünfdje ab, Sie gewöhnlichen $ef)ler, welche unfere jungen Samen bei ihrem #ufs unb Eintreten machen, entfpringen metftenS auö gwei verfchiebenen Urfachen, nämlich entwebec aus Schüchtern; hett ober aus Anmaßung. Ser Bi^et fei grof ober flein, fo ijt e§ notl)ig, bafj bie junge Same mit ßuverft'cht unb ©ewifjbeit eintrete, verbunben mit ber Vefcheibenbjeit unb weiblichen 3urücff)a(tung , bie eine Same, fte fei jung ober alt, fd)b'n ober nicht fd)6n, reich ober arm, vornehm ober gering, niemals ablegen barf, fie mag nun Eintreten vor tt>re Königin ober vor eine Vettlerin ; benn au£ ber 2(engjllicl)^it , mit welcher ein junges Stäbchen eintritt, ent- fpringt oft ein choquanter fehler in ihrem S3enef)men ober ihrer Körperbewegung, unb bie barauS entftel)enbe Verlegenheit macht, baf; fteVerfehen über Verfehen begeht, welche fie in ben Lütgen ber ©efellfchaft lächerlich machen, unb anffott Vergnügen, Erbeiterung ober Erholung ju ft'nben, wirb bie 2(ermffe von ihrem ©d)amge= fühl auf bie petnlichfte SBeife gefoltert. Vielleicht war ber begangene gehler nicht fo auffaüenb, aber ber junge, unfichere Heuling J>att ihn für größer, unb er ifl: auch beStvegen größer, weit er gleich ju Anfang begangen worben ift; benn bei'm Eintreten fmb Zl= ler 2(ugen, ober wenigftenS ein großer ber fcharffehenben tfugen ber ©efeüfchaft auf uns gerichtet; wir tonnen un§ bafjec nicht mit ber Hoffnung fchmeicheln, baß ber kleine fehltritt un= bemerkt geblieben fein mochte, ber vielleicht fpäter eher überfehen worben wäre. Sa, vielleicht ftef)t bie junge (Schüchterne fchon ba3 t)öt>ntf<ä)e Sächeln um ben 9ftunb biefer ober jener Same von Sßichtigfeit fchweben ober glaubt wenigfrenS e§ $u fehen, unb nun ifl eS um ihre ©eijleSgegenwart gefchehen; aus ihrer Ver- legenheit entfpringen Unbeholfenheiten unb Unfchicflichfeiten* Sie nachfolgenben Uebungen bejwecfen, bem jungen 97?äb; djen ba§ fo nöthige Zutrauen §u ftd> felbft ju geben, inbem fie bemfelben bie erforberlichen2(nf!anb6bewegungen bei'm Eintritt mit Sicherheit unb ßeichttgfeit auszuführen lehren» Sie zweite Quelle ber h a ' u ftgf?en gehler im benehmen bei'm Eintreten tjf bie 2frrogan$, mit welker 5uweilen junge Samen 83 t>on ©tanbe, befonberS in ber ©efettfchaft, $u erfcheinen pflegen. Store Köpfchen ft'nb gan^ t>ou" Don Einbilbung auf tf>ve t>ermein* ten ober wirf liehen SJorjüge, baher glauben fte, baf eö ihnen wof)l anfiele, ftd) in bie Brujl: ju werfen, mit befonberer 2Sür= be, ©ratritat unb vornehm fein follenbem 2öefen in ber@efettfd)aft ju impontren unb burd) ein unfchicfltcheS ©eraufd) bei'm Eintre- ten gleich Aller Bltcfe auf ihre hohe 9)erfon ju Riehen. ^tec= burd) üerltert ihr Benehmen bie geinhett, tfjre Korperhalts ung bie ©rasie unb i^rc Bewegungen ben 9?et$ unb bag Ein* nebmenbe, fo wie bie geidjtigfeit , bie fte, ben Regeln be8 wahren ÄnffanbeS gemäß, ^aben fotfen. jSubem üerrathen bie Samchen, wie wie fcfyon erwähnt haben, einen unziemlichen Sünfel, ber wieberum t>on mangelhafter Bilbung jeugt. £)te mit folgen 2fnfpeüchen, mit folgern ©tol^e Etntretenbe will nicht bie ©efeUfcfyaft ehren, fonbem geehrt fein; e£ fann bafjcc nicht fehlen, baß fte SStele beleibigt unb ftcf> Dcr^aßt macht* Anjfatt ftc^> eines fo unangenehmen Betragens ju befleißt* gen, mögen bie jun^n SD?abd)en fid) liebet 9Mhe geben, mit et= nem gefalligen 2fn|lanbe, bec webet ^emanben beleibigt, nod) auf* fällt, fonbem vielmehr bie 2fnwefenben für bie anfommenbe ^)ers fon einnimmt, einzutreten. Um hierzu etwa« beizutragen, (äffe bec 2el)cec fdmmtliche ©d)ülertnnen einen ^albfreiS bilben, weis eher eine gelabene ©efellfdjaft Dorff eilt, unb laffe bann 3»ebe ein* $eln in tiefe ©efeüfdjaft, bie als in einem ©alon ftd) befmbenb gebadjt Wieb, eintreten* Denft man ftd), als werbe bie £f)üre Don einem Liener bec 2fn!ommenben geöffnet, fo tritt bie ©chülerin ohne SSeitereS ein unb geht einige ©chritte, ntd>t §u langfam, bod) mit bec forgs faltigften Beobachtung beS 2Cnpanbe§, Dor, unb wenbet ft'd) su* nachft nad) bec ©ette hin, wo Diejenige $)erfon ft'd) beft'nbet, bec fie überhaupt, ober für btefeS 9ftal, juecjl ihre 2Cd)tung $u be= weifen fchutbig tjh 3?n einer gelabenen ©efellfchaft wirb biefeS in ber 9?eget bie £)ame Dom #aufe fein. Bei ben Uebungen im 2ehrfaa£e ber ©pmnajlif wirb bec 2ef)s cec biefe $)erfon reprafentiren unb baher bie Eintretenbe biefem Suerit ihr Kompliment §u machen haben. Snbem bie Eintretens be ftd) mit ihrer Begrüßung an biefe $)erfon wenbet, hat fte, üiel als möglich, ju Dermeiben, ben übrigen 2Cnwefenben ben 9?üat, biefelbe mit feiner regten #anb bei il)rer linfen leid)t ergreifen unb fie ber ©efellfcfyaft ttorjteüen. £)abet wenbet er ftd) mit tfyr juerft etwas red)tS unb nennt ifyren tarnen, in* bem er mit ber linfen $anb leid)t auf fie geigt. £Me alfo t>or= gepellte <2d)ülerin macfyt baS Kompliment €Ro. 1. hierauf er* folgt bie Sßenbung linfS mit benfel6en Bewegungen* £>ie #n= wefenben erwiebem ben ©ruf mit bem Komplimente 1. 3jt btefeS gefc^e^en, fo füt)ct ber 2ef)rer bie ©fülertn auf it)ren $)lafe, wobei fie fid> etnanber anfeilen muffen. 2luf bem 9)la£e an= gekommen, machen beibe gegen etnanber baS Kompliment 9lo. 1. Spat bie Grintretenbe bte Sljüre felbft ju offnen, fo- wirb fte felbige wteber Gintec ftd) jujieben, ofyne ber ©efellfcfyaft babei ben Svücfcn guguwenben; .unb $war wirb beibeS mit ber linfen 4>anb gefd)el)en, wenn man annimmt, baß bie Sintretenbc in ber rechten etwas ttägt, was fte gu überreifen fyat. £)ie namlicfye Uebung fann nun üeranbert werben, tnbem man bte grau t?om £aufe burrf? eine ©cfyülerin reprafenttren laßt. 2Me Crtntretenbe begrüßt biefe mit bem Kompliment *fto. 2. ober, wenn biefe il)r bie $anb reidjt, mit £fto. 3. , ober, wenn fte einen Brief ober eine Karte übergiebt, mit bem Kompliment te 9?o. 4. hierauf ff eilt bte ren tarnen nennt, unb geleitet fie §u ifjxm ^Plafce; ober fte flellt biefelbe guüb'rberft bem $errn t>om $aufe vor, welcher t>om 2ef)rer v>orgeftellt werben fann. £)iefer wirb t>on tf)r ebenfalls mit bem Komplimente 9?o. 2., 3. ober 4. begrüßt, unb bann folgt bte Begrüßung ber übrigen ©efeüfdjafr, Wie t>orl)er. — Bei kleineren ©efeüfdjaften werben auf naef) ber 33orjMung bie tarnen ber fcfyon 2(nwefenben ber eben 2Cngefom= menen befannt gemacht. s Bo eS ©itte ijf/ baß ber bte £f)üre offnenbe Liener ben tarnen jeber eintretenben ^perfon laut nennt, fallt bie Sßorjtellung son leiten beS SBirtf>3 ober ber 2$irtl)tn weg. 85 Veftnbet ftd) bie ©efeßfcfaft tm Limmer ft&enb, fo werben ftd) bie von ber Eintretenben SSegrüßten ohne ©eraufd) ergeben, baö Kompliment 9fo. 1. machen, «nb fiel) ntd&t efjcc hiebet nie* berfaffen, als bis bie Eingetretene jtcfy nad) einer anbem @eite ge* wenbet, ober *pia|* genommen , ober ftd) mit einer ber anwefem ben sperfonen in eine Unterhaltung eingelajfen fyat. SSirb in einer fleineren Verfammlung bie Etntretenbe einer jeben 2fnwefenben einzeln vorgejMt, fo erbebt ftd) aud) jebe Ein* jelne, wenn if>r bie 25or$ujMenbe gugefubrt wirb, gerner fann man biefer Hebung eine verd'nberte ©eftalt geben, wenn man annimmt, baß in einer gasreichen ®efel(s fd)aft eine etwas fpectellere Verkeilung ffattfmben fou\ — 9?ad) ber erffen SSegrüßung ber i)ame unb be3 $erm vom $aufe nimmt biefer bie Eingetretene bei ber v£>anb unb füf>rt fte bie eine €5eite ^ecauf unb bie andere fyxab. 25abei wirb bie üorjufMenbe $Perfon ber ju begrüßenben Sfeib« ber 2Tnwefenben 5unad)ft gehen, ber Vorflellenbe aber einen ©chritt vorauf £)ie £)ame nun, welche t>orgeflelIt wirb, mad)t, im Vorübergehen gegen bie 2Tnwefenben ungefähr alle brei (Schritte ba$ Kompliment, in* bem fte jugleid) Zürn mit einem verbinblicben 'SSlicfe $u begeg* nen fud)t* Natürlich ftnbet bie (Srwieberung be6 Komplimente aud) nicht einzeln ftutt, fonbern immer Don bret, vier big fünf sperfonen gugletd). <3t|en bie 2Cnwefenben, fo werben fte ftd) auch hiebet nach einanber ergeben unb, wenn bie ©rüßenbe vorüber i(l ; langfam wteber nteberlafjen. £)enft man ftd) ba3 Eintreten in einen SSaÜfaal, wo DMe* manb t)or§ug$wetfe ju begrüben tjt unb feine VorjMung patt* ftnbet , fo wirb bie Eintretenbe allein bie eine (Seite herauf ge= hen, ftd) gleid)fam einen *P(a|$ fuchenb* Sterbet wirb fte bie an biefer feeite ft^enben Samen ebenfalls mit bem Kompliment im Vorbeigehen, vielleicht alle bret (Schritte, wie vorher begrüßen, unb biefeS wirb eben fo wie früher befchrieben erwiebert werben» £)ieje#nj?anb3übungen fmb, wieSeber leicht einfielt, einer fehr großen Vervielfältigung fähig, unb ber Lehrer mag nicht unter* laffen, biefe auf eine bem £)rte, bet Seit unb ben UmjMnben gemäße Söeife anjuorbnen. 86 fünfte 2C b t & e i l " n fl- £3auenübun<}em Unter ben Uebungen, reelle bie ©pmnaj!i! jut (Stärfung unb geftigung ber ©Ibber barbietet, gehören bie am Skrren ju ben üorjügltcfyften, unb wenn aud) nid)t alle, fo fmb bod> einige aud) für bie weiblidje 3»ugenb geeignet unb bürfen nid)t über* gangen werben. Grä ifr fdjon erwähnt worben, ba§ bie 9ftäbd)en auf bem cn;mnaffifd)en Uebungplafje in SSeinfleibern erfd)einen foUen, wir bringen e$ f)ier nod) befonberS in (Erwähnung, ba bie metfren biefer Uebungen ol)ne biefetben anftänbig nidjt ausgeführt werben fonnen, £)a$ gu biefen Uebungen erforberlicbe ©efreü fyeift ber S5ars ren. tiefer bejlefyt auö jwei parallelen, in gleicher $of)e unb gleicher (Entfernung neben einanber laufenben halfen» (Sie ftnb ungefähr 4 (Elten lang, 4 3olt fyod) unb 2\ 3olI breit unb muffen oben abgerunbet unb unten mit fiumpfen Tanten *>erfe= fyen fein. £)iefe S5alfen, welche $olmen genannt werben, rufyen auf öier (Säulen ober Stanbern, welche ungefa'br 5 big 6 3olt im £)urd)meffer fyaben. £)te $of)e berfelben richtet fid> nad) ber ©rofe ber Schülerin. (E$ ift baf>et nötf)ig, baf ft'd) auf bem Uebungpla&e mefyre SSarren tion Derfd)iebener Sr>'£%z befinben, ba* mit jebe (Schülerin einen ifyrer Sange angemejyenen ftnben fonne, um ft'd) beffen ju bebienen. ßwedmafig wirb aber Derjenige fein, welcher mit ifyrer (Schulter in gleicher vf)of)e ober nod) etwas f)b'= fyer ift. (Eben fo mufj bie (Entfernung ber beiben Dolmen tion einanber bem Körper ber Schülerin angemeffen fein. (Es t>erftef)t ft'd) t>on felbj}, ba£ berSSarren wol)l befeftigt unb bie (Stdnber wofyl in ben gufjboben eingerammt fein muffen. 2(uf bem Saale bebient man ft'd) tragbarer SSarren, bei welchen bie (Stänbet auf einem breternen gu^boben rufyen. tiefer gufboben muf feft unb bie (Stanber ft'cfyer eingefügt fein. Zud) beugt man einem f) arten gälte burd) untergelegte 9#atra|en ober n$ Unf - unb Slte&crlaffett. Die (Sdjülerin tritt t>or ben SSarren, fo ba£ fte benfelben ber Sange nad) überfielt, nimmt eine gerabe (Stellung an, wo* bei §erfe an gerfe gefdjloffen unb bie gufjfpifcen auswärts ge-- 87 rietet ftnb, ergreift mit ben $dnben bte beiben tbr sunacfjfl benben Crnben ber Dolmen, fo baß bie ^tnger nac^ außen unb bte Daumen nad) innen gefegt ftnb. hierauf fcfybmgt fte ftd) in bie $b'be Unb in ben 2Ctpmf §| , in welchem ber Körper auf Dem gefrreeften 2frme ru^t. Der gan$e übrige Äorper Jjangt babei geftredlt unb gerqbe fyerab $wifd)en ben betben ^olmen, bte Seine bleiben an einanber gefcfyloffen unb bk$u$fpi%en auswärts gerietet. Dann frümmt bie ©d)ülertn bie Grllenbogen unb (aßt ben in geffredter Haltung oerbleibenben Körper langfam fo weit berab, bte bie €>d)ultern mit ben $dnben in gleiche $6'be fom= mem 3ft btefeö gefd)eben, -fo giefyt fte tbren Körper langfam mit geftreeften #rmen lieber herauf, unb btefeS $u wieberfjolten Skalen. Die aus biefem mit geftreeftem Körper fo weit berab$ulaffen, baß fte bie Dolmen auf beiben ©eiten t>or, bei größerer gertigfeit aber binter it)ren $dnben füffen fann > wobei bte Süße nid)t auf ben S3oben auftreffen bürfen. hierauf wirb ber Körper hiebet f)er* aufgewogen in ben 2Crmftüfc. ®a§ (Beijen tut %itmftüt$. Dteoc ben£3arren, fcbwtngt ftd) tele Dörfer in ben#rmftü£ unb gebt bann auf ben^dnben, inbem pe eine $anb nad) ber anbern abwedbfelnb weiter t>orfe£t unb ba* bei ben geftretft fyerabbdngenben Äb'rper in ber möglichen 9?ube erbdlt, big an ba§ (5nbe be$ S5arren$* 3ft fte auf biefe SBeife an bem Grnbe beffelben angelangt, fo gebt fte auf biefelbe Zxt jurücf, inbem fte eine £anb nad) ber anbern rücfwdrtS fe^t«. (Bereit im Sttmftug an einem Halmen ©fcer im ^ttcr^attbfhi^ Die ®d)ülertn jlellt ftd) in bie Sftttte beS S3arren§, fo bajj fte mit bem ©,eftd)te nad) bem einen Dolmen gefebrt ift unb ben anbern im Diücfen fyat. hierauf febwingt fte ftd) in ben £luer* banbfrü£, b. I). fte erfaßt ben einen Dolmen üor ftd) mit beiben Rauben unb fdjwingt ftd) in bte $obe, fo baß bie #rme unb ber Körper geftreeft ftnb. Sie Ringer werben nad) außen, b;e Daumen nad) innen gerichtet, hierauf fe|t fte bie $änbe, eine nad) ber anbern, oor unb jurüdi wie bet'm ©efyen im 2(rmftü§» ®a£ $ü>fen im 2lrmftw£* Die ©d)ülerin febwingt ftd) in ben #rmfrü£ unb fe|t nun bie #dnbe, nid)t eine nad) ber anbern, fonbern beibe §ugleid) fort, wobutd) eine fyüpfenbe goetbewegung entfielt, welche bte 88 an baä (Snbe be§ Samens fortgefefct unb bann rücfwartS ge-- madjt wirb wie bci'm ©efoen im 2Ccmftüg. Siefelbe Bewegung fann aud) im &uerf)anb|tü£ au3ge; füfyrt werben unb bann fann man fca$ @c$ett im ®tu$ auf fcct&en Unterarmen ofcer im Uuterarmfitüg, fowte fcaö j&upfcn im ttntcrarmftufc vornehmen, Bei tiefen Uebungen ergreift bie @d)ü(erin mit beiben Rau- ben bie *£>olmen aus ber Sftitte be$ Barrens, legt bie Unterarme ebenfalls' auf bie Reimen unb get)t ober l)üpft, wie oben fcfyrieben, vor = unb rücfwartS, wobei aud) bie Unterarme mit auf ben $olmen fortrutfeben. fca$ ütefcen im <2tü£ mit gefrümmten dritten« unb fca$ Rupfen im ^tü£ mit gefrummten 3Ctmen fmb bie namltcfyen Bewegungen, nur mit bem Unterfd)iebe, baß ftd) bie ©djülerin aus bem <2tüfc wie bei'm ^olmfüffen fo weit l)erabla£t, baß -bie ©djultern unb bie $anbe beinahe in gleid)er #ö'l)e ftd) beftnben unb fte mit alfo gefcümmten Ellenbogen t>or- unb rückwärts gel)t unb fyüpft« 2l~lle bie eben befdjriebenen Uebungen im <2>tüfc, fo wie baie in ber oben be= febrtebenen Sage ber ©eejungfer mit beiben ^anben jugleict) t>or= wartS fdjntllt unb bie güpe nacf^iefyt* $)a6 %£ippm im 2lrmfH!$. ADte @d)ü(erin J>ebt ftd> in ben 2frmftu| unb fcfywtngt ben auf ben geftreeften #rmen rufyenben Körper aus bem ©d)ulter= gelenfe gleicf) einem ^enbel üor* unb rücfwdrtS« S3et biefen S3es wegungen bleibt ber Körper immer geflrecft, baS SiücFgat wirb gebogen, ber Kopf gerabe gehalten-, bie Seine wol)l an einan= ber gefdjloffen unb bie gu^fpt^en auswärts unb abwärts gerichtet. Ueberbaupt barf aud) bei biefen, bie Kräftigung beS Körpers be* 5roe(fenben Uebungen bie SSohlanjMnbigf'eit in ben Bewegungen nid)t au§ bem 2fuge gelaffen werben* £)aS StBippen laßt man nad) unb nad) immer t)6l)er unb fMrfer^ üben, fo bafj ber Korper w%enb beffelben fowofyl Torwarts als rücfwdrtS beinahe in eine horizontale Sage fommt. SStll bie ©d)ülertn aufboren §u wip* pen, fo erfolgt anfänglich ber ^Fcieberfprung, jebod) jebeS SJtol utcfwdrtS im SSarren, fpdter mup geübt werben, wobei bie (Schülerin ben Korper, wenn er ftd) bet'm S3orwdrtSwippen in ber t)b'd)f}en Orrhebung beftnbet, mit an einanber gefcfyloffenen S5einen feitwdrtS über ben einen Dolmen fchwingt unb wd'hrenb beS <&d)\vun$z$ bie ^dnbe loSldpt, fo bafj fie außerhalb beS Barrens gur d)ülerin ben AuSfprung hinten fettwartS fyerauS, bann ben vorn feitwartS fyeraug üerfuchen. Äein Si)eil be$ ÄörperS, außer ben $anben unb Unterarmen, barf babei bie Dolmen berühren. £> fte fdjwtngt ihre Seine vorwärts über ben red)ten Dolmen hinweg, fo baß fte auf benfelben ju ft'^en kommt unb ihre Seine außerhalb beS SarrenS herabhängen. Aug btefem ©eitfi^e erhebt fte ftd) wiebe^r unb fd)wingt ftd) in ben eränberlid) auf ifyrer ©teile im ©tüfc* Gfine SSeranberung biefer Uebung iji eS, wenn man bie ©d)üleritt ftd) aus bem ©ettftfce Torwarts reebts in ben @eit= ft'fc rücfwdrtS red)t$, aus biefem in ben ©eitfifc rücfwartg linfS, hierauf in ben ©ettftfc Torwarts ItnB unb aus biefem in ben ©ett{t& uorwattS rechts fcfywingen lagt, fo baß folgenbe gigur entfielt: • Stefe Uebungen werben in ber WitU be§35arren§ ttorges nommen, ba außerbem bie ©cfyülerin Uvtyt auf bie (Snben be$ $olmen attffcfylagen fonnte. Saß bie SSarrenübungen nodb auferorbenttief) ft'cr) \)mi$U faltigen laffen, bebarf feiner (Srwar)nung* gür Änaben würben bie eben befcfyrtebenen Uebungen nid)t l)inreid)enb fein, ba fte un* gemein t>iel ba$u beitragen, bte ©lieber $u fiarfen, frdftigen, ge* fcijmeibig unb gewanbt §u machen; für §Dttfc&en jebod) werben bie gegebenen genügen, ja id) erlaube mir, ju bemerken, baß icf) mefyre tion tiefen Uebungen meine Schülerinnen nod) nid)t fyabe machen laffert* Safyer fann titelletd)t ter Sefyrer ten Umfrdnben gemäß einige fyinweglaffen ober aud) nod) einige paffente l)in$tt= fügen. .92 £>a§ MctUxn am Änotenfeile* 23om Klettern nur fo Diel, alg nothtg tfr, um in Dorfommenben Sailen fiel) aus ©efa^t erretten 51t fonnen, ber rote bod) ?CUe, 9Bdn* ner roie grauen, unterroorfen ftnb» 3>n ba$ ©eil werben in gleich mäßigen 3roifd)enraumen ungefähr 8 big 12 3oÜ Don einanber entfernte knoten, bie am beften unb {jaltbarjTcn Don bem 9tie« mer verfertigt werben, angebracht, an roelcrjen bei'm hinauf» rote bei'm #erabfteigen $anbe unb gü§e 9?uhepunfte ftnben, rooburd) baö Klettern fehr leicht roirb. Crin foldjeS «Seil fann g.83. bei geuerSgefafw mittels mehrer in einanber gefreuter «Stangen von aufen big in bie oberfien Stccfroerfe gebraut roerben. £)te oberfte Stange, an roelcher bag Seil ftd) beftnbet, roirb Don ber in ©efafw fdjroebenben Herfen abgenommen, in bie Sftitte ber= felben aefd)oben unb biefelbe groifdjen ben Senfiem unb ben s iBan= ben querübergelegt, worauf man ft'djet unb leicht an bem Seile herabsteigen fann. Hebungen am fefwebenben ©tabe* ©iefe leisten Uebungen eignen ftd) fef)r für bie wei6licr>e 3u- genb; benn bei bem wenigen Kraftaufwanbe, ben fte erforbern, ftnb fte bod) ber ©efimbfyett, 2tugbilbung unb Kräftigung beg Mt* per» fef>c nu|itd). 2(ud) bag f leine unb fcbwaVolidje fflläbfym t(t irrnen gewad)fen. Sie (raffen bie SÄuSfeln, bebnen bie fölie* ber aus, machen fte gefchmeibig, beferbern bag £Bad)gthum unb beugen befonberg ben Sßerfrümmungen beS OutcfgratS, bem Schief* werben unb anbern Unregelmapigfeiten Dor. £)te Vorrichtung ju tiefen Uebungen ijt fct)t einfad): jwet ftarfe, eiferne £afen werben in einer Entfernung Don ungefähr 3 §uf Don einanber in ber £>ecfe feft eingefd)raubt. 3m tiefe beiben $aUn werben jwet, an ben Crnben mit £)efen Derfehene Seinen eingebaut, weld)e fo weit herabhängen, baß fte ungefähr nod) 5 big 6 gu$ Dom S3oben entfernt ftnb. Zn ben f)er= abhangenben (Snben ftnb ebenfalls £)efen angebracht unb jroar mehre über einanber, bamtt man burd; biefelben ben Stab balb hoher, balb mebrtger (reden fann, je nachbem bie ftd; Uebenbe ober bie Uebung es erheifcht. £5ie Uebungen an biefem fchroebenben e$fe(n£c 3n?u£f<$teBott fcer $ü#e mit öcftre^tcn Tineen, £)ie becforper Wieb wa'hrenb beS 3urücffcbteben$ wohl aus ben Ruften herausgehoben unb baS 9?ücrgrat gebogen. Sil ber linfe §up fo weit als möglich hm* auSgefd)oben, fo wirb er langfam wieber guruefg^ogen, worauf bann biefer auf bem SSoben fefl jlel)en bleibt unb bec rechte $u= rücfgefdjoben wirb wie t>orf)er ber linfe. @o mit betben güßen abwechfelnb wirb biefe Uebung mehrmals hinter einanber wieber* holt» ijcftrecften Tineen* Sie (Schülerin legt beibe #dnbe auf ben (Stab unb fchiebt auf obige Söeife beibe guße zugleich fo weit aurücf, bis bieÄnie* nutzem üö'llig angefpannt ft'nb, wobei baS 9iücFgrat gebogen wirb* $at ftch bie @d)ülerin alfo jurüd'gefchoben, fo ergreift ber 2ef)rer, welcher üor bem ©tabe fleht, benfelben unb bie 4?anbe ber ©chülerin unb $iel)t biefelbe fo ttiel als möglich vor unb barauf wieber jurücf, ohne baß fte bie angefpannten Änie« muefeln erfchlaffen laßt, @S wirb biefeS einige Sftale wieberholt. ®xc &<$wUtgtittgeit mtUtlft Mni)an#$ her ^»airöe unb $f&jta$e$ fcer *(ü$c« Ser^©tab wirb fo hoch gelangt, baß bie om SSoben ab- tvechfelnb ttör* unb rüclwfe. Steß t(r bie vorige Uebung, nur mit bem Unterfd)tebe, ? baß bte Schülerin ftch nicht felbflt in ben ©dnvung bringt unb bartn erhalt, fonbem baß ber £el)rer ihr ben ©chwung giebt unb ben* felben burch 3urücf= unb S3orfchnellen ber Unterfchenfeln unterhalt» &>te &&}mim$umqen tut %tvmhmt$c mit 3fttf(jrtjf an bett beuten» Sie Schülerin fallt ft'd) mit bem 9?ucfen t>or ben ©tab, fo baß berfelbe am SKücfen anliegt, geht mit beiben ?(rmen über benfelben hinüber unb ergreift fo, ungefähr '12 Soll fcon bemfelben aufwärts, lin^S unb rechts mit beiben #anben bie Seinen unb 94 lägt ftd) herauf »ort bem 2ef)tet in ben or ben ©tab gebellt r)at, bewegt ft'e beibe2l~rme über benfelben binroeg, bann bte Unterarme nad) t>om ^ unb legt bte £anbe an betben Letten ber SSrufl fo feft als mogltd) flad) an, benn außerbem konnte ft'e leid)t berabgleiren ; man fann beßbalb ber <2d)ü(erin , efje ft'e bte richtige Sage beS<5tabeS erhalten l)at, erlauben, anfratt bie $anbe anzulegen, erfi baS Äletb an betben (Seiten fefl ju erfaffen, um ftd) fo mit größerer ©idjerbeit erhalten $u fönnen. £)er Sekret bringt bie ©cbulerin in ben ©djroung. &cr or ben* felben unb legt betbe $anbe fo auf, baß bie Baumen nad) ib= rem Körper ju gerichtet ftnb. £)ie 2frme, rote aud) ber Äorper, werben gefaeeft, bod) roirb ber £>ber£6'rr>er ein wenig vorgeneigt unb bie Seinen merjr nad) bemfelben $ugefcr)oben, bamtt bie 2Ttme ftd) v>or benfelben befmben. £)er 2ef)rer bringt bie ©cfyülerin in einen mäßigen ©d)toung, ein heftiger roürbe ben Körper leicht aus bem ©leicfygeroidjte bringen. tauf-'Ucbungen* u tiefen für 9ftabd)en fefyc geeigneten Uebungen roirb folgenbe Vorrichtung erforbert: 2ln ber £>ecfe beS ©aaleS ober, roenn bie Uebungen im Sreien fautft'nben, an einem auf §roei ©aulen fefl rubenbenS3a(s fen roirb eine 9ftngfd)raube, bie ftd) lcid)t um iljre 2Tre brebt, an einen frarfen $a£en angehängt, roeldjer fefl: etngefdjraubt fein muß. £>urd) biefen 9ttng roirb ein ungefaßt jroei Boll breiter Seemen gebogen. 33eibe Steile beS Siemens ftnb oben etroa jrcolf Soll lang jufammengenäbt. ;Öa$ eine Crnbe beS Siemens ifr mit Söcfyern verfemen, unb ein anbetet £r;eil, ebenfalls 5ufammengenäl)t, bilbet gleid)fam eine große £>efe, an beren Grnbe eine große eiferne ©cfjnalle, mit £eber überwogen, ftd) beftnbet, um it)n an bem anbern Orienten b^bet obet tiefet, je nacfybem eS nottyia, ifr, anfdjnallen $u fönnen. £)urcb biefe 95 £)efe wirb eine jlarfe Seine gesogen, beren fcetbe Grnben ebenfalls £)efen haben, welche ungefähr 4, 6 ober 8 gujj 'üom 33oben entfernt ftnb» £)urch eine btefer £)efen wirb ein U bis 1| Boll jlarfer unb 18 bis 24 3ott langer ©tab Don hartem £ol§e gejfecft, an beffen beiben Qrnbett fiel) kugeln befmben, welche an = unb abqefcbraubt werben fonnen. Sftan fann aud) an einer Oftngfcbraube jroei Vorrichtungen anbringen, bamit bie folgenben Hebungen von swet Schülerinnen gugleid) aufgeführt werben fonnen. 2Tn tiefen herabhangenben ©tctben bürften nun folgenbeUeb* ungen Dorgenommen roerben: ®ct &rci$f<$ttmng im ^IniyanQc mit aeftrecftett Ernten» £>ie ©chülerin ergreift ben Stab an beiben $anben mit 2Cufs ober Untergriff*) unb bringt ihren Körper burch Rieben ber SSeine ober auch mit gefkecften $nieen, gefchloffenen Herfen unb abwärts gebrücften $u$fpi|en, wefb^lb im Centern Salle ber ©tab oerhd(tntfmafig t)'6l)tz gehängt roerben mufj, in bie©chroe ; be. £)ie alfo im £ange ftd) beftnbenbe ©chülerin führt ber Lehrer einige Sftale im Greife b^um, um ft'e in ben ©cbwung 5U brin= gen, worauf ft'e ffch allein weiter fcbwingen muf. $)cr &ret3f$ttmtt8 tut *ltnl) an $c mit öefc0#ettett Sinnen. £)ie£ ift biefelbe Uebung mit ber angegebenen 2Tbanberung, WO bei ber ©tab mit Untergriff erfaßt wirb. SSeibe Uebungen fonnen auch nur an einer $anb Donogen werben, woju jebocf) eine weit grojjere'S^tigfeit unb WlwxtU fraft erforberüd) ijt. &er &xn$i&)\mma, im %ltil)an$e mit 3toet#rtff fann wie bie Dorhergehenben Hebungen foroohl mit geflrecften af$ auch mit gefrümmten 2(rmen aufgeführt werben* $>c* Mtci$iä)t&mi$ im <&tü%+ £)ie ©chülerin ergreift ben ©tab mit Aufgriff unb erhebt ftch in ben ©tü|, fo baß bie beiben 2frme oor bie deinen, an welchen ber ©tab t)d'ngt , unb tiefe hinter erftere fommen, unb' ber in ber ©d)webe beftnblicbe Äorper auf biefe Söeife im ©leid)* gewichte erhalten wirb. £)er £ef)rer muß bie ftch Uebenbe eben? falls in ben ©chwung bringen* *) £5er 2C u f = , Unter-- unb 3 ro e i g vi f f ifl weiter unten bei ben S^ecf Übungen befebrteben. 9G ®cr &reiof$tMtng im 9?ucf$angc. Ziffer wirb mit Aufgriff betber $änbe an ben Semen t>of{- joam. Sabei (teilt ftd) bie erum, treibe bie #anbe feft umgvei« fen. Ser übrige Körper wirb wol)l geffrecft in ber (£d;webe er; galten unb Dom Sefyrer im Greife f)erum in ben ©cfywung gebracht. Serfelbe ÄreiSfcfyraung im SKücffyange farni aucfy obne tfufc griff an ben Seinen Donogen werben. Sie <3d)ü(erin fteUt ft'dj mit bem Dvücfen an ben ©tab, gef)t mit beiben 2Crmen Don eben über benfelben nad) fyinten hinweg tmb legt bcibe $änbe flad) an beiben Seiten ber 83 ruft feft an, fo baß bie ©pt£en ber Singer ger beiber £änbe gegeneinanber gerichtet ft'nb. Sie ßap beo Äörpcrö muß babei mefyr im Oberarmbeine als im 'Grüenbogengelenfe rufjen. 3>n biefer Haltung bringt ber Sekret bie ©cfyülerin in ben ©cfywung. ®cr &ret6(auf mit 2ln$att$ beißet $>ebt aber il)re Süße nid)t Dorn gußboben empor, fonbern gebt juerft längs fam, bann läuft fte im Srabe unb enblid) im ©alopp im greife l;erum, jebcd) nietjt bis $ur völligen Gfrmübung. hierauf fann man nod) nacfyftebenbe Uebungen folgen laffen, Weld)e feiner nähern (5rflärung bebürfen : Kreislauf mit 2(nf)ang einer $anb unb geftteeftem 2fr m, abwecfyfelnb. Kreislauf im Untetarmr; ang, fowol;l in beiben 2frmm a;» in einem. 5trei3l)üpfen im 2Tnf)ange mit beiben 2(rmen fowofyl, als aud) mit einem 2Trme. Kreislauf mit ©prung, b. r> fo, baß, n?ar)renb ber äußere Suß läuft, ber innere fpringt. dlftfi roatt Statt f im (Galopp. Kreislauf im ^nfjange mit beiben $änben unb mit Ueb er treten, ödt* unb rücfwartS. ©pringlauf im Greife mit abwecbfelnben Süßen, fowofyl im 2fnl)ange mit beiben Rauben, als aud) mit einer $anb. ©alopplauf mit beiben Süßen abftoßenb. falber unb ganzer ÄreiSfdjwung ober Söellenfd) wung. Saß biefe Uebungen nod) febr DerDtelfältigt werben f'onnen, tft leid)t ein^ufe^en, unb ba biefel&en bei gehöriger Mäßigung fefyr fyeilfam unb für ben weiblichen Körper befonberS paffenb ft'nb, fo wirb ber Sefjrer aud) wof)ltl)un, fie $u vervielfältigen. 23ei ben berfcfyiebenen Tfrten bcö Kreislaufes ft'nb alle Slieile beS Körpers tl)ättg. Sie #änbe unb bie Süße tragen ben Körper im Greife I)erum, babwed) wirb nicfyt nur bie SftuSfelfraft überhaupt, fom 97 bem auch inSbefonbere bte Schnellkraft ber gü£e vermehrt, £>te Schwungü'6ungen ft'nb ein Littel gegen ben Schwtnbel 'unb gret= fen bei mäßigem ©e&rauche bte S3rujl, felbjl bei zarterer Äor* perfonpitutton, keineswegs an, fonbern ffdrfen unb erweitern viel* mehr biefelbe, 3fcbe biefer Uebtmgen muß beenbtgt werben, fo* 6alb bte Schülerin ermübet ifi; jeboefj barf fte ben (Stab nicht in vollem Schwünge loSlaffen, fonbern er|i bann, wenn ftch bte Schwungkraft in fo weit vermtnbert hat, baß fte ohne 9Mf)e im Stanbe ijf, ftd) ftetyenb 5U erhalten. £)tefe Uebungen ft'nb für ben Äorper nicht mmber nüfclich als bte vorhergebenben ; j[ebod> muffen wir auch von biefen ben größeren £f)etl ber männlichen Sugenb überlaffen, ba nur ber kleinere Sljetl biefer gasreichen unb heilfamen Uebungen bem weiblichen Körper angemefjen erfcf)etnt> £)aS ©erüft , an welchem tiefe Uebungen vorgenommen werben, fjeißt baS Svecf, biefeS beffeht aus einer lf bis 2£ Soli im £>urdmieffer parken, unb ungefähr 6 bis 7guß langen ©ränge aus fejtem, gewöhnlich buchenem #olje, welche auf $wei Sattlet ruht, bie feft in bie drbe gegraben ober, wenn bte Uebungen im ©aale jfattftnben, feft auf bem SSoben angefchraubt fein muffen, bamit fte nicht wanden. Um bie #b'he beS ÜfecfS ben verfehle* benen ©toßen ber Schülerinnen anpafjen §u können, muffen ft'cr) in ben Säulen mehre Socher beftnben, burch welche bie Stange, je nach ber Sange ber ftch Uebenben, halb hoch/ balb tief gedeckt werben kann unb in welche fte genau paßt. Sie Stange aber barf ftch burchauS nicht brehen, was man burch §wet Stifte ober etferne S3oljen, bie quer burch bie Säulen unb bte SKecf (lange gefchoben werben, verhmbern fann» gür bie Anfängerinnen mag bte Sfteckffange fcheitelhod) fem> für ©eübtere aber hoher, etwa fo hoch/ baß fte biefelbe mit ben gingerfpifcen berühren, wenn fte Arme unb «£)dnbe geftreeft ges rabe über ben $opf emporheben, ober auch noch etwas auffprin- "gen muffen, wenn fte biefelbe erreichen wollen. Söor bem SSeginnen ber Uebungen felbft fyat ber ßehrer fei* nen Schülerinnen einige SSelehrungen über ben Staub unb bte ©riffe ju geben. £)er Staub nämlich, von welchem aus bie SKecf Übungen gemacht werben, iff entweber: Settfranb vorwärts, b* u bte Stellung vor ber SHecf- ftange, bei welcher baS ©eftcht berfelben gugewenbet unb bie Sinie ber Schultern mit berfelben gteichlaufenb tft, ober: Sdtftanb rücfwdrtS, &♦ t. biefelbe Stellung, nur mit fcem Unter fchiebe, bap nicht baS ©eftcht, fonbern baS hinter* haupt ber Stange sugewenbet ijf, ober: 7 98 CUterftanb, b. t. bte Stellung unter bet Stange, tvebei man nap bem einen (*nbe berfelben l)inft'ef)t. Sie ©riffe aber ftnb folgenbe : Ser Aufgriff. Sie im Settftanbe fcorroartS jrefyenbe Spü* letin erfafjt mit ben £anben bie Stange fo, bajj beibe Säu- men gegen einanber jugeroenbet unb nad) innen gefefyrt ftnb. See Untergriff ift bie bem Aufgriffe entgegengefefcte Umfaff* ung berStange, fo bafj bie^nnenfeite ber #änbe bem ©eftpte ber Spulerin jugeroenbet ift, bie beiben Säumen aber üon einanber abgevoenbet unb nad) aufen gefefyrt ftnb» Ser 3 w c i 9 r i f f • Sie Spülertn fMt ftp in ben £luerffanb unb umfaßt bie Stange fo, baß flc beibe Säumen nad) einer unb berfelben Seite fyin gerietet l)alt, rod'brenb im tfuf= unb Untergriffe biefelben immer einanber entgegen ()inger»enbet ftnb. $iernap beginnt juüörberjr: 2tuf$iel;cn ober fcas 3te^f(tmmcn* Siefeä befielt barin, baf* ber Äorper, inbem bie $anbe entroeber ben 2(uf = , Untere ober 3n>eigriff mapen, buvd) bie Äraft ber 2(rme bis Jörn Ueberfpauen,2Tnmum ben, Ueb er! innen, ober bei'm 3 umgriffe bis an bie Spultern emporgehoben roirb. Siefen muß abroepfelnb auf bie Sauer fleipig geübt werben. fann ebenfalls mittels 2fuf*, Unters unb3n>etgrtf f S gefcr)e- fjen, roobet aber bie gefheeften ober aud) gefrümmten 2(rme 5ttr Hebung felbjt niptS beitragen, fonbern ber Körper ber Spu- lerin fid) burp bie .Kraft ber SSaups unb S'vücfenmuSfeln $m fammen unb in bie ^ö^e jiefyt ober frümmt. 2fup biefeS muß abwepfelnb unb auf bie Sauer geübt werben- 1) mit Aufgriff. Sie Spülerin jiellt ftp in benSeit-- franb, erfaßt bie Stange mit Aufgriff unb wirb nun unter berfeloen mit geffreeften SCrmen unb üom SSoben erhobenen 8:ü j ßen fo bangen, baß bie Spulterlinie mit ber Stange gleiplauf= enb ijr. 2) mit Untergriff. Sft a,an$ bafielbe, nur mit ber am gegebenen Sßeränberung bc8 ©riffeS» 3) mit 3^eigriff. Sie Spulerin ffcttt ftp in ben £luerftanb unb erfaßt bie Stange mit bem 3roeigrtffe. Sie tfrme ftnb geffreeft unb bie Süße tomSSoben erhoben roie fcorber. 4) mit gefrümmten #rmen. Sie Hangübungen mit ben brei fcerfptebenen ©riffen tr-erben roieberbolt, aber mit ber SSeranbecung, baß bie Spulerin, jlatt bie tfrme $u flrecfen, bie 99 Grlfem)ogen !rfimmenb, tyren Jtorper fo weit fjerauf aiefjt, baß fie mit bem .Ropfe über bie ©fange binauSftebt unb biefelbe ft'd) in ber ©egmb if>rer25rufl beftnbet» S3ei'm *£>ange mit Begriff wirb fid) bec Äopf entweber jur regten ober $ur linfen©eite berfelbenbeftnben. 5) bec #ang im ßllen bogengelenfe. 3uerfi «faßt bie ©d)ülerin bie ©fange mit Aufgriff, jie^t ftcf> bann mit gefrümmten fernen in ben $ang herauf, J>cbt ffdt> bis $ur Jp'oty bec £3ruft unb legt bie #rme fo auf bie ©tange, baß bie untere gladje beS dllenbogenS unb baS Süenbogengelen! auf bec* felben ruben. Die #anbe liegen über bie ©tange ()inauS unb bie guße ffnb geftretft. 6) bec #ang im Oberarm. Die ©djülerin begtebt jid) auf eben betriebene SÜäeife wieber in ben^ang, jebod) barf bieß« mal bie 2afl beS Körpers nid)t t>on ben (Sllenbogengelenfen unter* |iü|t werben, fonbern bteß t>on ben Oberarmbeinen gegeben, ndW lid) fo, baß bie ©fange unter beiben ©cbultergelenlen ^inwegge^t, baß aljb bie beiben Oberarme auf ber Sfotfftange ruljen. Die2Crme werben entweber geftreeft unb fangen l)ecab ober bie$anbe galten babei bie ©tange fefh 7) bec2(,cmbang tüeben, namlid) fo, baß bie©d)ulertn bie SKecf= tfange nid)t t>or ber 35ruj! ober &ielmef)c toor bem Seibe J>af # fonbern baß fie fia> Gintec U)cem Oiutfen beftnber. 2) ber ©tüfc aus bem ©eitfifce. 2ßie uorber jietyt bie ©d)ülerin ifyren Körper an ber CRecf (lange berauf unb fefcfc fid) auf biefelbe, fo baß ü>re beiben Seine auf einer ©eite i)m abfangen. Die #anbe Ratten bie ©tange mit 2fufs ober Um tergviff umfaßt. 2(uS biefem ©eüftfee ergebt fte ben Äörper üon ber ©tange. in bie ©djwebe* 100 3) bei ©t u& mit gekrümmten tfrmen. 33eftnbet fid) bie ©cbülerin im ©eitftfce mit Untergriff, fo lä^t fie ben gejtrecfcen Körper fo weit ^erab , baß bie Stange oberhalb ber Ruften an bem Körper anliegt, wobei bie 2frme gefrümmt wer: ben muffen» ®aö Rändeln« SMefe Uebung bient vorzüglich $ur ©tärfung bet 2(rmmu$; fein unb man fann tfyc als Vorübung: baä Aufziehen vorangehen laffen. £)affelbe fann mit #uf = z Unter* unb ßweigriff gefd>et)en. £at bie ©cbü- lerin mit einem biefer ©riffe bie ©fange erfaßt, fo r)ebt fie ben getfreeften Äorper fo weit übet bie ©fange in bie #öt)e, baß bie» felbe an irjteSSvuft anzuliegen fommt, unb laßt ir)n bann von ba wieber fo weit r)erab, baß bie #rme ftch flredeu, wobei jeboef) bie güße ben S3oben nicht berühren bürfen. hierauf zieht fie ftd) wieber in bie £ol)e «nb wechfelt fo mit Aufziehen unb 5^ie= berlaffen ab« £ierburch ifi wohl vorbereitet auf folgenbe Uebungen: 1) bag g ortget)en. 9?acfybem bie 9?ecf [lange mit einem ber brei ©riffe erfaßt worben ifl, fegt bie ©d)ülerin eine £anb um bie anbere feitwartS weiter, woburd) ber frei Ijerabbangenbe Körper nachgezogen wirb. Siefen wirb bis an baS Grnbe beS 9?ecfS, wo bann ber ©ang eben fo bis zum anbetn Grnbe jus rücf gemalt wirb, fortgefefct. 2) baS gortbüpfen. tfnfiatt bie ^ahbe wie bei'm Sortget)en eine nach ber anbern weiter zu fefcen, fefct bie ©cbülerin jefct beibe zugleich weiter, woburd) eine hüpfenbe Bewegung entffebt, ba ber Äorper bei feiner SQSeiterbeforberung genötigt ifr, fict> einen t leinen ©cbwung z« geben, wobei aber bie' Seine nicht bebeu* tenb gefrümmt werben bürfen. ÜDiefe Uebung fann aud) mit einer ^anb gemacht wer* ben, wobei bie anbere, auf er Sbatigfeit gefegte, gerabe an ber ©eite l)erabbangt, ober auch mit 2Cuf= unb Untergriff ab- Wechfelnb, wobei bie ©d)ülerin nach jebem 2fuffd)neUen bie^dnbe ,rafd) aus bem Aufgriffe in ben Untergriff unb fo wieber umge* lehrt aus bem Untergriffe in ben Aufgriff bringt» Söenn biefe Uebungen mit geftredten Ärmen aufgeführt worben fmb, fo fonnen fie bann mit gefrümmten 2(rmen wieber* holt werben* 3) baS #anbeln mit Drehung beS ÄorperS. Die ©chülerin faßt bie öiecfjrange mit Aufgriff unb begiebt ftd) in ben ©etthang, bann laßt fte bie rechte «£>anb loS, breht ben Körper vorwärts nach ber linfen ©eite unb faßt bie Oiedffan* ge auf ber ©eite, auf welcher ftd) bie Linie «jpanb befinbet, neben biefer weiter vom an , unb jwar fe , baß nun beibe #anbe ftch im Aufgriffe befmben. 3ft tiefet gefdjehen, fo laßt 10 i ft'e bte linfe #anb lo$, breht ben it^rpct* wteber auf befchriebene 5Öeife unb bringt erjlere neben ber rechten auf bie ©tanqe, worauf ftd) beibe #änbe wieber im Aufgriffe beftnben. 2fuf biefe 2frt [freitet ft'e bis jum (£nbe ber ©fange fort, unb bort angelangt, get}t ft'e in benfelben Bewegungen wieber aurücf. SMefeS fortgehen mit £)ref)ung beS .frorperS fann eben fo* wot)l mit Untergriff ausgeführt werben. gernec fö'nnen aud) baS fortgehen unb baS 9«rt$ä* pfen im ©tüfc unb im ©eitft'k geübt werben, was nach bem $Bort)ergefagten feiner weiteren Crrflarung bebarf. £)aS SBippen am 9?ecf, ahnlich bem 3ßippen am Marren, tfl eine burd) Sßor* unb 9?ucfwart3|ct)Wmgen beS Äb'rperS r)cr= vorgebrachte tfyeilweife ^Drehung an ber 9tecfftange, weld)e be* ren 2fre i(h @S entffeht burd) biefe (Schwingung theilS eine Giertet = , theilS eine halbe £)ret)ung, welche in fel)r \xrfd)iebe* nen Sagen unb Gangarten ausgeführt werben fann. 1) baS Söippen im #ange mit Aufgriff, wobei eine halbe £5rer)ung bewirft werben foU, unb ber Körper geffrecft fein mujj. 2) baS 5öippen im $ange mit gefrümmten %t* men, wobei eine Viertel- ober auch eine fyalbi Drehung flatts ft'nben fann. 3) im (Stüfc. 4) im 2l*rmhange unb 5) im ©tüfc mit gefrümmten 2Tr men. Sag frarfere ober geringere SSippen hangt wn ber größeren ober geringeren Uebung, gertigfeit unb .ftraft ber Schülerin ab. £)iefe nur wenigen Ofecfübungen fd;einen für Habchen Ijin* reichenb ju fein, für Knaben giebt eS beren nod) eine fet)r große 3aht, bod) würbe ber Sehrer feine ©dntlerinnen aus ben ©ren= $en ber Sßeiblichfeit hinausführen, wenn er auch ft'e alle bieje* nigen, welche für ben mannlichen Körper nüfclid) unb geeig- net fmb, üben laffen wollte. sftod) ift §u bemerfen, bafj unter baS 9?ecf 93?afrafjen ober ©trohfiffen gelegt werben müffen, um einen möglichen galt unfchctblich ju machen. Bresben, gebrueft bei @arl 9?ammüi